Credit Europe Bank Newsletter: Februar 2015

Hier können Sie unseren Newsletter vom Februar 2015 noch einmal nachlesen, auch wenn Sie kein Abonnent unseres Services sind.
Weitere Ausgaben können Sie hier einsehen: Zurück zur Übersicht »

Erfolgreich sparen an der Börse: So begrenzt man das Risiko

Die Sparzinsen sind niedrig, da sind Alternativen gefragt. Aktien und Aktienfonds locken mit überdurchschnittlichen Gewinnen, doch das ständige auf und ab an der Börse ist nicht jedermanns Sache. Wichtig ist, dass Privatanleger bei Kurskorrekturen die Nerven behalten und sich nicht überstürzt von ihren Aktien oder Fonds trennen. Denn dadurch werden Kursverluste häufig zementiert. Bei planvollem Vorgehen sind Börsenverluste durchaus berechenbar. Zwar lassen sich die Kapitalmärkte nicht kontrollieren, das mit dem persönlichen Investment eingegangene Risiko aber durchaus.

Börsenrisiken eingrenzen
Eine zentrale Frage für ein erfolgreiches Börseninvestment lautet: Wie viel Geld kann ich risikolos an der Börse anlegen, ohne dass mein Vermögen insgesamt gefährdet ist? Vier Schritte helfen diese Frage zu beantworten:

1. Anlagekapital festlegen: Legen Sie zunächst das für das Börseninvestment insgesamt zur Verfügung stehende Kapital fest. Dieses sollte nur den Teil des Vermögens umfassen, der bei Verlust nicht existenzbedrohend ist und auf den Sie in absehbarer Zeit nicht zurückgreifen müssen.
 
2. Gesamtrisiko ermitteln: Im zweiten Schritt beziffern Sie das maximale Gesamtrisiko. Das heißt, Sie legen den Teil des Börsenkapitals fest, den Sie höchstens zu verlieren bereit sind. Das Gesamtrisiko hängt von Ihrer individuellen Risikobereitschaft und Ihren Vermögensverhältnissen ab. Dabei sollten Sie berücksichtigen, dass sich kleinere Verluste leichter ausgleichen lassen als größere. Gehen beispielsweise zehn Prozent Ihres Anlagekapitals an der Börse verloren, so ist ein Gewinn von 11,11 Prozent nötig, um den Verlust auszugleichen. Bei einem Minus von 30 Prozent benötigt man bereits einen Kursgewinn von 43 Prozent zum Verlustausgleich, bei einem Minus von 50 Prozent gar von 100 Prozent. Legen Sie also nicht zu spekulativ an, denn sonst erhöhen Sie überproportional die Verlustgefahr und können das Minus möglicherweise nicht wieder ausgleichen.

3. Einzelrisiko festlegen: Nach der Bestimmung des Gesamtrisikos legen Sie das Einzelrisiko fest. Wie viel Kapital darf ich maximal in eine Position investieren? Dazu muss man das mit der Position verbundene Risiko bestimmen. Dabei handelt es sich um den Betrag, den Sie im ungünstigsten Fall höchstens zu verlieren bereit sind. Finanz-Experten empfehlen dazu folgende Grundregel: Entspricht das eingegangene Risiko pro Börseninvestment ein Prozent vom Gesamtkapital, dann können zehn Einzelinvestments im Minus enden und der Verlust des Börsenkapitals bleibt trotzdem auf zehn Prozent beschränkt. Erhöht man das Risiko pro Position auf zwei Prozent, schrumpft das Gesamtkapital im Verlustfall bereits um 20 Prozent usw. Da es an der Börse zu längeren Verlustserien kommen kann, sollten Sie das Risiko pro Position nicht zu hoch ansetzen. Bei fünf Prozent Einzelrisiko kann schnell die Hälfte des Geldes verloren sein.

4. Zahl der Wertpapiere bestimmen: Haben Sie das Risiko pro Einzelposition bestimmt, legen Sie im nächsten Schritt die Anzahl der Wertpapiere fest, die Sie maximal kaufen können. Dazu teilen Sie das ermittelte Positionsrisiko durch die Differenz zwischen dem potentiellen Kaufkurs und dem möglichen Stoppkurs. Dabei gilt: Je größer die Differenz zwischen dem geplanten Kaufkurs und dem Stoppkurs, desto geringer die Anzahl der möglichen Wertpapiere und folglich die Höhe des Kapitaleinsatzes. Diese Strategie garantiert auch bei einem niedrigen Stoppkurs, dass das maximale Risiko pro Position nicht überschritten wird.

