Credit Europe Bank Newsletter: Dezember 2016

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Computergesteuerte Anlageberatung: Roboter übernehmen die Depotregie

Sogenannte Robo-Advisors sind der neueste Schrei in der Anlageberatung. Bei den Roboter-Beratern handelt es sich um Computerprogramme, die nach festgelegten Algorithmen Anlageentscheidungen treffen. In der Regel verfolgen die Computerprogramme einen passiven Investmentansatz. Zur Risikominderung und aus Kostengründen werden meist preiswerte Indexfonds, sogenannte ETFs, empfohlen. In Deutschland gibt es inzwischen rund 40 Robo-Advisors. Viele Start-ups arbeiten mit großen Banken zusammen, wo die Kunden dann ihre Depots führen. Aber auch die Banken selbst setzen immer häufiger eigene Roboter-Berater ein.

So funktioniert die Roboter-Beratung
Das Prozedere ist einfach: Der Kunde legt zunächst seinen Anlagebetrag fest. Viele Robo-Advisors arbeiten bereits ab kleinen Anlagesummen von 100 Euro, manche verlangen aber auch 10.000 Euro. Anschließend füllt man auf der Online-Plattform einen Fragebogen aus. Hier stehen besonders die Risikoneigung, das eigene Alter, der Zielrendite und die finanziellen Verhältnisse im Mittelpunkt. Aus den Angaben ermittelt der Computer das Anlageprofil des Kunden und schlägt passende Investmentprodukte vor. Neben Aktien und Aktienfonds werden auch andere Assetklassen wie Anleihen und Rohstoffe berücksichtigt.

Entsprechend der Risikoneigung des Anlegers schlagen Robo-Advisors Portfolios mit geringem, mittlerem oder hohem Risiko vor. Die verfolgte Anlagestrategie setzt dann entweder stark auf Rentenpapiere, auf Aktien oder auf eine ausgewogene Wertpapiermischung. Ist man mit dem Anlagevorschlag einverstanden, kann man das vorgeschlagene Portfolio per Mausklick kaufen. Die Wertentwicklung des Depots wird regelmäßig überprüft und dabei die festgelegte Wertpapierstruktur mit dem sogenannten Rebalancing wieder neu justiert. Ganz ausgeklügelte Algorithmen berücksichtigen dabei sogar die jeweilige Marktsituation und passen die Depotzusammensetzung flexibel an.
   
Geringe Kosten
Ein Pluspunkt der Programme ist ihre transparente und günstige Kostenstruktur. Während sich die Verwaltungsgebühren bei aktiv gemanagten Aktienfonds auf bis zu drei Prozent pro Jahr belaufen, liegen die Kosten bei der automatisierten Geldanlage meist unter einem Prozent pro Jahr. Außerdem gibt es keine versteckten Gebühren, keine Ausgabeaufschläge oder Provisionen.

Mehr Rendite durch Roboter?
Die Renditeversprechen der Roboter-Berater bewegen sich zwischen vier und sechs Prozent pro Jahr. Damit liegen sie im Bereich üblicher Renditeprognosen klassischer Vermögensverwaltungen, wie sie viele Banken und Investmentgesellschaften ihren Kunden geben. Zwar sind Prognosen kein verlässlicher Indikator für zukünftige Gewinne. Allerdings liefern die Statistiken genügend Beispiele, dass passive Indexfonds in den vergangenen Jahren häufig besser abschnitten als aktiv gemanagte Fonds. Der Hauptgrund liegt darin, dass computergesteuerte Indexfonds ihre Anlageentscheidungen emotionslos, rein aus der Faktenlage tätigen, während Fondsmanager oft von Emotionen geleitet sind. 

 

Anwaltskosten: Was kostet ein Rechtsstreit?

Die Kosten für einen Rechtsanwalt sind in der Gebührenordnung geregelt. Lediglich bei der Erstberatung können sich Unterschiede ergeben. Im Erstgespräch erläutern Betroffene ihren Fall, der Anwalt gibt eine erste Einschätzung über Erfolgsaussichten ab und erläutert das weitere Vorgehen. Die zeitliche Dauer des Erstgesprächs ist nicht festgelegt. Die Honorarvereinbarung ist frei. Bis zu 200 Euro plus Umsatzsteuer sind möglich. Es empfiehlt sich, bereits bei der Terminvereinbarung nach den Kosten zu fragen. Soll ein Gutachten zur Einschätzung der rechtlichen Lage angefertigt werden, müssen Kläger mit bis zu 250 Euro plus Umsatzsteuer rechnen.

Streitwert entscheidet über Honorarhöhe
Nimmt sich der Anwalt nach dem Erstgespräch der Sache an, gilt ab jetzt eine feste Gebührenordnung. Die Höhe der Anwaltskosten richtet sich nach dem Streitwert, um den es geht. Gemeint ist hier der materielle Wert der Sache, um die verhandelt wird. Geht es beispielsweise um eine Rechnung, ist der dort genannte Betrag der Streitwert. Bei einem Streitwert von 1.000 Euro fallen beispielsweise 80 Euro Anwaltsgebühr an, bei 5.000 Euro sind es aktuell 393 Euro und bei 10.000 Euro 558 Euro. Die Kosten fallen allerdings nicht generell an, sondern sie werden vom jeweiligen Verlierer des Rechtsstreits bezahlt. Kommt es zum Vergleich, werden die Kosten anteilig auf die Parteien verteilt. Ein Sonderfall sind Arbeitsrechtsstreitigkeiten, hier werden die Kosten hälftig aufgeteilt.

