Credit Europe Bank Newsletter: Februar 2016

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Gemeinschaftskonto: Welche Vorteile, welche Stolperfallen?

Gemeinsame Kasse oder getrennte Konten? Viele Paare stellen sich vor der Gründung des gemeinsamen Hausstandes diese Frage. Auf den ersten Blick spricht vieles für die Gemeinschaftskasse. Zusammenwohnende Paare erleichtern sich den Alltag, wenn die Ausgaben für Haushalt und Lebenshaltung aus einem Topf fließen. Warum die Kosten für Strom, Wasser und Heizung erst umständlich durch zwei Teilen, wenn man sie auch von einem Konto abbuchen lassen kann? Fünf von sechs Paaren sehen das so und nutzen ein Gemeinschaftskonto.

Vor der kompletten Zusammenlegung aller Finanzen schrecken viele Paare jedoch zurück. Und so besitzen laut einer Forsa-Umfrage ein Drittel aller Eheleute sowohl ein eigenes als auch ein gemeinsames Girokonto. Bei jungen Paaren unter 35 Jahren fährt sogar fast jeder Zweite zweigleisig. Bei Gemeinschaftskonten kommt es nicht darauf an, ob man verheiratet ist oder nicht – ein gemeinsames Konto können Ehepaare, wilde Ehen, eingetragene Lebenspartnerschaften und sogar ganze Personengruppen eröffnen.

Zwei Varianten: Und-Konto und Oder-Konto
Gemeinschaftskonto ist aber nicht gleich Gemeinschaftskonto. Paare bzw. Personengruppen haben die Möglichkeit das Konto als sogenanntes Und-Konto oder als Oder-Konto zu führen. Auswirkungen hat das vor allem auf die Verfügbarkeit und die gegenseitige Haftung.

Unterschiede bei Verfügung:
• Oder-Konto: Bei dieser Kontovariante kann jeder Kontoinhaber eigenständig agieren und Finanztransaktionen durchführen oder Daueraufträge einrichten. Das gilt auch im Falle des Ablebens eines Kontoinhabers. Die anderen Kontoinhaber bleiben unabhängig voneinander verfügungsberechtigt. Lediglich der Auflösung des Gemeinschaftskontos und der Erteilung von Kontovollmachten an Dritte müssen alle Partner zustimmen.
• Und-Konto: Hier können Paare Transaktionen und andere Bankgeschäfte nur in gegenseitigem Einvernehmen durchführen. Das heißt, möchte ein Kontoinhaber eine Überweisung tätigen, müssen alle Verfügungsberechtigten der Transaktion zustimmen. Bei Ableben eines Kontoinhabers treten die Erben an die Stelle des verstorbenen Kontoinhabers und führen in der Folge weiterhin gemeinsam mit allen anderen Verfügungsberechtigten Regie über das Gemeinschaftskonto.

Unterschiede bei Haftung:
• Oder-Konto:  Eine Unterscheidung zwischen beiden Kontovarianten ist die gemeinsame Schuldenhaftung. Wird das Oder-Konto von einem oder mehreren Partnern bis zum Anschlag überzogen, müssen auch die anderen Partner für die Miesen gerade stehen. Möchte beispielsweise ein Gläubiger das Konto pfänden lassen, so genügt ihm ein Pfändungsbeschluss gegen einen Kontoinhaber und das gesamte Guthaben wird eingezogen.
• Und-Konto: Bei einem Pfändungsbeschluss gegen einen Mitinhaber eines Und-Kontos können die nicht betroffenen Kontoinhaber von der Haftung ausgenommen werden. Die schuldenfreien Kontoinhaber müssen in diesem Fall den Nachweis einer Bruchteilsgemeinschaft führen. Gelingt dies, wird nicht automatisch das gesamte Vermögen vom Konto gepfändet, sondern nur der Teil, gegen den ein Pfändungsbeschluss vorliegt. 

Einzahlung aufs Oder-Konto kann Steuer verursachen
Gut überlegen sollte man auch, wenn ein Partner einen großen Geldbetrag erhält, zum Beispiel aus einer Lebensversicherung oder einem Erbe, und diesen auf das Gemeinschaftskonto einzahlen möchte. Beim Oder-Konto geht das Finanzamt davon aus, das über das Geld alle Kontoinhaber zu gleichen Teilen verfügen. Damit können auch diejenigen, die nichts eingezahlt haben, plötzlich ein Vermögen besitzen. Sind die Beträge hoch, kann Schenkungssteuer anfallen. Bei Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnerschaften dürfte dies eher selten der Fall sein, denn offizielle Partner genießen untereinander einen Steuerfreibetrag von 500.000 Euro. Geschwister und nicht verheiratete Kontoinhaber sollten jedoch auf der Hut sein. Denn für sie gilt nur ein Freibetrag von 20.000 Euro. Im schlimmsten Fall lauert Schenkungssteuer von bis zu 43 Prozent!

