Credit Europe Bank Newsletter: März 2015

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Finanzreserve flexibel und rentabel anlegen

Viele Haushalte kennen das: Die Waschmaschine verabschiedet sich, das Autohaus empfiehlt neue Sommerreifen, der Urlaub muss angezahlt werden und nun braucht der Partner auch noch dringend Zahnersatz. Woher soll das viele Geld kommen? Einen Ausweg aus solchen Engpässen eröffnet eine Finanzreserve, über die jede Familie verfügen sollte. Mit dem Notgroschen kann man teure Dispozinsen vermeiden bzw. die Aufnahme eines Ratenkredits umgehen. Doch wie viel Geld sollte man in der Hinterhand haben und welche Geldanlage ist prädestiniert dafür?

Einkommen und Lebensstil entscheidend
Entscheidend für die Höhe der Finanzreserve sind zwei Dinge: die persönlichen Einkommensverhältnisse und – davon abhängend – der individuelle Lebensstil. Haushalte mit durchschnittlichem oder geringem Monatseinkommen sind kaum in der Lage teure Luxuskarossen zu fahren oder einen luxuriösen Lebensstil zu pflegen. Die im Haushalt befindlichen Gegenstände und Elektrogeräte entstammen nur selten der Premiumklasse. Entsprechend überschaubar fallen die Kosten für Reparatur oder Ersatz kaputter Geräte aus. Die Verbraucherzentralen empfehlen für Durchschnittshaushalte zwei Nettomonatsgehälter als Finanzreserve in der Hinterhand zuhalten.

Anders sieht die Sache aus, wenn das Einkommen überdurchschnittlich ist und die Familie über größere Vermögenswerte verfügt. Der Lebensstil ist dann entsprechend hoch, die Ausgaben ebenfalls. Im Bedarfsfall ist mit höheren Kosten zu rechnen als bei Familien mit geringem Einkommen. Für solche Haushalte empfehlen Verbraucherschützer mindestens drei Nettomonatsgehälter als Notfallreserve zurücklegen.

Familiengröße beeinflusst Rücklage
Neben dem Einkommen beeinflusst die auch Familiengröße die Höhe der Notfallreserve. Je mehr Personen im Haushalt wohnen, desto öfter können Dinge kaputt gehen bzw. desto höher ist der Finanzbedarf für Gesundheit, Urlaub etc. Familien mit mehreren Kindern sollten daher über ein ausreichendes Geldpolster verfügen. Eine Rücklage von bis zu drei Monatsgehältern wäre wünschenswert. Singles und Paare kommen mit weniger aus.  

Empfehlenswerte Geldanlage: Tagesgeld
Ein optimaler Aufbewahrungsort für die Notfallreserve sind Tagesgeldkonten. Tagesgeld ist absolut flexibel, im Bedarfsfall kann man sofort über das Geld verfügen. Außerdem kostet Tagesgeld keine Gebühren und beinhaltet keine Anlagerisiken. Ohne Kostenabzug und Börsenschwächen kann das Kapital ungestört wachsen. Die Bank überweist am Jahresende die aufgelaufenen Zinsen. Aktuell sind die Erträge zwar nicht üppig, aber sollten die Zinsen wieder steigen, erhöhen sich automatisch die Gutschriften für die variabel verzinsten Konten. Dank Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro pro Person und Jahr bleibt der Ertrag in der Regel von Steuerzahlungen befreit.

Festgeld eignet sich auch
Festgeld gewährt ebenfalls sichere Guthabenzinsen und verursacht keine Kosten.   Festgeld ist an eine bestimmte Laufzeit gebunden was höhere Zinsen als flexible Tagesgelder ermöglicht.

Familienkasse überlastet? So senken Sie hohe Kreditausgaben

Sind die monatlichen Ausgaben höher als die Einnahmen und das Girokonto bereits überzogen, hilft nur eins: Kosten senken. Fünf Tipps helfen, die Haushaltskasse wieder ins Lot zu bringen.

Darlehen mit hohen Zinsen umschulden
Haben Sie ihre neue Küche oder ihr neues Bad vor drei Jahren mit einem Ratenkredit der Hausbank finanziert? Dann kann eine Umschuldung die Kreditkosten reduzieren. Denn erstens sind die Zinsen in der Zwischenzeit deutlich gesunken und zweitens verwöhnen Hausbanken ihre Kunden nur selten mit Topzinsen. Getreu dem Motto: Stammkunden sind treu, die wechseln nur ungern zur Konkurrenz, fordert manche Filialbank noch heute mehr als sieben Prozent Kreditzins. Hier lohnt der Blick zur Konkurrenz. Onlinedarlehen kosten oft nur halb so viel wie Filialbankdarlehen. Das rechnet sich: Beträgt die Restschuld des Küchenkredits 10.000 Euro, spart ein Darlehen zu 3,5 Prozent Zinsen gegenüber einem zu sieben Prozent bei vierjähriger Laufzeit mehr als 750 Euro an Zinsen. Tipp: Viele Ratenkredite lassen sich ohne Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig zurückführen.

Kreditlaufzeit hinauszögern
Eine schnelle Sparmöglichkeit eröffnet die Verlängerung der Kreditlaufzeit. Besteht mehr Zeit das Darlehen abzustottern, kann die Monatsrate sinken. Haben Sie beispielsweise für Ihre Küche ein Vierjahresdarlehen über 18.000 Euro zu sechs Prozent Zinsen aufgenommen, so zahlen Sie monatlich 421 Euro an die Bank. Dehnen Sie die Laufzeit auf sechs Jahre aus, sinkt die Monatsrate um über hundert Euro auf 297 Euro. Die Ratensenkung hat allerdings ihren Preis: Wegen der längeren Laufzeit fallen unterm Strich mehr Zinsen an – in diesem Fall mehr als 1.000 Euro. Sie sollten Ihre Prioritäten also genau abwägen.

