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Juli 2011
Verantwortlicher Umgang mit Geld: Wie aus Kindern Haushaltsmanager werden
Anfänglich sind es kleine Münzen, die Kinderherzen erfreuen, wenn sie munter klirrend in das Sparschwein wandern. Später ist es das Taschengeld, auf das Schüler sehnsüchtig Woche für Woche warten, um Süßigkeiten oder Sammelbildchen kaufen zu können. Kinder erkennen noch nicht die gesamte Bedeutung des Geldverkehrs, doch mit zunehmendem Alter wachsen Wertschätzung und Verantwortungsbewusstsein für die eigenen Einnahmen und Ausgaben.
Eltern können ihren Nachwuchs beim Erlernen des verantwortungsvollen Umgangs mit Geld tatkräftig unterstützen. Die meisten Eltern schreiben anfänglich ihren Kleinkindern vor, was sie mit ihrem Taschengeld anstellen sollen. Doch Stück für Stück sollte man die Verantwortung dafür an den Nachwuchs abtreten. Kinder brauchen Freiraum, um eigene Erfahrungen zu machen – das gilt auch in Gelddingen. Etwa ab dem Schulalter sollten Sohn oder Tochter selbst entscheiden, wofür sie ihr Taschengeld ausgeben. Dabei werden sie schnell lernen, Prioritäten zu setzen, denn die verfügbare Geldmenge ist begrenzt. Wichtig ist, dass Eltern nicht der Versuchung erliegen, bei Geldknappheit dem Drängen der Kinder nachzugeben, und beliebig Geld nachzuschießen. Zusätzliche Zahlungen sollten eine Ausnahme bleiben und nur bei wirklich wichtigen Anlässen erfolgen. Ansonsten ist der Nachwuchs angehalten, mit dem Taschengeld bis zum nächsten Zahltag zu haushalten. Im Regelfall werden die Kinder lernen, sich das Geld einzuteilen oder auf die ein oder andere Nascherei zu verzichten, um sich mit dem Ersparten größere Wünsche erfüllen zu können.
Taschengeld durch eigene Arbeit aufbessern
Spätestens ab dem Teenager-Alter sollte der Nachwuchs die Erfahrung machen, dass man nicht alles im Leben geschenkt bekommt. Die langsam größer und kostspieliger werdenden Wünsche übersteigen nun die Höhe des Taschengelds. Eltern sollten dieses auf keinen Fall „unendlich“ aufstocken. Viel mehr ist der Nachwuchs anzuhalten, sich durch kleine häusliche Dienstleistungen oder erste Minijobs, etwa dem Verteilen von Werbeprospekten, etwas hinzu zu verdienen. Dadurch werden Kinder die Erfahrung machen, dass hinter jedem Euro, den man einnehmen bzw. ausgeben will, eine Leistung steckt. Man muss also zunächst etwas "Geben", bevor man etwas "Nehmen" kann. Selbstverständliche Hausarbeiten wie Tisch decken oder den Gang zum Müllcontainer sollte man aber nicht extra honorieren.
Das erste Konto
Sind die Kinder in der Lage, ihr Taschengeld einzuteilen und sorgsam auszugeben, kann man im nächsten Schritt ein Jugendkonto einrichten. Neben dem Taschengeld können auch die Einkünfte aus Aushilfsjobs auf das Konto fließen. Mit der Bankkarte können Sohn oder Tochter nun selbstständig Geld abheben und erste Bezahlungen vornehmen. Da Konten für Minderjährige in der Regel keine Überziehungen zulassen, machen die Kinder schnell die Erfahrung, dass sie nur ausgeben können, was als Guthaben vorhanden ist. Die finanzielle Verantwortung können Eltern erweitern, indem sie den Jugendlichen animieren, kleinere Anschaffungen des eigenen Bedarfs aus eigener Tasche zu bezahlen. Dazu kann man zum Beispiel das Taschengeld aufstocken und verabreden, dass das Kind von nun an seine Strümpfe, Unterwäsche, T-Shirts, Schals oder Kosmetik selbst kauft. Viele Kinder nehmen dadurch zum ersten Mal bewusst wahr, was Kleidung oder Gegenstände des persönlichen Bedarfs kosten und wie viel sie sich davon überhaupt leisten können.
Führerschein auf Kredit?
Spätestens gegen Schulende reift bei den meisten Jugendlichen der Wunsch nach der Fahrerlaubnis und dem ersten fahrbaren Untersatz. Das Einkommen aus Taschengeld und Aushilfs- oder Ferienjob reicht dafür in der Regel nicht aus. Zwar werden viele Jugendliche überlegen, wie weit sie mit Sparen und zusätzlichen Jobs ihrem Wunschziel näher kommen – doch ohne Geldgeschenk von den Großeltern oder den Eltern geht es meist nicht. Eine Überlegung könnte sein, einen Teil des Geldes auf Darlehensbasis zu gewähren. Dies hat den Charme, dass sich die Jugendlichen mit dem Thema Kredit auseinandersetzen müssen. Es tauchen Fragen auf: Wie viel kostet ein Darlehen? Wie viel Kredit kann ich mir leisten? Welche Leistungen muss ich im Gegenzug erbringen, um das Geld zurückzuzahlen? Wie lange dauert die Tilgung? Bereits aus der Beschäftigung mit dem Thema können Kinder viel lernen und ihren Horizont erweitern. Wollen Eltern einen Versuch wagen und ein erstes, zinsloses Darlehen auf Probe vergeben, sollte der Kreditbetrag aber höchstens „symbolisch“ sein, um den Nachwuchs nicht zu überfordern. Der Erfolg, das Geld zurückgezahlt zu haben, ist aber für viele Jugendliche ein positives Erlebnis und stärkt nachhaltig das Selbstbewusstsein.
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