Credit Europe Bank Newsletter: Oktober 2015

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Wie baut man erfolgreich Vermögen auf? Mit Geduld und kluger Streuung

Wie komme ich zu Vermögen – das fragen sich viele, vor allem junge Leute. Dabei sind die Grundvoraussetzungen meist sehr unterschiedlich: Das Einkommen, die persönliche Familien- und Lebenssituation, die Risikobereitschaft und auch das Sparziel differieren von Haushalt zu Haushalt. Oft werden mehrere Sparziele mit unterschiedlichen Anlagehorizonten gleichzeitig verfolgt. Die verschiedenen Wünsche und Anforderungen unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht. Nur eine ausgewogene und abgestimmte Sparstrategie hilft hier weiter. Die wichtigste Grundregel lautet: Dauerhaft und regelmäßig sparen!

Sicherheit oder Rendite?
Die goldene Geldanlage, die alle Wünsche erfüllt, gibt es nicht. Stets stehen sich Risiko, Rendite, Liquidität unversöhnlich gegenüber. Überwiegt die eine Seite, kommen die anderen zu kurz. Setzen Sie beispielsweise auf sicher verzinste Geldanlagen wie Festgeld, mangelt es in der Regel an Rendite und Flexibilität. Bevorzugen Sie hingegen chancenreiche Geldanlagen, ist das Geld zwar liquide angelegt, aber nicht besonders sicher. Machen Sie sich deshalb bewusst, welches Sparziel Sie vorrangig verfolgen wollen. Daran orientiert sich die Wahl der Geldanlagen. Verteilen Sie den Sparbetrag stets auf verschiedene Anlageklassen und Sparprodukte. Bei chancenreichen Geldanlagen heißt das, investieren Sie in verschiedene Wertpapiere und Fonds. Wichtig ist eine ausgewogene Mischung.
 
Notfallreserve anlegen
Erfolgreicher Vermögensaufbau beginnt mit einer Rücklage für finanzielle Engpässe. Die Notfallreserve vermeidet teure Dispozinsen, falls Auto und Waschmaschine gleichzeitig kaputt gehen. Die Verbraucherzentralen empfehlen zwei bis drei Nettogehälter auf einem Tagesgeldkonto zu bunkern. Tagesgeld hat den Vorteil, dass es jederzeit verfügbar ist, keine Gebühren kostet und höhere Zinsen abwirft als ein Sparbuch.
 
Sparen fürs neue Auto
Steht die Liquiditätsreserve, beginnt der Vermögensaufbau. In der Regel werden zwei Ziele gleichzeitig verfolgt: langfristiger Kapitalaufbau und mittelfristige Sparziele für größere Anschaffungen. Größere Anschaffungen können ein neues Auto, eine neue Küche oder Eigenkapital für das angestrebte Eigenheim sein. Ist schon etwas Geld vorhanden, sollte es sicher und gebührenfrei angelegt sein, etwa in Festgeld oder Sparbriefe. Möchten Sie regelmäßig Ansparen, dann am besten mit einem Banksparplan. Sparpläne mit festen Zinsen ermöglichen aktuell Renditen von über zwei Prozent. 

Langfristiger Vermögensaufbau kann chancenreich sein
Möchten Sie Kapital fürs Alter aufbauen, empfehlen sich Sparpläne mit Aktienfonds. Fonds verteilen das Risiko auf viele Aktien und mindern Wertschwankungen. Wird regelmäßig ein gleichbleibender Betrag in Fonds investiert, profitieren Sie vom sogenannten Cost-Average-Effekt. Das bedeutet: In schwachen Börsenphasen landen mehr Fondsanteile im Depot als in starken Börsenphasen, weil die Anteile billiger sind. Unterm Strich entsteht ein günstiger Durchschnittspreis. Empfehlenswert sind Sparpläne mit deutschen und internationalen Aktienfonds. Laut Fondsverband BVI erzielten sie in den vergangenen 25 Jahren Durchschnittsrenditen von 7,0 bzw. 6,5 Prozent. Setzen Sie aber nicht alles auf eine Karte, investieren Sie am besten in verschiedene, kostengünstige Indexfonds. Familien können öffentlich geförderte Vorsorgeprodukte wie die Riester-Rente nutzen. Zuschüsse und Steuervorteile begrenzen den finanziellen Eigenaufwand. Eine Familie mit zwei Kleinkindern kann im Lauf von 25 Jahren bis zu 22.700 Euro an Fördergeldern kassieren.

Eigenheim als Vermögensbasis
Die eigenen vier Wände sind ein wichtiger Aspekt bei der Vermögensbildung und -sicherung. Egal, ob selbstgenutztes Eigenheim oder eine Wohnung zur Kapitalanlage – Immobilien sind wertstabil und unterliegen nicht den Launen der Kapitalmärkte. Sie bieten angemessenen Inflationsschutz und eröffnen steten Vermögenszuwachs. Im Alter profitieren Eigennutzer von eingesparten Wohnkosten und Vermieter von Mieteinkünften und Steuervorteilen.

