Credit Europe Bank Newsletter: Januar 2014

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Häufige Kontoüberziehung: So entgeht man der Dispofalle

Am Monatsende rutscht das Girokonto gern mal ins Minus. Nicht so schlimm denken viele, alsbald kommt ja neues Gehalt und gleicht das Defizit wieder aus. Doch die entstehenden Kosten sind nicht zu unterschätzen. Dispokredite zählen zu den teuersten Darlehen überhaupt. Trotz Niedrigzinsphase verlangen Banken bis zu 13 Prozent Zinsen. Wer übers Jahr gesehen mit durchschnittlich 1.000 Euro in den Miesen steht, zahlt 130 Euro an seine Bank.

Abrufdarlehen halbieren Zinskosten
Eine Alternative zur ständigen Überziehung ist der Abrufkredit. Dabei handelt es sich um ein unabhängiges Kreditkonto, das eine individuell vereinbarte Kreditlinie rund um die Uhr bereithält. Teures Überziehen des Girokontos wird damit überflüssig. Die Kreditlinie geht weit über den üblichen Disporahmen hinaus. In der Regel genehmigen Banken wie die Credit Europe Bank bis zu 25.000 Euro. Positiv: Die Bereitstellung des Geldes ist kostenlos, Zinsen fallen nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag an.

Die Tilgung des Abrufkredits ist ähnlich flexibel wie bei einem Dispokredit. Man zahlt entweder nur die anfallenden Zinsen oder eine geringe Mindesttilgung von ein bis zwei Prozent. Positiv: Höhere Rückzahlungsbeträge sind jederzeit in beliebiger Höhe erlaubt – ein Plus für alle, die unregelmäßige Zahlungseingänge haben oder baldigst einen größeren Geldeingang erwarten. Allerdings sollte man aufpassen, nicht in die Zinsfalle zu geraten. Wer seinen Dispokredit plus den Abrufkredit in Anspruch nimmt, kann in Zahlungsschwierigkeiten geraten, falls die Zinsen steigen. Da es sich in beiden Fällen um variable Kreditzinsen handelt, können diese kurzfristig nach oben gehen. Tipp: Umsichtige Kreditnehmer automatisieren die Tilgung per Dauerauftrag und überweisen jeden Monat einen festen Betrag auf das Abrufkonto – so schmelzen die Schulden kontinuierlich auf Null.

Fest planen mit Ratenkredit
Auch mit einem Ratenkredit lassen sich teure Dispozinsen verringern. „Wer auf ein preiswertes Ratendarlehen umschuldet, holt das Girokonto aus dem Minus und mindert seine Zinslast“, sagt Claudia Kurzbuch von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung. Im Gegensatz zum Abrufkredit, sind die Zinsen beim Ratenkredit unveränderlich – das macht die Schuldentilgung planbar. Wandelt man ein Kontominus von 2.000 Euro zu 13 Prozent Dispozins in einen Ratenkredit zu sieben Prozent Zinsen um, sinkt der Aufwand bei Rückzahlung innerhalb eines Jahres von 260 auf 76 Euro.

Immobilien-Anschlussfinanzierung: Welches Darlehen passt?

Wer vor Jahren eine Immobilie gekauft hat, der schlägt sich noch mit Kreditzinsen von fünf oder sechs Prozent herum. Heute gibt es Zehnjahresdarlehen bereits ab gut zwei Prozent Zinsen. Lohnt angesichts der Zinsdifferenz eine Umschuldung des Darlehens oder ist es besser, das Zinstief mittels Forward-Darlehen für später zu sichern? In welchen Fällen kann man direkt zum Anschlusskredit schreiten?

Die Antwort hängt von der Restlaufzeit des Erstdarlehens ab. Grundsätzlich gilt: Die Umschuldung einer laufenden Finanzierung zu einem Darlehen mit geringeren Zinsen lohnt nur, wenn der Kredit ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündbar ist – das ist in der Regel erst nach zehn Jahren der Fall. Möchte man trotz laufendem Vertrag umschulden, muss die Bank zustimmen und es fallen Stornogebühren mindestens in Höhe des Kreditausfalls an. Für Eigenheimbesitzer in der Regel kein gutes Geschäft.

Forward-Darlehen bis zu 60 Monate im Voraus möglich
Läuft die Finanzierung in ein paar Jahren aus, lohnt es, die aktuellen Tiefzinsen für später zu sichern. Prädestiniert dafür sind Forward-Darlehen, denn sie erlauben die Festschreibung aktueller Kreditzinsen bis zu 60 Monate im Voraus. Der Spareffekt kann beträchtlich sein: Steigen die Zinsen binnen fünf Jahren beispielsweise um 1,5 Prozentpunkte an, zahlen Kreditnehmer für ein 200.000 Euro-Darlehen rund 250 Euro mehr im Monat als heute. Binnen zehn Jahren summiert sich der Mehraufwand auf 30.000 Euro. 

