Forward-Darlehen: Günstige Zinsen für morgen sichern

Forward-Darlehen sind eine spezielle Form der Baufinanzierung, mit der günstige Konditionen für spätere Zeiten vorab festgeschrieben werden. Das Ganze funktioniert wie folgt: Der Darlehensnehmer vereinbart mit seiner Bank einen Kredit, den er aber erst später abruft. Die Zeitspanne bis zur Auszahlung kann mehrere Monate oder gar Jahre dauern. Als Ausgleich für den späten Abruf zahlt der Kreditnehmer einen geringen Zinsaufschlag auf die aktuellen Baugeldkonditionen. Der Aufpreis beträgt je nach Bank 0,02 bis 0,03 Prozentpunkte pro Monat, für den das Darlehen abrufbereit steht.

Zeigt die Zinskurve nach oben, machen Investoren mit dem Forward-Darlehen ein gutes Geschäft. Im günstigen Fall verteuert sich der Kredit auf eine Distanz von zwölf Monaten lediglich um ein Viertel Prozent. Dies kann auf Sicht von einem oder zwei Jahren ein wertvoller Zinsvorsprung sein, falls die Marktkonditionen in der Zwischenzeit kontinuierlich steigen. Beispiel: Angenommen ein erstrangiges Hypothekendarlehen über 100.000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung kostet derzeit effektiv 4,3 Prozent Zinsen p.a. Für ein heute abgeschlossenes Forward-Darlehen mit einem Aufschlag von 0,02 Prozentpunkten pro Monat müssten Sie in zwölf Monaten also mit 4,54 Prozent Zinsen rechnen. Gewinnt die Konjunktur weiter an Fahrt und zeigt die Zinsentwicklung konstant nach oben, ist dieser Zinssatz dann sehr günstig. Denn Baugeldzinsen von fünf Prozent und mehr könnten in einem Jahr durchaus realistisch sein. Viele Bauherren werden den Kreditnehmer dann um diese Konditionen beneiden.

Rechtzeitig Angebote bei Anschlussdarlehen einholen
Wichtig ist, dass Sie sich nicht von den immer noch günstigen Baugeldzinsen blenden lassen. Auch kleine Zinsunterschiede summieren sich nämlich über die Kreditlaufzeit zu stattlichen Beträgen. Daher bleibt auch in der aktuellen Niedrigzinsphase der Vergleich der Baugeldkonditionen unerlässlich. Die Handlungsmaxime sollte lauten: Akzeptieren Sie nicht ungeprüft das erstbeste Angebot ihrer Hausbank. Sie verschenken sonst vielleicht viel Geld, denn der Zinsunterschied zwischen einem kostengünstigen und einem teuren Darlehen beträgt nicht selten einen halben Prozentpunkt und mehr.

Problematisch
Suchen Sie einen Anschlusskredit, spielen Banken gern auf Zeit. Oft senden sie dem Darlehennehmer das Verlängerungsangebot erst vier Wochen vor Ablauf der Zinsbindungsfrist zu. Sie handeln damit zwar gesetzeskonform, doch ein Monat ist nicht viel Zeit, um eine kostengünstigere Offerte zu finden. Will der Eigentümer zu einer anderen Bank wechseln, so stehen meist (zeit)aufwändige Bonitätsprüfungen an. Die Hausbank hat es da besser, sie kennt bereits die finanziellen Verhältnisse des Kunden und spekuliert auf den Zeitfaktor.

Bitten Sie deshalb spätestens drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung ihre finanzierende Bank um ein verbindliches Verlängerungsangebot. Zeitgleich sollten Sie sich nach Alternativangeboten umschauen. Dabei ist es sinnvoll, wie bei der Erstfinanzierung, die erforderlichen Unterlagen zur Bonitätsprüfung griffbereit zu haben. Benötigt werden in der Regel Verdienstbescheinigungen, die Steuerbescheide der letzten beiden Jahre, der Kaufvertrag der Immobilie, ein aktueller Grundbuchauszug, der Nachweis über die Höhe der Restschuld und eventuell Sicherheiten.

Quelle: Redaktionsbüro Geißler

 

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