Credit Europe Bank Newsletter: April 2016

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Renditevergleich auf Zehnjahressicht

Deutsche Sparer bunkern knapp zwei Drittel ihres Privatvermögens auf verzinsten Sparkonten. Mit weitem Abstand führt dabei das Sparbuch die Beliebtheitsskala an. Knapp die Hälfte der Bundesbürger hat sein Geld auf Sparbüchern angelegt, wie eine aktuelle Umfrage ergab. Sicher, das Sparbuch bietet in unruhigen Sparzeiten einige handfeste Vorteile: So ist das Kapital sicher angelegt, weil Sparbücher hohen Einlagenschutz gewährleisten, zudem unterliegt das Ersparte nicht den Launen der Kapitalmärkte.

Auf der anderen Seite sind die Renditen im Zuge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank immer weiter gesunken. Manche Banken bieten nur noch 0,1 Prozent Zinsen aufs Sparbuch. Bei so niedrigen Gutschriften lauern Inflationsverluste. Die Auswertung einer deutschen Direktbank zeigt den Vermögensverlust: Wenn Sie zu Beginn des Jahres 2006 10.000 Euro auf ein klassisches Sparbuch eingezahlt haben, so mussten Sie bis Ende 2015 einen realen Kaufkraftverlust von 814 Euro hinnehmen – ein Minus von über acht Prozent. Grund: Die Inflation war in neun von zehn Jahren höher als der Durchschnittzins der ausgewerteten Sparbücher.

Tagesgeld gleicht Inflation mehr als aus
Mit Tagesgeld hätte es keinen Inflationsverlust gegeben. Durchschnittlich verzinste Tagesgeldkonten ermöglichen einen Inflationsausgleich, gut verzinste Tagesgelder erzielen sogar reale Vermögensgewinne. Wichtig ist, dass sich der Zinssatz dauerhaft über der Inflationsrate bewegt. Da sich die Inflationsrate seit längerer Zeit um den Nullpunkt bewegt, ist das mit vielen Tagesgeldkonten gut möglich.

Positiv: Da Tagesgeld keine Gebühren kostet, kann das Ersparte ohne Abzüge wachsen. Die Online-Kontoführung erlaubt schnellen Zugriff auf das Vermögen – und das rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche.

Deutsche Aktien: Chancenreich aber schwankend
Am gewinnbringendsten in der letzten Dekade waren Deutsche Aktien. Wenn Sie Anfang 2006 10.000 Euro in den DAX investiert hätten, konnten Sie Ende 2015 selbst unter Berücksichtigung der Inflation 17.064 Euro Ihr eigen nennen. Und das trotz Finanz- und Eurokrise. Allerdings sind die Renditen von Aktien nicht sicher. Die Aktienkurse schwanken mit der Börse und bergen ein deutlich höheres Risikopotential als Tagesgeld oder Sparbücher. Auf Jahressicht liegt der deutsche Leitindex DAX zum Beispiel mehr als zehn Prozent im Minus. Aktien haben aber auch ihre guten Seiten: Erstens gleichen die immer wiederkehrenden Kursgewinne langfristig die Wertverluste mehr als aus. So verzeichnet der DAX auf Fünfjahressicht ein Plus von 44 Prozent, auf Zehnjahressicht liegt er rund 70 Prozent im Plus. Zweitens schütten viele Aktien jährlich Dividende aus.

Tipp: Erfolgreiche Aktienfonds versprechen hohe Gewinne. Während zum Beispiel der DAX eine Zehnjahresrendite von etwa 5,5 Prozent vorweist, verzeichnet der auf deutsche Aktien spezialisierte Fidelity Fund German A eine Zehnjahresperformance von gut sechs Prozent.

Vermögen breit streuen
Die Analyse zeigt, dass das vermeintlich sichere Sparbuch in den letzten Jahren real ein Verlustbringer war. Mit Tagesgeld und Aktien waren deutlich höhere Vermögensgewinne möglich. Die heftigen Börsenturbulenzen der vergangenen Monate zeigen allerdings, dass Sie bei einer Aktien- oder Fondsanlage gute Nerven brauchen. Investieren Sie daher immer langfristig an der Börse und streuen Sie ihr Vermögen auf mehrere Fonds bzw. Aktien. Leben Sie aber nie Ihr gesamtes Geld in Wertpapiere an, sondern investieren Sie einen guten Teil in sichere, gut verzinste Sparformen wie Tagesgeld oder Festgeld. 

