Credit Europe Bank Newsletter: Dezember 2015

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Neues Basiskonto ab 2016: Gesetzlicher Anspruch auf Girokonto

Ab dem neuen Jahr dürfen Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die private Girokonten offerieren, das Eröffnen eines neuen Kontos nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Der Gesetzgeber zieht damit die Konsequenzen aus der mangelhaften Umsetzung der bereits bestehenden Selbstverpflichtung der Banken zum Kontoanspruch für jedermann. Die Selbstverpflichtung sollte eigentlich eine gesetzliche Regelung verhindern. Kunden, die wegen einer Kontopfändung oder negativen Schufa-Einträgen kritisch gesehen wurden, wollten die Geldhäuser nicht mehr einfach ablehnen, sondern unter Auflagen eine Bankverbindung anbieten. Im Einzelfall hat das wohl funktioniert, in der Masse gesehen aber nicht.

Da abzusehen war, dass sich angesichts von Millionen von Flüchtlingen das Problem verschärfen würde, hat der Gesetzgeber reagiert und die Geldinstitute nun in die Pflicht genommen. Banken und Sparkassen müssen jetzt jedem Antragsteller ein Basiskonto gewähren. Schließlich werden Sozial- und Lohnersatzleistungen nicht bar ausgezahlt, sondern ausschließlich auf Girokonten überwiesen. Da es ohne Konto keine Geldleistungen gibt, ist die Unterstützung von Obdachlosen oder Flüchtlingen kaum möglich.

Wer hat Anspruch auf Girokonto?
Anspruch auf das neue Basiskonto haben alle Personen mit Aufenthaltsrecht in der EU, das heißt neben Erwerbs- und Wohnungslosen auch alle in Deutschland registrierten Flüchtlinge und Asylbewerber. Zur Eröffnung des Basiskontos benötigen Flüchtlinge ihren Pass oder ein von den Ausländerbehörden bestätigtes Schreiben, dass ihre persönlichen Daten enthält.

Wie funktioniert das Basiskonto?
Das Basiskonto funktioniert im Prinzip wie ein klassisches Girokonto: Es erlaubt Ein- und Auszahlungen, Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften. Kontoinhaber erhalten eine Girocard, mit der sie bargeldlos in Supermärkten, Restaurants oder an Tankstellen bezahlen und Cash am Bankautomaten abheben können. Im Unterschied zum herkömmlichen Girokonto kann man das Basiskonto aber nicht überziehen. Die Einräumung eines Dispokredits ist nicht vorgesehen. Kontoinhaber können ausschließlich über vorhandenes Guthaben verfügen. Die Bedenken der Geldinstitute, dass sie wegen des Basiskontos Verluste machen, sind damit unbegründet.

Steuer-Strategien zum Jahreswechsel

Der Jahresendspurt gilt nicht nur für die Weihnachtsgeschenke, sondern auch bei den Steuern. Wer richtig investiert, der kann einiges an Geld sparen. Die wichtigsten Tipps zum Jahreswechsel:

1. Lohnsteuerklasse prüfen
Bis Silvester sollten Verheiratete ihre Lohnsteuerklasse prüfen. Normalerweise werden Ehepartner in die Steuerklassen IV/IV eingestuft. Das lohnt, wenn beide annähernd gleich viel verdienen. Geht die Einkommensschere aber weit auseinander, sind die Steuerklassen III/V sinnvoller. Der Partner mit dem geringen Einkommen, sollte die Klasse V wählen, der andere die Steuerklasse III. Möglich ist auch die Kombination IV/IV mit Faktorverfahren. Dann wird das Ehegattensplitting bereits beim Lohnsteuerabzug unterm Jahr berücksichtigt. Aber Achtung: Möchten Sie Lohnersatzleistungen oder Sozialleistungen beantragen, ist es oftmals sinnvoll, genau die entgegengesetzte, unlogische Steuerklasse zu wählen. Grund: Elterngeld oder Arbeitslosengeld richten sich nach dem Nettolohn – und der ist in Steuerklasse III am höchsten. Alleinerziehenden steht die günstige Steuerklasse II zu. Ist der Partner vor kurzem ausgezogen, lohnt der Umstieg von Steuerklasse I in die II.

2. Steuerfreibeträge für 2 Jahre beantragen
Ist bereits jetzt klar, dass Sie für kommendes Jahr höhere Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen möchten, empfiehlt es sich, Freibeträge in die Steuermerkmale eintragen zu lassen. Dadurch sinkt bereits unterm Jahr die Abgabenlast. Seit Oktober 2015 gibt es hier eine Neuerung: Nunmehr dürfen Arbeitnehmer Freibeträge für zwei Jahre im Voraus bei ihrem Finanzamt beantragen.