Für die langfristige Sicherung der Konditionen berechnen Kreditinstitute allerdings einen Zinsaufschlag. Üblich sind Extrazinsen zwischen 0,02 und 0,04 Prozent für jeden Monat, der bis zur Auszahlung des Forward-Darlehens vergeht. Startet das Anschlussdarlehen in drei Jahren, würde bei einem Aufschlag von 0,02 Prozent demnach 0,72 Prozent Zusatzzins fällig. Ein Zehnjahresdarlehen zu 2,5 Prozent Zinsen würde also im Endeffekt 3,22 Prozent kosten. Tipp: Manche Geldhäuser erheben erst nach einer bestimmten Frist Forward-Aufschläge – üblich sind sechs Monate, einzelne Banken verzichten aber auch bis zu einem Jahr auf Extrazinsen.

Anschlussfinanzierung bei Restlaufzeit unter einem Jahr
Endet das Erstdarlehen in weniger als einem Jahr, lohnt der direkte Abschluss einer Anschlussfinanzierung. Der Folgekredit ist dann häufig ohne Zinsaufschlag möglich, denn viele Banken berechnen bis zu einem Jahr keine Bereitstellungszinsen. Wichtig ist aber in jedem Fall ein umfassender Zinsvergleich, denn die Konditionen unterscheiden sich von Bank zu Bank erheblich. Auch sollte man beim Folgekredit die Zinsen möglichst bis zur vollständigen Schuldenfreiheit festschreiben. Andernfalls wird in ein paar Jahren eine weitere Anschlussfinanzierung fällig, bei der erneut Zinsrisiken lauern.

Altersvorsorge: Neue Rentenleistungen könnten Versorgungslücke vergrößern

Mütterrente, Lebensleistungsrente, abschlagsfreie Rente mit 63 sowie die Angleichung des Ostrentenniveaus an das Westniveau – im Rentensystem stehen umfangreiche Änderungen an. Experten schätzen, dass die Verbesserungen etwa 20 Milliarden Euro pro Jahr kosten werden. Wer das bezahlen soll, ist auch schon klar: die Versicherten. Der erste Schritt ist bereits getan: die gesetzlich vorgeschriebene Senkung des Rentenbeitrags ab 2014 wurde ausgesetzt. Rentenexperten befürchten, dass als nächstes die Finanzreserve der Rentenkasse aufgebraucht, die Rentenbeiträge erhöht und zugleich das Leistungsniveau weiter abgesenkt wird.

Mit Privatvorsorge staatliche Rente ergänzen
Leidtragende dieser Entwicklung sind vor allem jüngere Beitragszahler. Bereits die Rentenreform von 2001 vermindert die gesetzlichen Rentenleistungen bis zum Jahr 2030 auf nur noch 43 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Nach den neuen Beschlüssen der Regierung droht ein weiteres Absinken des Leistungsniveaus. Bereits heute beträgt die Versorgungslücke im Durchschnitt aller deutschen Rentenversicherten und Pensionäre etwa 800 Euro im Monat. Bei Gutverdienern können es einige Hundert Euro mehr sein. Soll der gewohnte Lebensstandard im Ruhestand gehalten werden, kommt man um private Altersvorsorge kaum herum. Mehrere Wege bieten sich an:

Privatrente: Steuerfüchse verringern den Fehlbetrag mit einer privaten Rentenversicherung. Sie punktet mit lebenslanger Rentengarantie und geringen Abgaben im Alter. Beginnt die Auszahlung mit 65 Jahren, braucht man nur 18 Prozent der Rente zu versteuern, zudem bleiben gesetzlich Krankenversicherte von Kassenbeiträgen verschont. Zu Rentenbeginn besteht freie Kapitalwahl. Sicherheitsorientierte Sparer bevorzugen klassische Verträge, denn diese gewähren Mindestzinsen von 1,75 Prozent. Inklusive Überschussbeteiligung liegt die Rendite im Durchschnitt bei gut drei Prozent. Tipp: Für Familien mit Kindern empfiehlt sich die Riester-Variante, denn diese bietet hohe staatliche Zulagen. Ein Ehepaar mit zwei Kleinkindern kann bis zu 22.700 Euro an Fördermitteln kassieren.

Fondssparplan: Höhere Ertragschancen winken mit Aktienfonds. Die üblichen Wertschwankungen werden durch regelmäßige Kurszuwächse im Lauf der Jahre ausgeglichen. Laut Fondsverband BVI erzielten Sparpläne mit deutschen Fonds in den letzten 25 Jahren im Schnitt 6,3 Prozent Jahresrendite, auf Sicht von 30 Jahren sogar sieben Prozent. Mischfonds schafften im Schnitt einen Prozentpunkt weniger. Vorteile: Rabattierte Fonds verursachen nur geringe Kosten, die Beitragszahlungen sind absolut flexibel. Zuletzt sehr erfolgreich waren z.B. der Deutschlandfonds Concentra oder der Fidelity Fund German A, beide mit rund 20 Prozent Jahreszuwachs in den letzten fünf Jahren.

Ob solch hohe Renditen auch künftig erreicht werden, steht in den Sternen. Doch auch bei üblichen Durchschnittsrenditen von sechs oder sieben Prozent lohnt Fondssparen: Wenn Sie zum Beispiel monatlich 150 Euro in einen Aktienfonds mit 6,5 Prozent Langzeitrendite einzahlen, können Sie nach 25 Jahren knapp 110.000 Euro ihr eigen nennen. Mit einer privaten Rentenversicherung wären es nur etwa zwei Drittel so viel.