 

Private Rentenversicherung: Tücken bei Policen mit Zertifikaten

Private Rentenversicherungen auf Zertifikatbasis sind ins Fadenkreuz der Verbraucherschützer geraten. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg moniert einerseits, dass diese Policen mit spekulativen Wertpapieren wie Zertifikaten und Indexpapieren vor allem auf eine gute Börsenentwicklung hoffen. Gut, das tun viele Vorsorgeprodukte, deswegen sind die Policen an sich noch kein schlechtes Produkt. Die Verbraucherschützer kritisieren aber weiter, dass der Ertrag einer zertifikatgebundenen Rentenversicherung von der Wertsteigerung eines Zertifikats bei einer Bank abhängt. „Das Geld der Anleger fließt nicht in den sogenannten Deckungsstock der Versicherung, sondern wird einer bestimmten Bank geliehen“, warnt Nils Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale in Stuttgart. Das Problem: Sollte die Bank in finanzielle Schwierigkeiten geraten, drohen dem Sparer herbe Verluste, im schlimmsten Fall sogar Totalverlust.

Ist meine Rentenversicherung betroffen?
Wer unsicher ist, ob seine Police zu den riskanten Produkten zählt, der sollte prüfen, ob die Rentenversicherung zertifikatgebunden ist. Dazu braucht man keinen Experten, dies kann man selbst tun. Informationen dazu halten der Versicherungsvertrag oder die ausgehändigten Produktinformationen bereit. Sind keine Angaben zu finden, kann man den „Musterbrief Zertifikatepolice“ auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg herunterladen und an seine Versicherungsgesellschaft schicken. Das Schreiben fordert den Anbieter auf, zu erklären, um was für eine Rentenversicherung es sich handelt.

Da die Auswahl an Zertifikatpolicen inzwischen riesig ist, ist es wichtig, sich Klarheit über den Vertragsstatus zu verschaffen. Auch wenn sich das Zertifikat und damit die Rentenversicherung bislang wertmäßig gut entwickelt haben, sollte man vorsichtig sein. Das Ausfallrisiko der Police hängt nämlich nicht von der Wertentwicklung des Zertifikats ab, auch nicht, wenn es sich um ein Indexzertifikat handelt. Entscheidend ist vielmehr der Zustand der Bank. Geht es der Bank schlecht und droht Konkurs, besitzen Versicherte kaum Entschädigungschancen, kritisiert Nauhauser.

Anders sieht die Sache aus, wenn die Versicherungsbeiträge im Deckungsstock der Gesellschaft landen. Dann fällt die Pleite einer einzelnen Bank weniger ins Gewicht, weil der Deckungsstock meist eine Vielzahl solcher Bankpapiere enthält.

Soll man eine Rentenversicherung auf Zertifikatbasis kündigen?
Das lässt sich nicht generell sagen. Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel ob die Rentenversicherung mit einem Garantiezins oder einer Kapitalgarantie ausgestattet ist oder nicht, wie viel Geld sich aktuell im Vertrag befindet und wie lange die Police noch läuft. Sind Sie sich unsicher, wie sie sich verhalten sollen, empfiehlt sich eine Beratung in einer Verbraucherzentrale. Möchten Sie den Vertrag kündigen und lehnt dies die Versicherung ab, können Sie sich an den Versicherungsombudsmann des Versicherungsverbandes wenden.

Welche Rentenversicherung ist sicher?
Die eigene Altersvorsorge sollte möglichst risikofrei sein. Das heißt aber nicht, dass Sie auf niedrig verzinste klassische Rentenversicherungen setzen müssen. Renditechancen plus Sicherheit bietet zum Beispiel eine fondsgebundene Riester-Rente. Das gilt insbesondere für Familien mit Kindern, denn diese profitieren von hohen Zulagen. Ein Elternteil mit zwei Kleinkindern kann bis zu 754 Euro pro Jahr an staatlicher Förderung einstreichen, binnen 20 Jahren summiert sich die Fördersumme auf mehr als 15.000 Euro. Positiv: Bei Riester-Renten sind sämtliche Einzahlungen, also Eigenbeitrag plus staatliche Zulagen, zu Rentenbeginn garantiert. Lediglich die über die Jahre erzielte Wertentwicklung der Fonds unterliegt keiner Garantie. Ein möglicher Totalverlust, wie er bei einer zertifikatgebundenen Rentenversicherung möglich ist, ist mit einer Riester-Police ausgeschlossen.