Immobilienkauf mit 50: Welche Tilgungsrate ist angemessen?

Das eigene zu Hause steht bei den meisten Familien ganz oben auf der Wunschliste. Das gilt nicht nur für junge Ehepaare, sondern zunehmend auch für ältere. Schließlich wird die gesetzliche Rente immer weniger und die eigene Immobilie könnte helfen, die Haushaltskasse im Alter um teure Mietzahlungen zu entlasten. Viele über 50-Jährige sind in der Lage, mit dem inzwischen recht ansehnlichen Einkommen und dem bereits angesparten Vermögen den Immobilienwunsch ohne weiteres zu verwirklichen. Die gute Bonität wirkt sich positiv auf die Baufinanzierung aus, oft erhalten Best Ager Topzinsen.

Allerdings darf nicht übersehen werden, dass Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen vor allem in Großstädten sehr teuer sind. Eine halbe Million Euro und mehr für ein Einfamilienhaus oder eine exklusive Eigentumswohnung sind heute keine Seltenheit. Aus der Portokasse sind solche Summen kaum zu bezahlen. Die meisten Immobilienkäufer kommen um eine Baufinanzierung nicht herum.

Wenige Berufsjahre zwischen zu hoher Tilgung
Das Problem: Bis Eintritt in den Ruhestand verbleiben nur wenige Berufsjahre, um das Baudarlehen zurückzuzahlen. Gelingt das nicht, muss man im Rentenalter Monat für Monat weiterhin teure Kreditraten bedienen, und das bei schmalen Renteneinkünften. Damit die Kreditschulden in kurzer Zeit schmelzen, bedarf es einer relativ hohen Tilgungsrate. In Kombination mit einer hohen Kreditsumme, kann dies selbst im aktuellen Zinstief zu einer hohen finanziellen Belastung führen. Zwei Beispiele zeigen den Finanzaufwand:

• Eigenheimerwerb mit 50: Ein Ehepaar erwirbt ein Eigenheim, das inklusive Nebenkosten insgesamt 550.000 Euro kostet. Das Paar besitzt 300.000 Euro Eigenkapital, benötigt also noch 250.000 Euro Kredit. Rentenstart ist zum 65. Lebensjahr. Damit das Baudarlehen binnen 15 Jahren komplett getilgt ist, müssten die Kreditnehmer bei zwei Prozent Kreditzins eine Anfangstilgung von 5,72 Prozent wählen. Daraus ergibt sich eine Monatsrate von 1.608 Euro.

• Eigenheimerwerb mit 55: Kaufen die Eheleute das gleiche Haus fünf Jahre später, wäre bei adäquaten Finanzierungsbedingungen sogar eine Anfangstilgung von 9,0 Prozent nötig, um den Kredit bis 65 komplett zu tilgen. Die Monatsrate klettert dadurch auf fast 2.300 Euro!

Eine solch hohe Kreditrate dürfte für viele Ehepaare das Aus für die eigenen vier Wände bedeuten. Damit es dies nicht passiert, bieten sich zwei Alternativen an: ein kleineres Haus oder eine preiswertere Eigentumswohnung. Soll die Kreditrate beispielsweise wie beim Eigenheimerwerb mit 50 nicht mehr als 1.600 Euro monatlich betragen, müsste man den Kreditbetrag entweder auf 175.000 Euro abspecken oder die Laufzeit um fünf Jahre verlängern.

Sondertilgung senkt Kreditkosten
Achten Sie bei Abschluss des Kreditvertrages auf eine möglichst hohe Sondertilgungsoption. Erwarten Sie zum Beispiel die Auszahlung einer Lebensversicherung oder Geld aus einer Erbschaft, dann kann die Sondertilgung die Zinskosten schlagartig verringern. Bei den meisten Banken sind fünf Prozent der Kreditsumme Standard, viele offerieren auch zehn Prozent. Bei einem Baukredit über 250.000 Euro könnte man so immerhin 25.000 Euro pro Jahr extra einzahlen. Dies senkt die Zinskosten und in vielen Fällen auch die Kreditlaufzeit.

Typische Denkfehler zu Berufsunfähigkeit

Ich bin jung, was soll mir da passieren?
Viele glauben, dass ihnen nichts zustößt. Doch eine Krankheit oder ein Unfall kann jederzeit passieren. Jeder neunte von Erwerbsunfähigkeit Betroffene ist jünger als 40 Jahre. Junge Arbeitnehmer sollten den Vorteil nicht in ihrer Jugend, sondern in geringen Beiträgen sehen. Eine garantierte Monatsrente von 1.500 Euro bei Berufsunfähigkeit kostet 30-Jährige bei Topanbietern weniger als 50 Euro im Monat. Wer mit erst 40 einsteigt, der muss bereits mehr als 60 Euro hinblättern.