 

 

Baukredit vorzeitig kündigen: Achtung Kostenfalle

Baudarlehen sind eigentlich nicht vorzeitig rückzahlbar. Es bestehen jedoch zwei Ausnahmen: Erstens, wenn das Darlehen bereits länger als zehn Jahre läuft und zweitens, wenn das Haus außerplanmäßig verkauft werden muss, etwa bei Tod des Eigentümers.

Das Problem: Für den Fall der vorzeitigen Kreditablösung dürfen Banken eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Die Entschädigung soll die entgangenen Zinsen ersetzen. Je nach Restschuld kann die Vorfälligkeitsentschädigung viele Tausend Euro umfassen. Für Eigentümer ist die Kreditkündigung daher oft ein Verlustgeschäft. Die Verbraucherzentralen wollten sich mit der gängigen Praxis nicht abfinden und klagten vor dem Bundesgerichtshof (BGH) – mit Erfolg. Die Richter stellten sich hinter die Verbraucherschützer und bemängelten, dass die Kreditinstitute die Möglichkeit von Sondertilgungen bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung außen vor ließen. Dies sei aber rechtswidrig. Der BGH forderte deshalb, dass bei der Ermittlung der Stornogebühr die Sondertilgungsoption kostenmindernd zu berücksichtigen sei (Az. XI ZR 388/14).

Kreditverträge prüfen lassen
Die Verbraucherzentralen empfehlen Kreditnehmern mit bereits gekündigten Darlehensverträgen die Papiere von einem Fachanwalt oder einem Kreditexperten der Verbraucherzentralen begutachten zu lassen. Die Fachleute können feststellen, ob der Kreditvertrag eine unberechtigte Klausel enthält und ob Sie dadurch eine zu hohe Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank gezahlt haben. Was dies der Fall, so sollten Sie Nachforderungen an das Kreditinstitut stellen. Schreiben Sie der Bank und setzen Sie eine Frist, damit das Institut gegebenenfalls in Verzug gerät und Sie weitere rechtliche Schritte einleiten können.

Alternative: Baudarlehen mit Kündigungsrecht
Vor Abschluss eines Baudarlehens, sollten Immobilienkäufer überlegen, ob nicht ein Kredit mit Stornorecht sinnvoll ist. Einige Banken bieten Baukredite an, die eine vorzeitige Tilgung zulassen. Mit einem solchen Kredit können Sie bereits nach kurzer Laufzeit aus dem Vertrag aussteigen und das geliehene Geld zurückzahlen. In der Regel wird dafür keine Entschädigung fällig. Zum Nulltarif sind solche Kreditverträge aber nicht zu haben. Die Kreditinstitute lassen sich die Stornooption mit einem Zinsaufschlag vergüten. Häufig schlagen sie 0,2 oder 0,3 Prozent auf die aktuell gültigen Zinskonditionen drauf. Bei hoher Kreditsumme und langer Laufzeit können dadurch mehrere tausend Euro zusammen kommen. Überlegen Sie deshalb genau, ob sich der Mehraufwand lohnt.

Wann rechnet sich der Stornoaufschlag?
Trotz Zinsaufschlag kann sich ein Baukredit mit vorzeitigem Kündigungsrecht lohnen. Vorteile erzielen Sie zum Beispiel dann, wenn
• Sie in absehbarer Zeit Geld aus einer Erbschaft, einer Lebensversicherung oder dem Verkauf einer anderen Immobilie erwarten. Mit diesem Geld können Sie den offenen Darlehensbetrag tilgen und sind dann schuldenfrei.
• Ihr Baukredit hohe Hypothekenzinsen fordert und Sie in der Zukunft mit sinkenden Bauzinsen rechnen. Dann hilft die Kündigungsoption, das teure Darlehen vorzeitig abzulösen und zu einer günstigeren Baufinanzierung zu wechseln.

 

Versicherungen für Kinder: Wann endet der Familienschutz?

Bevor die Kinder das elterliche Haus verlassen und einen eigenen Hausstand gründen, werden sie meistens volljährig. Dies ist auch der Zeitpunkt, an dem der Schutzumfang vieler Familienversicherungen endet. Obwohl die jungen Erwachsenen noch zu Hause wohnen, müssen sich nun selbst versichern. Vier Policen sind dabei besonders wichtig.