3. Rechnungen bis Silvester begleichen?
Vor allem Freiberufler stehen vor der Frage, ob sich Ausgaben für Arbeitsmittel, Fortbildung oder andere Werbungskosten noch im alten Jahr lohnen oder besser auf 2016 geschoben werden sollen? Steuerexperten geben dazu folgende Faustregel: Ist das Einkommen 2015 höher als 2016, dann sollte man Ausgaben vorziehen. Erwartet man für 2016 steigende Einkünfte, dann sollte man Investitionen aufs neue Jahr schieben. Arbeitnehmer sollten überlegen, ob sie den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro in diesem Jahr überschreiten. Nur wer höhere Ausgaben geltend machen kann, sorgt für Steuerersparnis, da der Pauschbetrag bereits automatisch bei der Lohnsteuer berücksichtigt wird. Liegen die Werbungskosten knapp darunter, kann es lohnen, Ausgaben noch im alten Jahr zu tätigen.

Manchmal empfiehlt es sich, Ausgaben für Heilmittel oder Arzneien in einem Jahr zu bündeln. Nur so ist es oft möglich, die sogenannte zumutbare Eigenbelastung bei den Krankheitskosten zu überschreiten. Der zumutbare Eigenanteil liegt je nach Einkommen und Familienstand zwischen einem und sieben Prozent der Einkünfte. Sind in 2015 bereits signifikante Ausgaben angefallen und steht plötzlich eine teure Zahnbehandlung an, lohnt es, die Kosten möglichst noch im alten Jahr zu begleichen. 

Handwerkerleistungen kann man bis zum Gesamtbetrag von 6.000 Euro jährlich geltend machen. Ist zum Beispiel gerade die Heizung ausgefallen und muss schleunigst repariert werden, dann senkt die Begleichung der Rechnung noch im alten Jahr die fälligen Einkommenssteuern. Sowohl Mieter als auch Eigentümer erhalten 20 Prozent der Handwerkerrechnung auf ihre Steuerschuld angerechnet.

4. Ausgaben für Altersvorsorge checken
Angesichts anhaltender Minizinsen sollte man seine Vorsorgestrategie auf den Prüfstand stellen. Leistet der Banksparplan oder die private Rentenversicherung die gewünschte Alterssicherung überhaupt noch? Wenn nicht, eröffnet der Umstieg oder der Start eines Vorsorgeprodukts neue Renditechancen. Infrage kommen zum Beispiel Fondssparpläne oder fondsgebundene Rentenversicherung.

Riester-Sparer sollten die Höhe ihrer Einzahlungen prüfen. Nur wer vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens in die Riester-Rente einzahlt, erhält volle Grund- und Kinderzulagen. Fehlende Beiträge können Sie noch bis Ende 2015 nachzahlen. Das gleiche gilt für die Rürup-Rente. Anfang 2015 stieg der Steuerbonus für Einzahlungen in sogenannte Basis-Renten. Selbstständige können für dieses Jahr 80 Prozent ihrer Einzahlungen beim Finanzamt steuerlich geltend machen. Da seit diesem Jahr der abzugsfähige Maximalbetrag an den Höchstbetrag der knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt wurde, gilt nunmehr eine Obergrenze von 22.172 Euro. Überweist man diesen Betrag in seine Rürup-Rente, sind 80 Prozent davon, also bis zu 17.737,60 Euro steuerlich abzugsfähig. Bei Verheirateten sind es 35.475,20 Euro.

Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge besteht für dieses Jahr mehr Spielraum, Steuern und Sozialabgaben zu sparen. Ursache hierfür ist die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West auf 72.600 Euro. Da bei der Gehaltsumwandlung aus Bruttolohn Einzahlungen in Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze begünstigt sind, können Arbeitnehmer noch für dieses Jahr bis zu 2.904 Euro Gehalt in Betriebsrente umwandeln. Das entspricht monatlichen Einzahlungen von 242 Euro. Selbst Neuverträge sind für dieses Jahr noch voll steuerbegünstigt. Die Einzahlungen müssen aber bis Silvester erfolgen!

5. Bausparförderung sichern
Für Bausparer ist der 31. Dezember ein wichtiger Stichtag. Um die volle Wohnungsbauprämie für 2015 zu erhalten, ist eine Sonderzahlung in einen bestehenden Bausparvertrag ratsam. Die Prämie beträgt 8,8 Prozent und wird auf Einzahlungen von bis zu 512 Euro gewährt, sofern bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Bei Verträgen seit 2009 wird die Wohnungsbauprämie aber nur noch gezahlt, wenn das Bausparguthaben zu eigenen, wohnwirtschaftlichen Zwecken genutzt wird. Vermietete Objekte werden nicht mehr gefördert.