Ein Beispiel verdeutlicht den Mechanismus: Angenommen Sie möchten insgesamt 50.000 Euro an der Börse investieren. Zehn Prozent davon sollen maximal verloren gehen können. Das heißt, Sie beschränken das Gesamtrisiko auf 5.000 Euro. Für das Risiko pro Position setzen Sie ein Prozent des eingesetzten Gesamtkapitals an, das bedeutet eine Position darf höchstens 500 Euro verlieren. Kaufen Sie nun eine Aktie zu 80 Euro und platzieren den Stoppkurs bei 64 Euro, fiele beim Auslösen des Stopps ein Verlust von 16 Euro an. Teilt man das Risiko pro Position (500 Euro) durch das Verlustrisiko (16 Euro) darf man – abgerundet – maximal 31 Aktien erwerben. Der Verlust bliebe dadurch auf 496 Euro beschränkt (31 x 16 = 496).

Wie bezahlt man sicher im Internet? Kreditkarte, Paypal oder Giropay?

In Deutschland werden inzwischen knapp zehn Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens online abgewickelt – Tendenz steigend. Die meisten Online-Händler bieten verschiedene Zahlverfahren an: Von „klassischen“, aus dem Versandhandel bekannten Verfahren wie Vorkasse, Lastschrift oder Kauf auf Rechnung bis hin zu „internetbasierten“ Zahlmethoden wie Paypal oder Sofortüberweisung. Besonders beliebt ist nach wie vor der Kauf auf Rechnung, weil der Kunde erst die Ware erhält und später zahlt. Für Verbraucher ist das völlig risikolos. Für Online-Händler besteht jedoch die Gefahr, dass die Rechnung verzögert oder gar nicht beglichen wird. Aus diesem Grund bevorzugen viele Verkäufer Verfahren, die ihnen die Bezahlung sofort sichert, etwa Vorkasse, Sofortüberweisung oder Kreditkarte. Für alle Überweisungsarten aber gilt: Ohne sichere und einfach zu bedienende Verfahren kein erfolgreicher E-Commerce-Handel. Was sind die gängigsten Verfahren, wie funktionieren diese und wie sicher sind sie?  

Kreditkarte
Ein weitverbreitetes Zahlverfahren im Internet ist die Kreditkarte. Sie zählt als „klassische Bezahlmethode“ zu den einstufigen Verfahren, das heißt, das Geld fließt vom Kunden direkt zum Händler, der verschlüsselte Zahlungsauftrag wird sofort ausgeführt. Grundsätzlich gilt die Kreditkarte als sicheres Zahlungsmittel. Allerdings geben Verbraucher sensible Daten wie Kreditkartennummer, Sicherheitsnummer und Gültigkeitsdauer der Karte an Händler weiter. Gelangen die Daten in die falschen Hände, können Unberechtigte großen Schaden anrichten. Deshalb: Die Kreditkarte nur dann einsetzen, wenn der Händler als seriös gilt! Zur Erhöhung der Bezahlsicherheit gibt es eine zusätzliche Barriere: Mit dem „SecureCode“ von Master Card bzw. dem „Verified by Visa“ fragen Banken bei Online-Einkäufen zusätzlich ein vom Kunden frei gewähltes Passwort ab. Ein Restrisiko bleibt dennoch, denn Kreditkartendaten sind ein beliebtes Ziel von Hackerangriffen. Verbraucher können zwar unberechtigte Abbuchungen bei ihrer Kartengesellschaft reklamieren, doch das führt nicht immer zu einer Rückbuchung des Betrags.

Lastschrift
Ein Kompromiss zwischen Rechnung und Vorkasse ist die Lastschrift. Dabei erlaubt der Kunde dem Händler den Rechnungsbetrag von seinem Konto einzuziehen. Nach dem Geldeingang versendet der Händler die Ware – das geht dank SEPA-Lastschriftverfahren auch europaweit. Für Händler ist das Verfahren vermeintlich sicher, denn sie erhalten ihr Geld. Allerdings beinhaltet die Lastschrift ein Widerrufsrecht. Gefällt dem Kunden die Ware nicht, kann er die Zahlung nachträglich rückgängig machen, die Stornokosten trägt der Händler. Ein Nachteil für beide Seiten ist der langsame Bezahlvorgang, die Transaktion kann bis zu drei Werktage dauern, solange wird auch keine Ware verschickt. Aus Kundensicht ist die dauerhafte Preisgabe sensibler Kontodaten nicht ohne Risiko.

