Wertpapierdepot: Abgesichert in die Ferien fahren

Wer den Urlaub unbeschwert genießen und nicht ständig Aktienkurse checken möchte, der muss keineswegs sämtliche Wertpapiere vor Abreise verkaufen. Vielmehr geht es darum, erzielte Gewinne zu realisieren oder abzusichern. Zudem sollten diejenigen Wertpapiere, die im Minus stehen, vor weiteren Verlusten geschützt werden.

Erster Schritt – Gewinne realisieren: Umsichtige Börsianer checken vor Urlaubsantritt ausführlich ihr Wertpapierdepot. Stehen Aktien, Fonds oder Zertifikate nach vier Jahren Börsenaufschwung dick im Plus, sollte man über einen Verkauf der Papiere nachdenken. Schließlich gilt: Nur realisierte Kursgewinne sind echte Gewinne! Und ob die Börsenrallye so weitergeht, ist ungewiss. Hinzu kommt, dass Kursgewinne nach einem Jahr Haltedauer noch steuerfrei sind. Ab 2009 soll sich dies ändern.

Zweiter Schritt – Kursstände sichern: Titel, die im Depot verbleiben sollen, sind für die Dauer des Urlaubs gegen Verluste zu sichern. Effektiv geht dies mittels Stopp-Loss-Orders. Dabei legt der Anleger für jeden Wert eine untere Kursgrenze fest, die nicht unterschritten werden darf. Fällt der Kurs bis zu dieser Grenze, verkauft die Bank das Papier automatisch. Für Aktien, die sehr gut gelaufen sind, sind Stopp-Kurse von zehn, maximal fünfzehn Prozent unter dem aktuellen Kurswert empfehlenswert. Bei schwankungsintensiven Wachstumsaktien oder Papieren mit weiterem Kurspotential, die man gern noch länger halten möchte, kann der Stopp großzügiger ausfallen, etwa 20 Prozent. Wertpapiere, die bereits im Minus stehen, sollten eher mit knappen Stopps von acht bis zehn Prozent unter Kurswert versehen werden – damit sich das Minus nicht noch weiter ausdehnt.

Tipp: Stopps nicht auf runde Beträge festsetzen. Erreicht ein Kurs eine glatte Zahl, kann es passieren, dass eine Vielzahl von Verkaufsaufträgen gestartet wird – das treibt den Kurs schlagartig in den Keller. Da aber zu jedem Kurs verkauft wird, der unterhalb der Stopp-Loss-Marke liegt, bietet das eingegebene Limit keinen echten Kursschutz mehr. Sinnvoll ist es, die Verkaufsmarke knapp über einem glatten Betrag zu setzen, zum Beispiel 30,12 Euro. Achtung: Stopp-Loss-Limits kosten in der Regel zwischen zwei und drei Euro. Bleiben die Verkaufsaufträge über das Monatsende hinaus stehen, wird die Gebühr meist erneut fällig.

Auf dem Laufenden bleiben
Wer sich nicht auf bestimmte Verkaufspreise festlegen möchte, der kann vom Urlaubsort aus das Börsengeschehen verfolgen. Die antiquierteste und teuerste Methode dabei sind tägliche Telefonate mit dem Bankberater. Zeitgemäßer ist der Depotcheck via Internet. Allerdings sollte man sich davor hüten, die Kurse im nächsten Internetcafé abzufragen. Bei öffentlich zugänglichen Computern sind Geheimnummern und Zugangscodes viel zu leicht zu knacken. Ausgefuchste Börsianer reisen mit eigenem Laptop in die Ferien und broken vom Hotel aus.

Wer es einfacher mag und nur ein oder zwei Kurse im Auge behalten möchte, der kann Kursstände mittels SMS abfragen. Fast alle großen Discountbroker bieten diesen Service, ebenso spezielle Internetportale, etwa www.finanztreff.de. Einfach die Wertpapierkennnummer an eine bestimmte Telefonnummer senden und schon erscheint der aktuelle Kurs auf dem Handy. Kosten: meistens 49 Cent je Abfrage. Eines sollten urlaubende Börsianer vor Abreise aber unbedingt bedenken: Um eine Order vom Urlaubsort in Auftrag geben zu können, braucht man – je nach dem über welchen Weg die Kommunikation mit der Bank geschieht – die Zugangscodes zu seinem Depot, die Geheimnummer und oft auch Transaktionsnummern. Tipp: Diese Sachen am besten im Tresorfach des Hotel verstauen.

 

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