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April 2007
Festgeld: Langfristige Anlage steigert Rendite
Die landläufige Meinung, dass kürzere Anlagezeiten bei Festgeldern den Zinseszinseffekt verbessern und damit die Rendite steigern, ist nur bedingt richtig. Dies funktioniert nur, wenn die Verzinsung der Festgelder über verschiedene Laufzeiten gleich hoch ist. Steigt der Zinssatz mit der Länge des Anlagezeitraums an, schneiden kürzere Anlagezeiträume trotz Optimierung des Zinseszinseffekts schlechter ab.
Die Überlegung, die für kürzere Anlagezeiträume spricht, ist folgende: Nach dem Ende der Laufzeit erhält der Sparer die Festgeldzinsen gutgeschrieben. Die Zinsen plus das Grundkapital kann er erneut anlegen. Durch den nun höheren Kapitalstock puscht er den Zinseszinseffekt und steigert so die Gesamtausbeute. Um den Sachverhalt anschaulich zu machen, zwei Rechenbeispiele:
1. Anleger A möchte über einen Zeitraum von einem Jahr 10.000 Euro in Festgeld anlegen. Um den Zinseszinseffekt besser zu nutzen, bindet er sich zunächst nur für sechs Monate. Anschließend legt er das Grundkapital + Zinsen erneut für ein halbes Jahr an. Die Verzinsung für 6-monatiges-Festgeld beträgt 3,75 Prozent. Zinsergebnis nach dem 1. Halbjahr: 187,50 Euro. Wiederanlage des Gesamtkapitals und Zinsergebnis nach dem 2. Halbjahr: 191,01 Euro. Insgesamt hat der Sparer nach einem Jahr 378.51 Euro Zinsgewinn erwirtschaftet.
2. Anleger B legt 10.000 Euro für ein Jahr lang fest an. Er wählt die komplette Laufzeit über zwölf Monate und erhält dafür einen Zinssatz von 4 Prozent. Zinsergebnis: 400 Euro.
Fazit
Wegen des höheren Zinssatzes über die längere Laufzeit macht Anleger B das Rennen. Dies funktioniert nicht, wenn die Zinssätze, wie bei manchen Banken üblich, über verschiedene Laufzeiten gleich hoch sind. Dann erwirtschaftet tatsächlich derjenige mehr, der kürzere Anlagezeiträume wählt und das Gesamtkapital plus Zinsen kumuliert. Es gilt also, die Zinssätze für die anvisierte Laufzeit im Vorfeld zu vergleichen und seine Anlagestrategie entsprechend auszuwählen.
Weitere Vorteile
Festgelder haben - anders als Tagesgelder - einen garantierten Zinssatz. Das heißt, selbst wenn die Zinsen sinken, bleibt die Verzinsung über die gesamte Laufzeit gleich hoch. Festgeld ist risikofrei, da es keinen Wertschwankungen unterliegt. Außerdem fallen weder renditeschmälernde Ausgabeaufschläge noch Konto- oder Depotgebühren an. Selbst Bearbeitungsgebühren entstehen nicht. Dank mehrfacher Leitzinsanhebungen liegen die Renditen von Festgeldern jetzt wieder auf dem Niveau von Euro-Rentenfonds, nicht selten sogar darüber.
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