PayPal, Click&Buy und Skrill
Die eBay-Tochter PayPal betreibt das meistgenutzte, mehrstufige Online-Bezahlverfahren im Netz. Dabei fließt das Geld nicht direkt zum Empfänger, sondern über den Bezahldienst. Hohe Geschwindigkeit und einfache Handhabe sind allgemein geschätzte Vorzüge des Systems. Käufer legen ein kostenloses Kundenkonto an, ein sogenanntes E-Wallet, und hinterlegen dort ihre Konto- und/oder Kreditkartendaten. Alternativ kann man das PayPal-Konto auch mit einem Geldbetrag aufladen. Zum Bezahlen klickt der Käufer auf den PayPal-Link des Händlers, meldet sich nach der Weiterleitung mit seiner E-Mail-Adresse und dem Passwort an und bestätigt den Betrag – fertig. Der Überweisungsvorgang ist elektronisch verschlüsselt und wird entweder im Lastschriftverfahren abgewickelt oder über das Kreditkartenkonto. Ähnlich wie PayPal ermöglichen auch Click&Buy und Skrill Überweisungen per E-Mail. Kunden hinterlegen hier ebenfalls ihre Zahlungsdaten, beim Bezahlvorgang weisen sie sich dann mit ihrer E-Mail-Adresse und dem Passwort aus.

Für alle drei Verfahren gilt: Kunden können geleistete Zahlungen zwar widerrufen, da sie aber einen Zahlungsauftrag erteilt haben, kann der Händler auf der Ausführung des Auftrags bestehen. Bereits abgewickelte Zahlungen können deshalb nicht zurückgefordert werden. Ausnahme: Die Ware ist schadhaft, entspricht nicht den Erwartungen oder trifft gar nicht erst ein. Dann ersetzt der Bezahldienst den Kaufpreis und die Versandkosten. Alle drei Verfahren gelten zwar als sicher, allerdings hinterlegen Verbraucher ihre Kontodaten bei einem externen Dienstleister – ein beliebtes Ziel von Phishing- und Hackerangriffen.

Sofortüberweisung
Für die Sofortüberweisung benötigen Verbraucher einen Onlinebanking-Account. Vorteil: Anstatt die Kontodaten an eine Vielzahl von Händlern weiterzugeben oder ein E-Wallet bei einem Bezahldienst wie PayPal anzulegen, garantiert Sofortüberweisung den direkten Geldtransfer von Bank zu Händler. Dazu leitet das System die Käufer im Online-Shop zu einem bereits ausgefüllten Überweisungsformular hin. Nach der Kontrolle von Zahlungsempfänger und Überweisungsbetrag wählt der Käufer per Bankleitzahl seine Bank aus und gibt in das verschlüsselte Zahlungsformular seine Zugangsdaten für das Onlinebanking ein. Die Bank schaltet den Zugang zum Konto frei und fordert für die Bestätigung der Überweisung die Eingabe einer einmaligen TAN-Nummer. Der Händler erhält sofort eine Bestätigung der geleisteten Zahlung und kann den Auftrag gleich bearbeiten. Da es sich um eine Form der Vorkasse handelt, können Kunden die Überweisung nicht widerrufen. Bei Retouren wird das Geld aber automatisch zurückgebucht. Achtung: Käufer geben sensible Kontodaten an einen externen Dienstleister und gewähren diesem Einblick auf ihr Konto – dennoch halten Experten das System für sicher.

Giropay
Wie bei der Sofortüberweisung wird auch bei Giropay der Kaufpreis vorab online überwiesen. Dazu benötigen Käufer die PIN-Nummer ihres Onlinebanking-Accounts und eine TAN-Nummer. Das Verfahren arbeitet im Prinzip deckungsgleich wie die Sofortüberweisung, im Unterschied dazu erfolgt der Geldtransfer aber direkt auf der Website der Kundenbank – damit besitzt das Verfahren weniger Risiken. Ein Restrisiko besteht darin, dass Hacker den Kunden auf eine gefälschte Website umleiten. Das Verfahren ist schnell, der Händler wird sofort über den unwiderruflichen Zahlungsauftrag informiert und kann die Bestellung auf den Weg bringen. Nachteilig ist der eingeschränkte Verbreitungsgrad: Giropay ist ein Gemeinschaftsprojekt der Sparkassen, der Volks- und Raiffeisenbanken, der Postbank sowie einigen kleineren Kreditinstituten und nur für deren Online-Kunden nutzbar.