 

    
 

Neubau des Eigenheims: So sichert man seine Gewährleistungsansprüche

Die meisten Bauunternehmen und Handwerker bemühen sich, qualitativ gute Arbeit abzuliefern. Die gute Absicht schützt aber nicht vor unbeabsichtigten Fehlern oder Materialschwächen. Laut Bauherren-Schutzbund weisen neugebaute Häuser im Schnitt um die 30 Mängel auf. Das Problem: Viele Mängel sind für Laien nur schwer ersichtlich. Vor der Fertigstellung des Gebäudes steht deshalb die Endabnahme. Jetzt gilt es, alle Baumängel zu erkennen und zu dokumentieren, andernfalls kann es teuer werden.

Endabnahme mit Profi
Bauexperten empfehlen die Endabnahme des Eigenheims gemeinsam mit einem Fachmann durchzuführen. Speziell dafür geschult sind Sachverständige von TÜV und Dekra, aber auch freie Architekten oder Bauingenieure. Wer nicht alles auf die Endabnahme konzentrieren will, der kann bereits während der Bauphase immer wieder Kontrollen durchführen, Mängel beanstanden und Fehler dokumentieren. So lassen sich auch Unregelmäßigkeiten entdecken, die durch spätere Folgearbeiten vielleicht verdeckt würden.

Jeden Mangel anzeigen
Stellen Sie oder der Bauexperte Mängel fest, so gilt es, diese beim Bauunternehmer anzuzeigen. Der Bauunternehmer trägt die Beweislast. Kommt es zum Streitfall, muss er darlegen, dass seine Mitarbeiter fehlerfrei und vertragsgemäß gearbeitet haben. Ist das nicht möglich, muss die Baufirma den Mangel selbst beseitigen oder ihn aus eigener Tasche reparieren lassen. Wichtig ist, dass Sie als Bauherr bei der Endabnahme kleinlich und detailversessen sind. Schließlich müssen Sie die Dinge, die bei der Begehung übersehen werden, im Endeffekt selbst nachbessern oder auf eigene Kosten nachbessern lassen.

Kann man die Endabnahme verweigern?
Ja, bei größeren Schäden oder Mängeln können Sie die Abnahme verweigern. Bestehen Sie zunächst auf der Behebung der Fehler, bevor Sie Ihre Unterschrift unter das Abnahmeprotokoll setzen. Fixieren Sie die Beanstandungen schriftlich und übermitteln Sie diese mit einer Fristsetzung an den Bauunternehmer. Stellt sich die Baufirma auf die Hinterbeine und verweigert die Reparatur, können Sie als Druckmittel offene Rechnungen zurückhalten. Das Zurückhalten des Geldes ist auch unter juristischen Aspekten sinnvoll, denn die vollständige Bezahlung der Baufirma werten Gerichte häufig als rechtsverbindliche Abnahme des Gebäudes. Bei kleineren Mängeln und Reparaturen besteht allerdings kein Recht, die Endabnahme zu verweigern. Hier sollte man mit der Baufirma die Ausbesserung der Fehler vereinbaren und dann die restlichen Forderungen begleichen.

Wann beginnt die Gewährleistungsfrist?
Die Gewährleistungsfrist beginnt, sobald das Gebäude abgenommen ist. Während dieser Zeit muss die Baufirma alle bereits festgestellten oder noch eintretenden Missstände beheben. Je nach Vertragsart kann die Gewährleistungsfrist vier oder fünf Jahre umfassen. Entscheidend dafür ist, welche gesetzliche Regelung der Vertragsform zugrunde liegt: Verträge, die nach Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) abgeschlossen wurden, haben eine regelmäßige Verjährungsfrist von fünf Jahren. Bei Verträgen nach VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) beträgt die Frist vier Jahre. Danach können Sie als Bauherr nur noch in Ausnahmenfällen Gewährleistungsansprüche durchsetzen. Ein Fall wäre zum Beispiel, wenn Sie der Baufirma arglistige Täuschung nachweisen.