Kreditantrag gemeinsam stellen
Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften besitzen eine weitere Sparmöglichkeit: Sie können ihren Ratenkredit gemeinsam beantragen und dadurch zu günstigeren Zinsen kommen. Das geht so: Sind beide Partner berufstätig, verbessert das Doppeleinkommen die Kreditwürdigkeit der Antragsteller. Die höhere Bonität führt häufig zu besseren Zinsen. Auswertungen zeigen, dass Paarkredite im Durchschnitt acht Prozent günstiger sind als Ratenkredite von Einzelkunden.

Zweckgebundenen Kredit bevorzugen
Eine vierte Sparmöglichkeit ergibt sich durch zweckgebundene Spezialdarlehen. Viele Banken und Sparkassen offerieren sogenannte Auto- oder Wohnkredite. Diese Darlehen sind für den Kauf festgelegter Güter wie Autos bestimmt. Diese Güter werden dann für die Dauer der Finanzierung der Bank übereignet, im Gegenzug erhält der Kreditnehmer einen Zinsnachlass. In manchen Fällen reicht der Rabatt bis zu einem ganzen Prozentpunkt. Fragen Sie ihre Bank nach solchen Spezialdarlehen.

Sondertilgung senkt Kreditkosten
Ist es wichtiger, statt der monatlichen Belastung, die Kreditkosten insgesamt zu senken, dann sind Sondertilgungen ein geeignetes Mittel. Viele Verbraucherdarlehen erlauben Extrazahlungen, manche bis zu fünfzig Prozent der offenen Restschuld, einige sogar bis zu einhundert Prozent. Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Sondertilgungsoption nichts kostet, andernfalls geht der Zinsvorteil schnell verloren.       
 

Private Alterssicherung: Mehr Fördergeld vom Staat ab 2016

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kritisiert, dass deutsche Rentner künftig nur noch mit einem Netto-Rentenniveau von 50 Prozent gegenüber ihrem letzten Erwerbseinkommen rechnen können. Wer keine 45 Beitragsjahre erreicht, erhält sogar noch weniger. Damit steht Deutschland im Vergleich der Industrieländer ziemlich schlecht da. Die Österreicher können laut OECD mit über 90 Prozent Rentenniveau rechnen.

Um die sinkenden Ruhestandsbezüge auszugleichen, fördert der Staat den privaten Kapitalaufbau mit Zulagen und Steuervorteilen. Viele Milliarden an Fördergeldern fließen zum Beispiel in die Riester-Rente. Allerdings sind die Zuschüsse seit Jahren nicht mehr erhöht worden, weshalb die Riester-Rente langsam aber sicher an Attraktivität verliert. Besser sieht es dagegen bei der Rürup-Rente und der betrieblichen Altersvorsorge aus. Hier steigt die Förderung jedes Jahr, so auch 2016.

Rürup-Rente: Wachsende Steuervorteile
Die Basis-Rente, besser bekannt als Rürup-Rente, verwöhnt Vorsorgesparer mit hohen Steuervorteilen. Die insbesondere für Selbstständige und Freiberufler konzipierte Rente erlaubt für das Jahr 2015 bis zu 80 Prozent der Beitragszahlungen steuerlich geltend zu machen. 2016 stieg der Steuerbonus erneut an. Nunmehr erkennt das Finanzamt 82 Prozent der Einzahlungen bis zum Maximalbetrag von 22.766 Euro steuerlich an. Das bedeutet: Ledige können für 2016 bis zu 18.668 Euro an Beitragszahlungen in ihrer Steuererklärung ansetzen. Verheiratete mit zwei Rürup-Verträgen profitieren von doppelten Beträgen. Vorteil: Liegt der Steuersatz bei 40 Prozent, schwindet die Steuerschuld um 7.272 Euro bzw. 14.544 Euro. Außerdem erzielen Sie Nachlässe beim Solidaritätszuschlag.

• Steuerboni steigt weiter: Bis 2025 klettert der Steuerbonus jährlich um weitere zwei Prozent an, sodass dann dauerhaft einhundert Prozent der Vorsorgeeinzahlungen steuerliche Entlastung bringen.

Rentenzahlung voll steuerpflichtig
Rentner in spe sollten allerdings bedenken, dass auch die Steuerpflicht für Rürup-Sparer im Ruhestand bis zum Jahr 2040 Schritt für Schritt anwächst. Ab 2040 unterliegen Auszahlungen aus Rürup-Renten zu einhundert Prozent der Einkommensteuer. Dennoch erzielen Sie unterm Strich Vorteile, weil das Einkommen in der Erwerbsphase höher ist als im Rentenalter. Somit ist auch der persönliche Steuersatz in der Regel höher als in der Rentenphase.

Betriebsrente: Arbeitnehmer haben gesetzlichen Anspruch
Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Betriebsrente von seinem Arbeitgeber. Bei der betrieblichen Altersvorsorge wird ein Teil des Gehalts steuerfrei und ohne Abzug von Sozialbeiträgen für die spätere Rentenvorsorge zurückgestellt – dadurch wächst die Rente quasi brutto für netto. Das neue Jahr erhöht den Spielraum zur abzugsfreien Altersvorsorge. Grund hierfür ist die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West auf 74.400 Euro. Da bei der Gehaltsumwandlung aus Bruttolohn Einzahlungen in Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerlich begünstigt sind, können Arbeitnehmer nunmehr bis zu 2.976 Euro Gehalt abzugsfrei in Betriebsrente umwandeln. Das entspricht monatlichen Einzahlungen von 248 Euro. Dieser Wert gilt einheitlich für das gesamte Bundesgebiet.