Gerichtsstreit erhöht Kosten
Gehen Sie und Ihr Anwalt vor Gericht, fallen zusätzlich Gerichtskosten und gegebenenfalls Sachverständigenkosten sowie Ausgaben für die geladenen Zeugen an. Das kann teuer werden. Der Prozesskostenrechner des Deutschen Anwaltsvereins weist beispielsweise bei einem Streitwert von 5.000 Euro für die erste Instanz Gesamtkosten von 2.288 Euro aus. Damit ist praktisch die Hälfte des Geldes weg. Beträgt der Streitwert 10.000 Euro, summieren sich die Kosten auf knapp 4.100 Euro.

Beratungshilfeschein und Prozesskostenhilfe
Ist ein Anwalt zu teuer, gibt es zwei Alternativen: Erstens können Sie preiswerte Beratungsangebote oder Hilfeeinrichtungen zu Rate ziehen, wie sie zum Beispiel die Verbraucherzentralen oder die Arbeiterwohlfahrt anbieten. Zweitens besteht beim zuständigen Amtsgericht die Möglichkeit eines Beratungshilfescheins. Kläger zahlen dann nur zehn Euro für die Beratung durch den Rechtsanwalt. Dieser darf allerdings nur außergerichtlich tätig werden, ein Gerichtsverfahren ist nicht abgedeckt. Einen Anspruch auf den Beratungshilfeschein haben Sozialhilfeempfänger, Arbeitslosengeld II-Bezieher und Flüchtlinge, die Gelder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Ebenso zählen Geringverdiener dazu, die nachweisen können, dass sie kein Budget für einen Anwalt haben.

Kommt es zu einem Gerichtsprozess, gibt es die Möglichkeit der Prozesskostenhilfe. Dabei werden die Kosten für das Verfahren zunächst aus der Staatskasse getragen, der betreuende Anwalt beantragt die Prozesskostenhilfe für seinen Mandanten. Allerdings kommt die Prozesskostenhilfe nur in Frage, wenn der Fall Aussicht auf Erfolg hat. Und auch dann werden nicht alle Kosten übernommen, beispielweise nicht die Anwaltskosten der gegnerischen Seite, falls Sie den Prozess verlieren.

Riester-Förderung: Jahreswechsel erfordert Beitragsprüfung

Riester-Sparer profitieren von staatlicher Förderung. Die jährliche Grundzulage von 154 Euro und die Kinderzulagen von je 300 Euro summieren sich mit der Zeit auf viele Tausend Euro. So kann eine Familie mit zwei Kleinkindern beispielsweise bis zu 908 Euro an Riestergeldern jährlich vereinnahmen. Binnen 20 Jahren addiert sich der Förderbetrag auf über 18.000 Euro.

Um in den Genuss der vollen Riester-Zulagen zu kommen, müssen Sie allerdings einen festgelegten Eigenbeitrag leisten. Dieser beträgt vier Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres. Riester-Sparer ohne eigenes Einkommen müssen mindestens 60 Euro jährlich in ihren Vertrag einzahlen. Das Problem: Erreichen die Einzahlungen inklusive der erhaltenen Zulagen keine vier Prozent, kürzt die Zulagenstelle die Fördergelder. Damit das nicht passiert, sollten Sie ihre Beiträge regelmäßig prüfen.

Gehaltserhöhung oder Familienzuwachs?
Ein guter Zeitpunkt zur Prüfung des Riesterbeitrags ist der Jahreswechsel. Hier finden sich meist ein paar Minuten, um abzuchecken, ob sich das eigene Einkommen geändert oder die persönlichen Lebensverhältnisse gewandelt haben. Ist zum Beispiel im zurückliegenden Jahr Ihr Gehalt gestiegen oder gab es Familienzuwachs, so hat dies Auswirkungen auf den Eigenbeitrag. Das gleiche gilt bei Arbeitslosigkeit oder Scheidung, denn auch dann ändern sich die Einkommensverhältnisse.

Betrug die Gehaltssteigerung in 2016 zum Beispiel drei Prozent, so müssen Sie auch ihren Riester-Beitrag um drei Prozent anheben. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall, zum Beispiel bei der Geburt eines Kindes. Sorgt die Mutter mit einem Riester-Vertrag fürs Alter vor, kann sie nach der Geburt den fälligen Riester-Beitrag um die jährliche Kinderzulage von 300 Euro senken. Grund: Die staatlichen Zulagen fließen in den vierprozentigen Beitragsanteil mit ein. Der gegenteilige Fall tritt ein, wenn das Kind seine Erstausbildung beendet hat und das Kindergeld ausläuft. Sind die Eltern nicht mehr kindergeldberechtigt, entfällt auch die Riester-Kinderzulage. Sie müssen dann ihre eigene Sparrate wieder entsprechend anheben.    

Meldung an den Anbieter
Normalerweise garantiert ein Dauerzulagenantrag, dass Sie jedes Jahr Riester-Zulagen erhalten. Ändern sich jedoch die persönlichen Verhältnisse, müssen Sie dies dem Anbieter mitteilen. Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften verschicken am Jahresende Informationen über die Wertentwicklung der Riester-Rente. Hierbei wird auch nachgefragt, ob sich die persönlichen Eckdaten geändert haben. Mit dieser Meldung können Sie Einkommensänderungen problemlos anzeigen. Mit den neuen Daten berechnen die Vorsorgeinstitute dann die künftige Prämie.