Credit Europe Bank Newsletter: September 2015

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Baufinanzierung mit variablem Darlehen: Was tun gegen Zinsanstiege?

Viele Kreditinstitute bieten neben klassischen Baukrediten sogenannte Kombidarlehen. Diese bestehen aus zwei Teilen: Einem Baukredit mit fester Zinsbindung und einem variabel verzinsten Darlehen. Der variable Baukredit bietet Eigenheimkäufern Vorteile: Erstens liegen die Zinssätze in der Regel unter denen mit fester Zinszusage und zweitens kann man die Kreditschuld jederzeit kostenfrei tilgen. Erwarten Sie zum Beispiel eine Erbschaft, eine Prämie oder die Auszahlung einer Lebensversicherung, dann senkt die sofortige Sondertilgung sowohl die Schuldenlast als auch die Kreditlaufzeit.

Variabler Darlehensteil orientiert sich am Zinsniveau
Die Zinsen für den variablen Darlehensteil sind jeweils für drei Monate festgeschrieben. Ändert sich während dieser Zeit das Zinsniveau, passt die Bank die Konditionen an die aktuelle Marktentwicklung an. Anschließend gelten sie wieder für drei Monate. Die Höhe der Zinsen richtet sich nach dem Drei-Monats-Euribor, einem Referenzzins, zu dem sich europäische Banken untereinander Geld leihen. Auf diesen Zins erheben die Kreditinstitute noch einen Zuschlag, praktisch ihre Gewinnspanne. Da die Zinsen in den letzten Jahren regelmäßig gesunken sind, konnten Eigentümer mit einem Kombidarlehen von zurückgehenden Kosten profitieren.

Diese Maßnahmen helfen gegen Zinsverteuerung
Allerdings kann auch die gegenteilige Bewegung der Fall sein – mit unangenehmen Folgen für die Kreditnehmer. Steigen die Zinsen, verteuert sich das variable Baudarlehen und damit die Finanzierung insgesamt. Für Haushalte mit schmalem Budget kann es dann schnell eng werden. Unter Umständen lässt sich der Baukredit nicht mehr bedienen. Drei Gegenmaßnahmen versprechen Abhilfe:

1. Cap festlegen: Vereinbaren Sie einen sogenannten Cap. Diese Zinsobergrenze muss man bereits zu Vertragsbeginn festlegen. Der variable Zinssatz kann dann maximal bis an dieses Limit steigen, weitere Zinsanstiege sind blockiert.
2. Extratilgung vornehmen: Bei Zinsanpassungen kann man das variable Darlehen in beliebiger Höhe tilgen. Gelingt es, die Schulden signifikant zu drücken, fällt die weitere Zinsentwicklung nicht mehr so sehr ins Gewicht.
3. Umschulden: Bei Zinsverteuerungen kann man den variablen Darlehensanteil in einen längerfristigen Baukredit mit Festzins umzuwandeln. Zwar kostet dies etwas höhere Zinsen, im Gegenzug bleiben Sie aber vor weiteren Zinserhöhungen und damit vor unkalkulierbaren Kostenrisiken geschützt.

Baudarlehen mit Festzins erhöht Kalkulationssicherheit
Die Bauzinsen sind derzeit extrem niedrig, weitere Zinsrückgänge kaum mehr zu erwarten. Da für die nächsten Jahre eher mit Zinsanstiegen gerechnet wird, ist es empfehlenswert, die Baufinanzierung wetterfest zu machen. Wählen Sie ein klassisches Baudarlehen mit Festzins – das sorgt für Planungs- und Kalkulationssicherheit!

Neue Regionalklassen 2016: Jeder Fünfte Autofahrer profitiert

Für Autofahrer kann es in der Kfz-Haftpflichtversicherung sowie in der Kasko-Versicherung im kommenden Jahr teurer oder preiswerter werden. Das hängt maßgeblich von der Einstufung des Fahrzeugs in eine bestimmte Regionalklasse ab. Diese Klassen werden jedes Jahr durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) neu festgelegt. Die Regionalklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanz eines Fahrzeugtyps innerhalb einer bestimmten Region wider. Sie dienen als Basis für die Berechnung der Versicherungstarife.

Die Regionalklassen für kommendes Jahr sind jetzt veröffentlicht worden. In der Gesamtschau ergibt sich, dass knapp 20 Prozent der deutschen Autofahrer künftig von einer günstigeren Regionalklasse profitieren werden, während es für 15 Prozent teurer wird. Über besonders niedrige Einstufungen dürfen sich – wie bereits in den Vorjahren – Autofahrer in Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein freuen. Deutlich über dem Durchschnitt liegen hingegen sämtliche Großstädte sowie Teile Bayerns. Die bundesweit beste Schadenbilanz in der Kfz-Haftpflichtversicherung weist der Zulassungsbezirk Prignitz in Brandenburg auf, die höchste Schadenbilanz erreichen die Millionenstädte Hamburg, Berlin und München.

Nur wenige Änderungen gibt es bei den Kasko-Tarifen. Für jeweils knapp 90 Prozent der Voll- oder Teilkasko-Versicherten bleibt alles beim Alten. Die beste Schadenbilanz in der Vollkasko-Versicherung erreicht die Wesermarsch in Niedersachsen, in der Teilkasko-Versicherung der Zulassungsbezirk Münster in Westfalen. Die höchste Schadenbilanz sowohl in der Voll- als auch in der Teilkasko-Versicherung errechnen die Statistiker des GDV für den Landkreis Ostallgäu in Bayern.

