Credit Europe Bank Newsletter: August 2015

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Zu viele Freistellungsaufträge erteilt: Wie sollte man reagieren?

Der Gesetzgeber schützt mittels Sparerpauschbetrag jährliche Kapitalerträge von bis zu 801 Euro pro Person vor dem Zugriff des Fiskus. Darüber hinaus gehende Zinsen, Kursgewinne und Dividenden unterliegen der 25-prozentigen Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Damit die Finanzbehörden die Kapitalerträge bis 801 Euro auch wirklich nicht antasten, benötigen Bankkunden einen Freistellungsauftrag. Den Antrag stellt man bei seiner Bank oder Investmentgesellschaft. Der Freistellungsantrag legt fest, wie viel Zinsertrag oder Fondsausschüttung beim jeweiligen Kreditinstitut vor dem Fiskus geschützt werden soll.

Mehrere Bankverbindungen erfordern mehrere Anträge
Besitzt man Konten und Geldanlagen bei verschiedenen Banken und Investmenthäusern, ist es mit einem Freistellungsauftrag allein nicht getan. Der Anleger muss für jede Bank einen eigenen Antrag stellen. Das Problem dabei: Die Summe aller Freistellungsaufträge darf den Betrag von 801 Euro nicht übersteigen. Doch nach Jahren weiß man oft nicht mehr, wie viele Zinsen man bei der einen oder anderen Bank freigestellt hat. Kommt dann eine neue Geldanlage bei einem anderen Geldhaus hinzu, passiert es schnell, dass man zu viele Zinsen freistellt. Das ist jedoch nicht erlaubt. Was passiert in diesem Fall? Und wie soll man reagieren?

Freistellungsauftrag verringern?
Schnellentschlossene können einen oder mehrere Freistellungsaufträge wieder verringern. Dazu muss man der Bank lediglich einen neuen Freistellungsauftrag mit verringerter Summe zukommen lassen. Manchmal fällt es allerdings schwer zu entscheiden, welche Geldanlage voraussichtlich niedrigere Zinserträge abwerfen wird als in der Vergangenheit. Eine Möglichkeit ist, die überhöhten Freistellungsaufträge zunächst in gewohnter Höhe fortzuführen.

Der Grund hierfür ist simpel: Im Gegensatz zu früher melden Banken heute dem Bundeszentralamt für Steuern nicht mehr die Höhe der frei gestellten Zinsen, sondern den tatsächlich in Anspruch genommenen Zinsbetrag. Das bedeutet: Das Bundesamt und nachfolgend die Finanzämter haben gar keine Informationen darüber, wie viel Kapitalerträge insgesamt vom Anleger frei gestellt worden sind. Entsprechend zurückhaltend reagiert die Behörde. Der Fiskus stellt auf Verdacht keine unangenehmen Nachfragen, falls die Summe aller Freistellungsaufträge 801 Euro übersteigt.

Läuft eine Geldanlage nicht wie geplant und wirft weniger Zinsen ab, haben Sparer praktisch nichts zu befürchten. Trotz überhöhter Freistellungsaufträge bleiben sie wegen der geringeren Zinseinnahmen innerhalb des gesetzlichen Limits von 801 Euro. Die überhöht ausgestellten Freistellungsaufträge haben also keinerlei negative Auswirkungen.

Kapitalerträge zu hoch – was dann?
Überschreitet jedoch die Summe aller vereinnahmten Zinsen, Dividenden und Fondsausschüttungen den jährlichen Sparerpauschbetrag von 801 Euro, informiert das Bundeszentralamt für Steuern das zuständige Finanzamt. Dieses wird den Sparer dann auffordern, im Rahmen der Steuererklärung die Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) auszufüllen und einzureichen. In der Regel sind dann rückwirkend Steuern fällig.

Altersvorsorge: So schließen Sie ihre Rentenlücke

Knapp zwei Drittel der Bundesbürger weiß nicht, wie viel Geld ihnen im Ruhestand zur Verfügung stehen wird, so Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach. Eine Unkenntnis mit Folgen: Sind die Renteneinkünfte unbekannt, weiß man auch nicht, wie hoch die Versorgungslücke zum aktuellen Einkommen ist. Ebenso wenig kann man einschätzen, wie viel Geld man zusätzlich ansparen muss, um diese Lücke zu schließen, damit im Ruhestand keine Abstriche beim Lebensstandard drohen.

So ermitteln Sie ihre Versorgungslücke
Wie viel Geld im Alter tatsächlich fehlt, lässt sich mit Hilfe des jährlichen Informationsschreibens der Deutschen Rentenversicherung ermitteln. Versicherte entnehmen daraus ihre künftige Rentenanwartschaft, wenn im gewohnten Umfang weiterhin in die Kasse eingezahlt wird. Zudem erstellt die Rentenkasse zwei Prognoserechnungen, wie sich die spätere Rente entwickelt, wenn die Rentenleistungen jährlich um ein oder zwei Prozent steigen. Mit mehr als einprozentiger Rentensteigerung pro Jahr sollten Vorsorgeplaner realistischer Weise aber nicht rechnen. Aus der Höhe der gesetzlichen Rente, sowie aus etwaigen Betriebs- und Zusatzrenten kann man das spätere monatliche Renteneinkommen relativ gut ermitteln. Dabei sollte man allerdings auch beachten, dass die Renteninformation die Bruttorente angibt. Je nach Eintrittsjahr und Besteuerung fällt die tatsächliche Rente niedriger aus.