Als Büroarbeiter bin ich auf der sicheren Seite
Stimmt nicht. Büroangestellte leiden oft an Rückenproblemen wegen ungenügender Bewegung. Folge: Monatelange Krankheit bis hin zu Erwerbsunfähigkeit. Eine zweite, noch größere Ursache für Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen durch Stress, Überforderung oder Mobbing. Schon heute geht jede dritte Berufsunfähigkeitsrente auf psychische Erkrankungen zurück – Tendenz steigend.

Ich bin gesetzlich abgesichert
Das war einmal. Alle, die ab 1961 geboren sind, erhalten keine Berufsunfähigkeitsrente mehr. Der Staat gewährt nur noch eine Erwerbsminderungsrente. Diese beträgt bestenfalls ein Drittel des letzten Bruttogehalts, meistens gibt es deutlich weniger. Westdeutsche Männer erhielten zum Beispiel 2014 bei voller Erwerbsminderung im Schnitt nur 659 Euro Monatsrente ausgezahlt, ostdeutsche Männer 603 Euro. Gleiches Bild bei Frauen, nur spiegelverkehrt: Hier bekamen ostdeutsche Frauen mit 662 Euro mehr Rente als westdeutsche Frauen mit 594 Euro. Zum Vergleich: Die deutschen Erwerbsminderungsrenten liegen mehr als 300 Euro unter der vom Statistischen Bundesamt ermittelten Armutsgrenze von 979 Euro.

Ich habe ausreichend eigenes Vermögen
Ein weit verbreiteter Denkfehler. Wird man in der Mitte des Erwerbslebens berufsunfähig, ist der Kapitalbedarf meist viel größer als das eigene Vermögen. Erleidet ein 47-Jähriger einen Unfall und wird berufsunfähig, verbraucht er bei monatlichen Ausgaben von 1.800 Euro  binnen 20 Jahren ein Vermögen von gut 430.000 Euro - wer hat das schon? Folge: Das Geld kann schneller zu Ende sein, als gedacht. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt hingegen bis zum vereinbarten Alter.

Ich bin doch Unfallversichert!
Auch dies ein Denkfehler. Nur zehn Prozent aller Berufsunfähigkeitsfälle gehen auf einen Unfall zurück. In 90 Prozent der Fälle ist eine Krankheit für die Berufsunfähigkeit verantwortlich – und da zahlt die Unfallversicherung nicht.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist viel zu teuer
Wie bereits beschrieben, profitieren junge Versicherte von sehr günstigen Tarifen. Ist die Versicherungsprämie zu hoch, bestehen weitere Sparmöglichkeiten. So kann zum Beispiel die Rentenleistung verringern oder den Vertrag in zwei Policen splitten. Eine Police kann beispielsweise bis zum 58. Lebensjahr laufen und 750 Euro Monatsrente festschreiben. Die andere läuft bis zum 67. Lebensjahr sichert weitere 750 Euro ab. Vorteil: Bis 58 ist voller Berufsunfähigkeitsschutz sichergestellt, danach reduziert sich der Schutz um die Hälfte. Die kurzlaufende Police ist deutlich günstiger als die länger laufende – das spart Beitrag. Endet die kurzlaufende Police überbrückt die zweite, teurere Police das finanzielle Loch bis zur Altersrente. Die halbierte Rentenleistung ist in diesem Alter für die meisten Versicherten verkraftbar, weil die Kinder aus dem Haus sind und das Eigenheim abgezahlt ist.  

Ich bin zu alt für eine Berufsunfähigkeitsversicherung
Für eine BU-Police ist man praktisch nie zu alt. Das Risiko, berufsunfähig zu werden, wächst mit jedem Lebensjahr. Erleiden Sie beispielsweise mit Ende Fünfzig einen Herzinfarkt und können nicht mehr arbeiten, kann dies ein teures Unterfangen werden, falls etwa der Eigenheimkredit noch nicht getilgt ist. Werden Sie berufsunfähig, erhalten Sie lediglich Erwerbsminderungsrente und müssen die Lücke bis zum Beginn der Altersrente aus eigenen finanziellen Mitteln stopfen. Und das kostet, wie oben gezeigt, sehr viel Geld.

Die Erwerbsminderungsrente wird auf die BU-Rente angerechnet
Ein weiterer Irrtum: Die Leistungen aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente werden durch den Bezug einer privaten Berufsunfähigkeitsrente nicht geschmälert. Lediglich Erwerbseinkünfte aus einem Aushilfs- oder Teilzeitjob werden angerechnet.