Credit Europe Bank Newsletter: Januar 2016

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Freistellungsauftrag prüfen und neu justieren

Der Jahresanfang bietet traditionell Gelegenheit, seine Geldanlagen unter die Lupe zu nehmen. Sind die Investments noch zeitgemäß, passen sie zur jeweiligen Marktlage? Damit die Rendite nicht in den Keller rutscht, sollten Sie unrentable Geldanlagen, die kaum noch Zinsen abwerfen, aussortieren. Legen Sie Ihr Erspartes besser in gut verzinstes Festgeld an. Bei höherer Risikobereitschaft sind Fonds erste Wahl. Das gilt besonders bei mehrjährigem Sparhorizont. Mit deutschen Aktienfonds sind langfristig bis zu acht Prozent Rendite drin.

Freistellungsauftrag nicht vergessen
Beim Anlagecheck ist es wichtig, die Freistellungsaufträge nicht zu vergessen, denn diese schützen Ihre Zins- und Dividendengewinne vor dem unmittelbaren Zugriff des Fiskus. Ohne Freistellungsauftrag führen Banken und Sparkassen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an den Fiskus ab. Erwarten Sie für 2016 bei einer Bank geringere Zinsgutschriften als im letzten Jahr oder haben Sie kürzlich neue Fonds gekauft, dann dürften sich die Kapitalerträge im neuen Jahr deutlich verschieben. Prüfen Sie deshalb die einzelnen Freistellungsaufträge bei jeder Bank oder Fondsgesellschaft und richten sie diese an Hand Ihrer Ertragsschätzung neu aus.

So viel Zinsen und Dividenden dürfen Sie freistellen
Singles können mittels Freistellungsauftrag jährlich 801 Euro an Kapitalerträgen vor dem Zugriff des Finanzamts schützen. Ehegatten genießen den doppelten Freibetrag von 1.602 Euro. Bedenken Sie, dass ein Freistellungsauftrag für jeweils alle Konten und Depots bei einer Bank gilt. Haben Sie Tagesgeld, Festgeld oder Fondsdepots bei mehreren Geldhäusern, müssen Sie den maximalen möglichen Freibetrag auf die verschiedenen Institute aufteilen. Die Gesamthöhe von 801/1.602 Euro sollten Sie aber nicht überschreiten, sonst vermutet das Finanzamt Gestaltungsmissbrauch.

So rechnen Sie richtig: Machen Sie einen groben Überschlag, wie viel Zinsen oder Dividenden Sie pro Bank erwarten dürfen. Ziehen Sie realisierte Kursgewinne, Dividendenzahlungen und Zinsen zu 100 Prozent in Ihre Rechnung ein. Das frühere Halbeinkünfteverfahren für Kapitalerträge aus Börsenpapieren gilt heute nicht mehr. Erwarten Sie beispielsweise bei einer Bank 200 Euro Zinsen, bei einer anderen Bank 350 Euro und bei Ihrer Fondsgesellschaft 250 Euro aus Fondsausschüttungen, so verteilen Sie die Freistellungsaufträge entsprechend.

So viel Geld können Sie steuerfrei anlegen
Wie viel Geld Sie anlegen können, ohne dass Abgeltungssteuer fällig wird, zeigen Berechnungen des Bundesverbandes deutscher Banken. Danach bleibt bei einem Zinssatz von zwei Prozent ein Anlagebetrag bis zu 40.050 Euro für Ledige und 80.100 Euro für Ehepaare steuerfrei. Bei drei Prozent Zinsen verringert sich der Sparbetrag auf 26.700 bzw. 53.400 Euro. Liegen die Anlagesummen höher, hilft auch der Freistellungsauftrag nur bedingt. Die über den Sparerpauschbetrag hinaus gehenden Kapitalerträge müssen Sie in dann jedem Fall mit dem Finanzamt teilen.