Gesetzliche Rente: Trübe Aussichten bis 2040

Der Versicherungsverband schlägt Alarm: Laut seiner Studie „Rentenperspektiven 2040“ werden die gesetzlichen Altersrenten in den kommenden Jahren zwar hoch genug steigen, um den Kaufkraftverlust durch Inflation auszugleichen. Weil aber Löhne und Gehälter schneller wachsen als die Renten, wird das Bruttorentenniveau von heute 46 Prozent auf 39 Prozent im Jahr 2040 absinken. Künftige Senioren müssen also mit einer wachsenden Versorgungslücke im Alter rechnen.

Rentenansprüche individuell betrachten
Die Experten kritisieren, dass die bislang übliche Orientierung am Eckrentner nicht mehr funktioniert. Jede Rentenperspektive müsse individuell betrachtet werden. Künftig seien für die Einschätzung der Rentenleistung vor allem der Wohnort und der einstmals ausgeübte Beruf entscheidend. Derzeit haben es Ostrentner am besten. Sie erhalten im Schnitt 1.020 Euro Rente, im Westen gibt’s hingegen nur 833 Euro. Ursache hierfür ist vor allem die hohe Beschäftigungsquote früherer DDR-Frauen. Künftig werde das Rentnerparadies aber eher in Bayern, nahe der tschechischen Grenze liegen.

Für die Leistungsfähigkeit der Rente sei weniger wichtig, wie hoch das Ruhestandsgeld ist, sondern vielmehr dessen Kaufkraft. Im teuren München ist ein Renteneuro beispielsweise 23 Prozent weniger Wert als im Bundesdurchschnitt. Im preiswerten Holzminden bekommen Rentner hingegen 16 Prozent mehr für ihr Geld. Die Versicherungsexperten errechneten, dass ein Elektroinstallateur aus dem Landkreis Hof eine um über 50 Prozent höhere Rentenkaufkraft besitzt als sein Kollege in München.
 
Interessant ist, dass die Versorgungslücke bei niedrigem Einkommen tendenziell abnimmt. Ein Beruf mit wenig Lohn führe zwar zu einer niedrigen Rente, so die Experten. Trotzdem schneide eine Verkäuferin mit zwei Kindern und 1.095 Euro Rente laut Studie in 25 Jahren besser ab als eine Teamleiterin mit zwei Kindern und einer Rente von 2.366 Euro. Grund: Die Verkäuferin erhalte lebenslang 51 Prozent ihres letzten Lohns als Rente, die Teamleiterin nur 34 Prozent.  

Ohne Privatvorsorge geht es nicht
Riester- und Rürup-Rente bieten die Möglichkeit, mit staatlicher Hilfe vorzusorgen. Vorsorgesparer erhalten Grund- und Kinderzulagen und profitieren von Steuervorteilen. Im Alter sind beide Rentenarten jedoch voll steuerpflichtig, was das die Nettorente deutlich schmälert. Soll die Abgabenlast im Alter gering bleiben, dann bieten sich zwei Varianten:

Private Rentenversicherung: Die Privatrente auf Fondsbasis ist gewinnträchtig und steuergünstig. Aktienfonds sorgen für überdurchschnittliche Renditechancen. Zwar zahlt man Abschlussgebühren, dafür fallen während der Sparphase weder Steuern noch Ausgabeaufschläge an. Im Alter sind die Auszahlungen nur begrenzt steuerpflichtig. Startet die Rente mit 65 muss man nur 18 Prozent der Rente beim Fiskus abrechnen. Wer 30 Jahre lang monatlich 200 Euro in eine Fondsrente einzahlt, der kann bei Topanbietern mit einer Monatsrente von rund 600 Euro rechnen.

Fondssparplan: Flexibler und kostengünstiger sind Sparpläne mit Fonds. Hier kann man seine Sparrate jederzeit ändern, aussetzen oder den Sparplan beenden. Deutsche Aktienfonds erzielten laut Fondsverband BVI in den letzten 30 Jahren eine Durchschnittsrendite von 6,6 Prozent, globale Aktienfonds erreichten 5,7 Prozent. Da Sparpläne keine Verrentung beinhalten, muss man das Kapital zu Rentenbeginn entweder in eine Sofortrente umwandeln oder einen eigenen Auszahlplan kreieren. Die Sofortrente hat den Vorteil einer lebenslangen Zahlgarantie, der Fondsauszahlplan bietet das nicht. Dafür ist die Zusatzrente beim Auszahlplan oft höher, weil man die eigene Lebenserwartung selbst einschätzen kann und nicht die großzügigen Sterbetafeln der Versicherer akzeptieren muss. Außerdem sind die Kosten eines Fondsauszahlplans deutlich geringer. Der Fiskus zeigt sich im Alter ebenfalls moderat und besteuert nur kleine Teile der monatlichen Auszahlungen.