Was ist der Sparerpauschbetrag?

Steuern sind so alt die Menschheit. Bereits im Altertum mussten die Bauern ein Zehntel ihrer Ernte an die Lehnsherren abführen, heute sind in manchen Ländern 50 Prozent und mehr an Abgaben fällig. Auch deutsche Geldanleger können ein Lied von der Besteuerungsfreude des Staates singen. Zinsen, Kursgewinne, Dividenden und Fondsausschüttungen – sämtliche Erträge privater Geldanlagen unterliegen der Kapitalertragsteuer. Das Finanzamt erhebt die Abgabe im Rahmen der Abgeltungssteuer. Dabei fallen pauschal 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an den Staat. Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften führen die Abgeltungssteuer direkt ans Finanzamt ab.

Wie hoch ist der Sparerpauschbetrag?
Damit nicht jeder Cent mit Abgaben belegt wird, dürfen private Geldanleger einen kleinen Teil der vereinnahmten der Kapitalerträge abzugsfrei für sich behalten. Möglich macht dies der sogenannte Sparerpauschbetrag. Dieser Freibetrag wurde im Jahr 2009 im Zusammenhang mit der Abgeltungsteuer an Stelle des bis dahin geltenden Sparerfreibetrags eingeführt. Seither sind Kapitalerträge aller Art bis zur Höhe von 801 Euro je Person und Jahr von der Besteuerung ausgenommen. Für Ehepaare gilt die doppelte Freigrenze von 1.602 Euro.

Sparerpauschbetrag freistellen lassen
Banken und Versicherungen wurden vom Gesetzgeber beauftragt, die fällige Kapitalertragsteuer direkt ans Finanzamt abzuführen. Damit der steuerfreie Teil der Zinsen, also der Teil innerhalb des Sparerpauschbetrags, nicht ans Finanzamt weitergeleitet wird, können Anleger ihrer Bank einen sogenannten Freistellungsauftrag erteilen. Dieser gilt für alle Konten und Depoteinkünfte bei diesem Geldhaus und darf maximal die Höhe des Sparerpauschbetrags erreichen, also höchstens 801/1.602 Euro (Ledige/Verheiratete).

Besitzen Sie Konten und Geldanlagen bei verschiedenen Banken, müssen Sie mehrere Freistellungsaufträge erteilen und diese entsprechend der Höhe jeweils zu erwartenden Kapitalerträge aufteilen. Beispiel: Sie erwarten bei Bank A 200 Euro Guthabenzinsen, also lassen sie dort 200 Euro freistellen. Sie erwarten bei Bank B 300 Euro Dividende und bei Bank C 150 Euro an Zinsen, so erteilen Sie weitere entsprechende Freistellungsaufträge.

Tipp: Möchten Ehepartner einen gemeinschaftlichen Freistellungsauftrag erteilen, muss dieser von beiden Partnern unterschrieben werden. Bei Gemeinschaftskonten gilt: Diese können nur von verheirateten Partnern freigestellt werden. Bei getrennten Konten können Ehegatten aber auch Einzel-Freistellungsaufträge einrichten. 

Sparerpauschbetrag im Rahmen der Einkommensteuer
Nutzen Sie ihren Sparerpauschbetrag nicht in voller Höhe aus, zum Beispiel weil Sie keine Freistellungsaufträge gestellt haben oder weil Ihr zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, kann es vorkommen, dass das Kreditinstitut zu viel Kapitalertragsteuer ans Finanzamt abführt. In diesem Fall können Sie zuviel gezahlte Kapitalsteuern im Rahmen der Steuererklärung zurückholen. Legen Sie dazu Ihrer Steuererklärung die Steuerbescheinigung Ihrer Bank bei.

Nichtveranlagungsbescheinigung
Legen Sie Ihrer Bank eine Nichtveranlagungsbescheinigung vor, so behält diese keine Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge ein. Die Nichtveranlagungsbescheinigung erhalten Sie auf Antrag beim Finanzamt. Der Fiskus stellt die Bescheinigung aus, wenn Ihr Einkommen im Jahr 2015 unterhalb des steuerlichen Grundfreibetrags von 8.472 Euro liegt.