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Januar 2009
Festgeld: Auszahlung aufs Tagesgeldkonto bringt extra Zins
Bei auslaufenden Festgeldern ist zumeist vorgesehen, dass der angesparte Betrag entweder zu aktuellen Konditionen neu angelegt wird oder auf das Girokonto des Anlegers fließt. Die zweite Variante ist jedoch häufig die ungünstige Wahl, denn Girokonten sind nur gering oder gar nicht verzinst. Gewinnbringender wäre, das fällige Termingeld auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto überweisen zu lassen. Entscheidet sich der Anleger später nicht für eine Neuanlage des Geldes, erwirtschaftet das Zwischenparken als Tagesgeld einen deutlichen Zinsvorteil gegenüber der Gutschrift auf dem Girokonto.
Beispiel: Sparer A erhält 10.500 Euro aus einer Festgeldanlage zurück. Die Bank überweist das Geld auf ein unverzinstes Girokonto. Nach einem halben Jahr beschließt der Sparer, das Kapital erneut als Festgeld anzulegen. Der Zinsgewinn in den vergangenen sechs Monaten beträgt Null. Sparer B lässt das Guthaben auf ein Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von 4,5 Prozent übertragen. Zinsgewinn nach einem halben Jahr: 236,25 Euro! Positiv: Genau wie bei einem Girokonto können Sparer täglich über ihr Tagesgeldguthaben frei verfügen. Soll kurzfristig ein Teilbetrag oder das gesamte Guthaben neu investiert werden, kann dies jederzeit geschehen.
Anlagehorizont optimal abschätzen
Bei Festgeldern empfiehlt es sich die Dauer der Zinsfestschreibung genau zu bedenken. Grund: Festgeschriebene Beträge sind während der Laufzeit nicht grundlos kündbar. Dafür ist der Zinssatz in der Regel höher als bei Geldanlagen mit variabler Verfügung. Außerdem sind die Zinsen für die gesamte Laufzeit garantiert. Es gilt die Regel: Je länger das Kapital festgelegt wird, desto höher die Zinsen. Allerdings greift die Regel nicht immer. Aktuell ist die Zinserwartung auf lange Sicht niedriger als auf mittlere Sicht. Banken haben die Zinssätze ihrer Festgeldangebote entsprechend angepasst. So erhält man bei vielen Instituten für zweijährige Festgelder derzeit einen höheren Zinssatz als für vier- oder fünfjährige. Wer Geld längerfristig festschreiben möchte, sollte allerdings nicht darauf spekulieren, dass die Zinsverhältnisse zum Beispiel in zwei Jahren noch adäquat sind. Da die Zinserwartung tendenziell nach unten zeigt, empfiehlt es sich die noch hohen Zinssätze jetzt möglichst lange festzuschreiben.
Keine Kosten, moderate Steuerbelastung
Ein Vorzug vieler Banksparangebote ist die Gebührenfreiheit. Im Gegensatz zu Aktien oder Fonds entstehen bei Tagesgeldkonten, Festgeldern und Sparbriefen weder Kaufgebühren noch Depotkosten. Lediglich Kapitalertragsteuern fallen an, dies allerdings auch erst nach Abzug des Sparerpauschbetrags. Ledige können pro Jahr Zinserträge bis zur Höhe von 801 Euro und Verheiratete bis zur Höhe von 1.602 Euro steuerfrei vereinnahmen. Alle darüber liegenden Erträge belastet das Finanzamt ab 2009 mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei niedrigerem Steuersatz können zu viel gezahlte Steuern über die Steuererklärung zurückgeholt werden.
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