Steueridentifikationsnummer angeben
Alle Freistellungsaufträge benötigen jetzt Ihre Steueridentifikationsnummer. Die aus elf Ziffern bestehende, persönliche Steuernummer wird allen in Deutschland gemeldeten Bürgern vom Bundeszentralamt für Steuern zugeteilt. Die Nummer ist lebenslang gültig. Bankkunden finden sie zum Beispiel in ihrem letzten Steuerbescheid.

 

Neues Bezahlverfahren fürs Internet: Was bringt Paydirekt für Bankkunden und Verbraucher?

Um problemlos im Netz einkaufen zu können, muss das Bezahlen fehlerfrei und sicher funktionieren. Viele der bestehenden Verfahren haben aber Tücken oder Sicherheitsmängeln. Beispiel Kreditkarte: Zahlen Sie mit dem Plastikgeld, gelangen Händler oder Hotels an sensible Kundendaten wie Kreditkartennummer, Sicherheitsnummer und Gültigkeitsdauer der Karte. Mit diesen Daten können sie unberechtigte Abbuchungen vornehmen. Kritik gibt es auch am weit verbreiteten Online-Bezahlsysteme Paypal. Hier fließt das überwiesene Geld nicht direkt zum Empfänger, sondern nimmt einen Umweg über den Bezahldienst. Dort sind Kontodaten oder Kreditkartendaten hinterlegt. Eine geleistete Zahlung dürfen Sie als Käufer zwar widerrufen, da Sie aber einen Zahlungsauftrag erteilt haben, kann der Händler auf der Ausführung des Auftrags bestehen. Bereits abgewickelte Zahlungstransfers können Sie dann nicht mehr rückgängig machen. Ein zweiter Kritikpunkt ist die Datensammelwut von Paypal. Der Bezahldienst erstellt damit Kundenprofile und verkauft die Daten an Dritte weiter.

Paydirekt überweist direkt vom Konto zum Händler
Um Risiken für Online-Shopper zu minimieren, haben Banken und Sparkassen das Bezahlsystem Paydirekt eingeführt. Der entscheidende Vorteil: Paydirekt ist unmittelbar an das eigene Girokonto angebunden. Jede Online-Buchung und jeder Online-Einkauf wird ohne den Umweg über fremde Zahlungsdienstleister direkt vom Girokonto des Verbrauchers beglichen. Die persönlichen Kontodaten sind nur für die Hausbank einsichtig. Dadurch erhalten Fremdfirmen keine Informationen über Kontodaten und erhalten auch keinen Einblick den Kontostand oder sonstige Verbindlichkeiten des Verbrauchers. Die Transaktionsdaten sind vom Bankgeheimnis geschützt.

Um Paydirekt zu nutzen, muss man sich vor dem Einkauf bei seiner Hausbank anmelden. Beim Internetshopping loggt man sich dann über sein Paydirekt-Konto bei seiner Bank ein und überweist den Kaufbetrag vom eigenen Girokonto direkt auf das Händlerkonto. Positiv: Im Gegensatz zu vielen etablierten Bezahlverfahren entstehen Käufern bei Paydirekt keine Zusatzkosten.

Weitere Pluspunkte für Paydirekt
Das neue Bezahlverfahren sammelt keine Shoppingdaten von den Verbrauchern und erstellt auch keine Kundenprofile. Der Datenverkauf an fremde Handelsunternehmen oder Marketingfirmen ist ausgeschlossen. Außerdem hilft Paydirekt, wenn der Verkäufer zum Beispiel die bezahlte Ware nicht liefert. In diesem Fall erkundigt sich der eigene Reklamationsservice beim Händler, wo die Ware bleibt. Kann der Verkäufer den Versand der Bestellung nicht nachweisen, erhalten Kunden ihr Geld zurück.