Versorgungslücke schließen
Vorsorgeexperten gehen davon aus, dass Ruheständler etwa 80 Prozent ihres Erwerbseinkommens als Renteneinkommen zur Verfügung haben sollten. Beträgt das aktuelle Nettoeinkommen 2.500 Euro, so sollte das spätere Rentennettoeinkommen also etwa 2.000 Euro betragen. Weist Ihre Rentenprognose ein wahrscheinliches Ruhestandsgeld von 1.700 Euro aus, so müssen Sie also 300 Euro mittels privater Altersvorsorge schließen. Damit genügend Zeit zum Aufbau von Altersvorsorgevermögen bleibt, sollte man nicht erst kurz vor Renteneintritt aktiv werden, sondern so früh wie möglich. 

Versorgungslücke mit Riester-Rente schließen
Für abhängig Beschäftigte empfehlen sich staatlich geförderte Renten, etwa die Riester-Rente oder die Rürup-Rente. Eltern mit Kindern profitieren von der Familienförderung bei der Riester-Rente. Pro Kind gibt’s seit 2008 300 Euro Kinderzulage plus 154 Euro je Vertrag. Im Lauf von 20 Jahren streicht ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Riester-Vertrag mehr als 15.000 Euro an Fördergeld ein. Damit aus dem Fördergeld plus Eigenbeitrag eines Tages 300 Euro Monatsrente werden, sollten Eltern etwa 25 bis 30 Jahre vor Renteneintritt mit dem Rentensparen starten. Bei langer Spardauer sind Riester-Fondssparpläne empfehlenswert, denn sie erzielen die besten Renditen. Manko: Riester-Renten sind im Alter voll steuerpflichtig.

Privatrente senkt Steuerlast
Steuerfüchse schließen ihre Versorgungslücke mit einer privaten Rentenversicherung. Sie punktet mit lebenslanger Rentengarantie und geringen Abgaben im Alter. Beginnt die Auszahlung mit 65 Jahren, braucht man nur 18 Prozent der Rente zu versteuern, zudem bleiben gesetzlich Krankenversicherte von Kassenbeiträgen verschont. Sicherheitsorientierte Sparer bevorzugen klassische Verträge, denn diese gewähren Mindestzinsen von 1,25 Prozent. Höhere Renditen ermöglichen Fondspolicen. Sechs Prozent sind keine Seltenheit, Zins- oder Kapitalgarantien gibt’s es bei ungeförderten Verträgen aber nicht.

 

Bußgeld bei Reisen in die EU: Autofahrer sollten auf der Hut sein

Rasen, Vorfahrt schneiden oder Telefonieren am Steuer – Verkehrsverstöße sind nicht nur in Deutschland teuer, sondern auch im Ausland. Die Bußgelder in der EU liegen oft sogar erheblich höher als hierzulande. Bislang wurden deutsche Autofahrer allerdings nur bei schweren Vergehen wirklich verfolgt. Seit Mai dieses Jahres ist das anders. Die EU-Staaten tauschen jetzt die Halterdaten bei Verkehrsverstößen untereinander aus. Bußgelder können so grenzüberschreitend leichter vollstreckt werden. 

Hohe Bußgelder im Ausland
Vorsicht bei Reisen nach Italien. Unser südlicher Nachbar ist für drakonische Strafen gegenüber Ausländern bekannt. So können Motorradfahrer bei einem Verstoß gegen die Helmpflicht für 60 Tage in Sicherungsverwahrung genommen werden. Bitter kann auch ein rauschender Partyabend enden: Wer mit über 1,5 Promille im Blut erwischt wird, der muss mit Enteignung und Zwangsversteigerung seines Fahrzeugs rechnen. Auch Rasen hat seinen Preis: Wird die zulässige Geschwindigkeit um mehr als 50 km/h überschritten, droht ein Bußgeld von mindestens 530 Euro.

Andere Staaten kennen ebenfalls kein Pardon bei Verkehrssünden. Autofahrer, die beispielsweise in Österreich mehr als 50 Kilometer pro Stunde zu schnell fahren, müssen mit über 2.000 Euro Bußgeld rechnen! Fehlt die Vignette auf der Autobahn, sind mindestens 120 Euro fällig. In Frankreich kosten 20 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung Minimum 135 Euro, in der Schweiz 170 Euro. Wer das Überholverbot missachtet, wird in Dänemark mit 270 Euro zur Kasse gebeten, in Slowenien mit mindestens 500 Euro. Handy am Ohr während der Fahrt kostet in Spanien 200 Euro, in den Niederlanden sogar 230 Euro.

Bescheide ab 70 Euro werden verfolgt
Ausländische Verkehrssünden, die inklusive der Verfahrenskosten mehr als 70 Euro Strafe verursachen, können in Deutschland vollstreckt werden. Bagatelldelikte werden nicht verfolgt. Voraussetzung ist, dass der ausländische Strafzettel ins Deutsche übersetzt ist. Mit Österreich hat Deutschland ein gesondertes Abkommen: Geldbußen aus unserem Nachbarland werden bereits ab einer Höhe von 25 Euro eingetrieben. Die deutschen Behörden setzen aber keine Fahrverbote und auch keinen Führerscheinentzug durch. 

Einspruch einlegen
Wer nach einem Auslandsaufenthalt einen Bußgeldbescheid im Briefkasten findet, der kann unter Umständen Einspruch einlegen. Allerdings sollte man dies nur tun, wenn man sich absolut unberechtigt behandelt fühlt. Andernfalls ist es besser zu zahlen, und im Nachhinein Einspruch einzulegen. Denn der Einspruch stoppt nicht das Verfahren. Das heißt, verweigert man die Zahlung ohne dazu berechtigt zu sein, kann sich die Strafe weiter erhöhen.