Fahrstil beeinflusst Haftpflichtversicherung
In der Kfz-Haftpflichtversicherung wird die Regionalkasse maßgeblich vom Fahrverhalten der Autofahrer beeinflusst. Die Einstufungen des GDV berücksichtigen die Anzahl der Unfallschäden in Relation zu den im Zulassungsbezirk gemeldeten Fahrzeugen sowie die durchschnittliche Schadenhöhe. Unfallschwerpunkte können beispielsweise zu einem überdurchschnittlichen Schadenaufkommen führen. In die Kaskoversicherung finden außerdem die Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelschäden sowie die Anzahl der Wildunfälle Eingang.

Die so berechneten Schadenbilanzen der einzelnen Zulassungsbezirke werden versicherungsmathematisch in einen Indexwert umgerechnet, der die jeweilige Regionalklasse bestimmt. Für die Haftpflicht gibt es zwölf, für die Teilkasko 16 und für die Vollkasko neun Klassen. Je besser die Schadenbilanz und damit die Einstufung in der Regionalkasse, desto günstiger wirkt es sich auf den Versicherungsbeitrag aus. Allerdings lässt sich über eine Veränderung bei der Regionalklasse keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages treffen. Wenn Sie wissen möchten, in welche Regionalklasse ihr Fahrzeug eingestuft ist, dann können Sie sich auf der Internetseite: www.gdv.de/regionalklassen-abfrage/ darüber informieren.

Bundesregierung beschließt weniger Steuern und mehr Sozialleistungen

Der Gesetzgeber zeigt Herz für Familien: So erhalten Eltern mehr Kindergeld und einen höheren Kinderfreibetrag, zudem steigt der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Für alle Bundesbürger gelten künftig ein höherer steuerlicher Grundfreibetrag sowie geringere Steuertarife. Das Gute: Die Verbesserungen beim Kindergeld und beim Kinderfreibetrag gelten rückwirkend ab Januar 2015, werden aber erst nach und nach umgesetzt. Auch andere Steuerentlastungen gelten teilweise ab Januar 2015, sind aber erst ab Dezember wirksam. Die Regelungen im Einzelnen:

Mehr Kindergeld und Kinderzuschlag
Familien winkt höheres Kindergeld. Der Zuschlag gleicht aber lediglich die gestiegenen Lebenshaltungskosten aus, fällt also nicht sehr hoch aus. Für 2015 erhalten Eltern rückwirkend ab Januar monatlich vier Euro je Kind mehr. Damit zahlt der Staat für das erste und zweite Kind künftig jeweils 188 Euro, für das dritte Kind 194 Euro und für jedes weitere 219 Euro. Ab 2016 steigen die Beträge um weitere zwei Euro je Kind. Bedürftige Familien mit geringem Einkommen erhalten einen Kinderzuschlag. Dieser beträgt künftig 160 Euro statt 140 Euro. Im Gegensatz zum Kindergeld verbessert sich der Kinderzuschlag allerdings nicht rückwirkend, sondern erst ab 1. Juli 2016.

Kinderfreibetrag steigt
Eltern mit hohem Einkommen profitieren zusätzlich vom Kinderfreibetrag. Dieser wird wirksam, wenn die Steuerentlastung durch den Freibetrag höher ist als das bezogene Kindergeld. In 2015 genießen Familien einen um 144 Euro gestiegenen Kinderfreibetrag. Damit steigt der Kinderfreibetrag einschließlich des Freibetrags für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung von bislang 7.008 Euro auf 7.152 Euro. Im Jahr 2016 erhöht sich der Kinderfreibetrag um weitere 96 Euro, auf 7.248 Euro. Bei getrennt lebenden Eltern wird jeweils der halbe Kinderfreibetrag angesetzt.

Höherer Grundfreibetrag
Der steuerliche Grundfreibetrag ist der Teil des Einkommens, der nicht besteuert werden darf, da er der Sicherung des Existenzminimums dient. Der Grundfreibetrag wurde ebenfalls angehoben. Er steigt rückwirkend zum 1. Januar 2015. Die Arbeitgeber werden den höheren Freibetrag aber erst beim Lohnsteuerjahresausgleich in der Dezemberabrechnung berücksichtigen. Dieses Jahr erhöht sich der Grundfreibetrag um 118 Euro auf 8.472 Euro, ab 2016 klettert der er um weitere 180 Euro auf dann 8.652 Euro. Zusammenveranlagte Ehepartner genießen somit in 2015 einen Steuerfreibetrag von 16.944 Euro und ab 2016 von 17.304 Euro.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Deutlich verbessert wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende Mütter und Väter. Künftig richtet sich die Höhe des Entlastungsbetrags nach der Zahl der im Haushalt lebenden Kinder. Rückwirkend ab Januar 2015 steigt der bisherige Freibetrag von 1.308 Euro um 600 Euro auf 1.908 Euro. Für jedes weitere zum Haushalt gehörende Kind erhöht er sich um 240 Euro. Die Berücksichtigung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende erfolgt wie bisher über die Steuerklasse II. Unterhaltspflichtigen winkt ebenfalls steuerliche Entlastung. Der maximal mögliche Abzugsbetrag steigt parallel zum Grundfreibetrag um 118 Euro (2015) und um 180 Euro (2016). Das bedeutet, für 2015 können Unterhaltspflichtige bis zu 8.472 Euro steuerlich geltend machen, ab kommendem Jahr bis zu 8.652 Euro.

Geringerer Steuerabzug
Ab 2016 werden die geltenden Einkommensteuertarife neu berechnet. Hierzu wird der Einkommensteuertarif um 1,48 Prozent „nach rechts“ verschoben. Folge: Steigende Steuersätze des progressiven Steuertarifs greifen dadurch erst bei etwas höherem Einkommen, was sich positiv auf das Nettoeinkommen auswirkt. Mit der Verschiebung des Steuertarifs sollen die in den Jahren 2014 und 2015 entstandenen Mehrbelastungen durch die kalte Progression ausglichen werden.