Schwachstellen des neuen Bezahldienstes
Anders als bei Paypal können sich Verbraucher für Paydirekt nur dann freischalten lassen, wenn ihre Bank das System unterstützt. Das machen aber leider nicht alle Geldhäuser. Außerdem müssen Sie Online-Banking nutzen. Wer Überweisungen ausschließlich in der Bankfiliale vornimmt, hat zu Paydirekt keinen Zugang. Eine weitere Schwachstelle ist, dass die Zahl der teilnehmenden Händler noch überschaubar ist. Das liegt zum einen daran, dass Händler die Gebühren für die Teilnahme am Bezahldienst mit jeder Bank einzeln aushandeln müssen. Das kostet Zeit und Geld. Außerdem ist Paydirekt nur in Deutschland aktiv. Unternehmen im Ausland haben zu Paydirekt keinen Zutritt, das mindert die Zahl der teilnehmenden Händler.

 

 

2016 - Neue Regeln für Autofahrer

Alle zwei Jahre müssen Autos zum TÜV, Neuwagen haben drei Jahre Zeit. Weil die Hauptuntersuchung Geld kostet oder weil Autofahrer einen negativen Bescheid befürchten, schieben viele gern den Termin für die Hauptuntersuchung zeitlich hinaus. Doch das wird in Zukunft teurer. Wenn Sie mehr als zwei Monate überziehen, müssen Sie künftig zur erweiterten TÜV-Prüfung und die kostet 20 Prozent mehr als der normale TÜV. Außerdem droht Bußgeld und ein Punkt in der Verkehrssünder-Datei in Flensburg: 25 Euro werden fällig, wenn Sie die Hauptuntersuchung mehr als vier Monate hinauszögern; 60 Euro sind zu zahlen, wenn Sie acht Monate verzögern. Außerdem bekommen Sie einen Punkt in Flensburg. Verursachen Sie ohne gültige TÜV-Plakette einen Verkehrsunfall, müssen Sie den Schaden in vielen Fällen aus eigener Tasche regulieren.

Steuervorteil für Elektroautos eingeschränkt
Die zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge ist ausgelaufen. Seit 1. Januar 2016 erhalten Käufer von E-Autos nur noch eine fünfjährige Steuerbefreiung. Das gleiche gilt für Autos mit Brennstoffzellenantrieb. Nach dem Ende der steuerfreien Phase genießen neu gekaufte E-Autos dann einen Steuervorteil von 50 Prozent, Hybridfahrzeuge sind von der Regelung ausgenommen.

Alkohol am Steuer – Bayern verschärft Regelung
Bisher galt in Bayern die Grenze von 1,6 Promille. Wer diese überschritt und mit Alkohol am Steuer erwischt wurde, der musste zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Seit Januar ist diese Grenze entfallen. Jetzt gilt: Wird der Führerschein wegen Trunkenheit entzogen, muss man unweigerlich zur MPU – das kann schon bei geringeren Promillewerten der Fall sein.

Neue Motorräder brauchen ABS
Seit Jahresbeginn müssen alle neu entwickelten Motorräder über ABS verfügen. Die Vorschrift gilt für alle Bikes mit Hubraum über 125 Kubikzentimetern. Alte Motorräder müssen aber nicht nachgerüstet werden. Ab kommendem Jahr gilt die ABS-Pflicht dann für alle neu zugelassenen Bikes.

Erste-Hilfe-Kurs Pflicht
Eigentlich haben es Fahrschüler ja schon immer getan, jetzt aber ist es Pflicht. Fahrschüler müssen seit 2016 einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren, um die Fahrerlaubnis zu erhalten. Die Zahl der vorgesehen Übungsstunden wird deshalb um zwei erhöht.

Dieselfilter sollen weiter gefördert werden
Noch ist es nicht amtlich, aber das Bundesumweltministerium möchte die Nachrüstung von Dieselpartikelfiltern weiter fördern. Ein neues Förderprogramm ist dafür nicht vorgesehen. Vielmehr sollen die nicht in Anspruch genommenen Fördergelder bis zum Jahr 2015 noch dieses Jahr ausgeschöpft werden.