Krankenversicherung: Entscheidend ist die Art der Ausbildung
Die beitragsfreie Mitversicherung im Rahmen der gesetzlichen Krankenkasse endet, sobald das Kind eine Berufsausbildung beginnt. Azubis sind dann über ihren Arbeitgeber pflichtversichert. Die Wahl der Krankenkasse steht dem Auszubildenden frei. Es empfiehlt sich, den Leistungskatalog und die Zusatzangebote der Krankenkassen gut zu vergleichen. Viele Kassen werben mit erweiterten Leistungen um junge Leute, etwa mit der Kostenübernahme für Reiseimpfungen oder Prämien für eine gesunde Lebensweise.

Für Studenten gilt eine andere Altersgrenze: Hier endet die Familienversicherung nicht mit Studienstart, sondern erst mit Erreichen des 25. Lebensjahres. Hat der Student Wehrdienst oder Wehrersatzdienst geleistet, verschiebt sich die Altersgrenze entsprechend nach hinten. Die Krankenkassen halten für Universitätsschüler spezielle Studententarife bereit. Der Beitrag für die gesetzliche Kranken- und Pflegekasse schwankt zwischen und 75 und 80 Euro im Monat. Die studentische Krankenversicherung endet spätestens mit dem 30. Lebensjahr bzw. dem 14. Fachsemester.

Private Haftpflichtversicherung: Pflichtpolice für jedermann
Die Privathaftpflicht der Eltern schützt Kinder bis zum Abschluss der ersten Ausbildung. Das gilt unabhängig davon, ob der Nachwuchs studiert oder eine Berufsausbildung absolviert. Auch der Wohnort der Kinder ist unerheblich. Ist der Lehrling oder Student auswärts untergebracht, greift der Haftpflichtschutz der Eltern trotzdem. Wichtig: Das Kind muss ledig sein! Sobald die Tochter oder der Sohn heiratet, erlischt der elterliche Versicherungsschutz. Das junge Ehepaar muss sich selbst versichern. Das gleiche gilt, wenn das Studium bereits die zweite Ausbildung ist. Viele Versicherungsgesellschaften sind allerdings großzügig und sehen das Masterstudium nicht als Zweitstudium an. Dadurch genießt der Sprössling weiterhin Haftpflichtschutz im Rahmen der Familienhaftpflicht.

Hausratversicherung: Eine Frage des Lebensmittelpunkts
Ob volljährige Kinder eine eigene Hausratversicherung brauchen, hängt einerseits vom Wert des persönlichen Hab und Guts ab und andererseits vom Wohnort des Kindes. Allgemein gilt: Solange der Nachwuchs bei den Eltern gemeldet ist und höchstens zeitweise auswärts wohnt, greift die Hausratversicherung der Eltern. Dies ist zum Beispiel für Bewohner von WG’s oder Studentenzimmern in Wohnheimen der Fall. Der Familienschutz greift auch, wenn Studenten eine eigene Wohnung haben, ihr Erstwohnsitz aber noch bei den Eltern gemeldet ist. Der Schutzumfang umfasst etwa zehn Prozent der Familienpolice bzw. maximal 10.000 Euro.

Berufsunfähigkeit: Wichtig für junge Erwachsene
Der Schutz gegen Berufsunfähigkeit kann enorm wichtig sein – gerade für junge Leute. Der Staat zahlt nur noch eine Minirente, wenn man seinen Beruf wegen Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr ausüben kann. Familienschutz im Rahmen der Berufsunfähigkeitspolice von Mama oder Papa gibt es nicht. Jeder junge Erwachsene muss sich selbst versichern. In jungen Jahren besteht ein großer Vorteil: Die Gesundheitsprüfung ist meist problemlos und die Versicherungsbeiträge sind vergleichsweise gering. Eine garantierte Monatsrente von 1.500 Euro erhalten unter 30-Jährige schon für weniger als 50 Euro im Monat. Wichtig ist, dass der Vertrag keine „abstrakte Verweisung“ beinhaltet. Dann kann der Versicherer den Versicherungsnehmer im Falle einer Berufsunfähigkeit nicht auf einen anderen Beruf oder eine andere zumutbare Tätigkeit verweisen. Kombiverträge von Berufsunfähigkeit und Risiko-Lebensversicherung lohnen für Berufsanfänger kaum, da sie noch keine Familie haben, die für den Todesfall finanziell abgesichert sein muss.