Geldklemme im Urlaub: So bleibt man auf Reisen flüssig

So mancher Urlauber hat das schon erlebt: Der Geldautomat rückt kein Bares mehr heraus, weil das Konto überzogen ist. Oft ist der Reisende selbst gar nicht Schuld an der Misere. Häufige Ursachen sind vielmehr das Ausbleiben fest eingeplanter Zahlungseingänge oder unerwartete Abbuchungen. Auch eine Panne im Urlaub, etwa der Verlust des Reisegepäcks, kann höhere Ausgaben als geplant hervorrufen und so das Konto überstrapazieren. Was können Reisende tun, damit man nicht ohne Geld im Urlaub da steht?
 
Disporahmen ausweiten
Erste Vorsichtsmaßnahme ist, einen ausreichenden Disporahmen für das eigene Girokonto einzurichten. Häufig gewähren Banken bei Kontoeröffnung einen Standardrahmen in Höhe von 500 oder 1.000 Euro Überziehungskredit. Bei regelmäßigem Gehaltseingang und guter Bonität kann der Kontoinhaber dann nach einer bestimmten Zeit den Dispositionsrahmen auf Wunsch erweitern. Wer dies jedoch vergisst, besitzt weiterhin relativ geringen finanziellen Spielraum auf seinem Girokonto. Erfolgt unerwartet eine hohe Abbuchung, kann der Disporahmen schnell ausgereizt sein. Kontoinhaber sollten daher vor einer Auslandsreise prüfen, wie hoch der aktuelle Dispokredit ist und ihn gegebenenfalls ausweiten. Häufig ist dies bis zum dreifachen des regelmäßigen Gehaltseingangs möglich. Positiv: Mit der zum Girokonto gehörenden Maestro-Karte kann man den Dispositionsrahmen vollständig ausnutzen. Das gilt sowohl für Bezahlungen per Karte als auch für Bargeldabhebungen an Geldautomaten.

Kostengünstigen Abrufkredit nutzen
Clevere Urlauber beugen finanziellen Engpässen mit einem kostengünstigen Abrufkredit vor. Anstatt den teuren Disporahmen auszureizen, der oft zweistellige Zinssätze kostet, füllt man das Girokonto vorübergehend mit preiswertem Geld von einem Abrufkredit. Das flexible Rahmendarlehen lässt sich unabhängig vom Vorhandensein eines Girokontos auch bei Fremdbanken eröffnen. Damit entsteht quasi ein externer Disporahmen, den man rund um die Uhr beanspruchen kann. Ein Abruf- oder Rahmenkredit funktioniert ähnlich wie der Überziehungskredit des Girokontos: Nach erfolgreicher Bonitätsprüfung räumt das Geldinstitut dem Kunden eine bestimmte Kreditlinie ein, meist zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Bei Bedarf kann man den Kreditrahmen in beliebiger Höhe in Anspruch nehmen. Ganz gleich, ob man 1.000 oder 10.000 Euro benötigt – die Bank überweist das Geld auf das vereinbarte Referenzkonto, in der Regel das eigene Girokonto. Positiv: Die Bereitstellung der Kreditlinie ist kostenlos, Zinsen fallen nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag an. Die Tilgung ist flexibel wählbar. Nicht benötigte Kreditbeträge kann man nach dem Urlaub wieder zurückzahlen und so die Kreditbelastung minimieren oder auf einen Schlag stoppen. Eines sollten Urlauber aber nicht tun: sich über Gebühr verschulden. Wer sein Girokonto bis zum Anschlag überzieht und zeitgleich Geld beim Rahmenkredit borgt, der läuft Gefahr, in die Schuldenfalle zu tappen. Empfehlenswert ist vielmehr, den zinsgünstigeren Abrufkredit anstatt des teuren Dispokredits zu nutzen.

Kreditkarte als Reserve
Sowohl als Zahlungsmittel als auch zum Geldabheben auf Reisen eignen sich Kreditkarten. Sie genießen weltweit höchste Akzeptanz. Sollte das eigene Girokonto wider erwarten keine Zahlungsmittel mehr bereitstellen, so kann man mit Visa- oder Master-Card weltweit Bargeld vom eigenen Kreditkartenkonto abheben. Einkaufen und Bezahlen ist bei knapp 25 Millionen Händlern rund um den Globus möglich. Wichtig ist, auch bei der Kreditkarte den maximal zur Verfügung stehenden Kreditrahmen zu beachten! Positiv: Die Karte ist häufig gebührenfrei, ebenso alle Einkäufe innerhalb der Eurozone. Die individuell festlegbare Rückzahlungsfunktion ermöglicht das Abbuchen niedriger Teilbeträge. Viele Kreditkarten integrieren ohne Zusatzgebühren nützliche Extras, etwa Bonusprogramme bei Einkäufen oder Reisebuchungen, Versicherungsschutz auf Reisen oder Vorteile bei der Mietwagenbuchung. Hohe Sicherheit: Bei Verlust oder Diebstahl müssen Kartenbesitzer keine finanzielle Nachteile befürchten, denn Kreditkarten besitzen bei sorgfältiger Aufbewahrung einen Haftungsausschluss. Trotzdem sollte die Karte nach einem Verlust sofort gesperrt werden, die zentrale Sperrrufnummer lautet: 06150/18 18 100 35.

 

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