Credit Europe Bank Newsletter: Mai 2016

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Bargeld auf Auslandsreisen: Vorsicht beim Abheben mit Girocard

Urlaubsausgaben wie Flüge und Hotels buchen und bezahlen die meisten Deutschen von zu Hause aus. Anders beim Bargeld. Hier sind Bankautomaten im Gastland erste Wahl. Dass beim Geldziehen Gebühren entstehen können, damit rechnen viele Urlauber. Wie hoch diese sind, weiß jedoch kaum jemand.
  
Abheben im Euroraum
Wer innerhalb der Europäischen Union reist, der hat es einfach. Er kann mit der von seiner Hausbank ausgegebenen Girocard an allen Automaten in der Eurozone Bargeld ziehen. Das ist einfach und bequem. Doch Vorsicht. Das Abheben mit der Girocard ist keineswegs kostenlos, es lauern teils saftige Gebühren. Die meisten Banken berechnen pro Abhebung zwischen fünf und sechs Euro, einige verlangen sogar 7,50 Euro. Hebt man einen kleinen Betrag ab, zum Beispiel 50 Euro, zahlt man bis zu 15 Prozent Gebühr! Wird im Laufe des Urlaubs sechsmal Bargeld gezogen, entstehen Kosten von 45 Euro.

Das muss nicht sein. Bevor Sie in den Sommerurlaub starten, sollten Sie die Gebühren vergleichen. Dabei werden Sie schnell feststellen, dass die klassische Kreditkarte fast immer preiswerter ist als die Girocard. Viele Privat- und Genossenschaftsbanken ermöglichen gebührenfreies Abheben mit ihrer Visa- oder Master Card. Dabei muss es sich nicht um eine teure Gold- oder Platinkarte handeln, auch einfache Standardkarten erlauben Bargeld zum Nulltarif. Ungünstiger sieht es bei den Sparkassen aus, im Euro-Ausland fallen fast immer fünf bis sechs Euro Mindestgebühr beim Geldziehen an. Hier empfiehlt es sich nach Konkurrenzprodukten Ausschau zu halten. Es gibt zahlreiche kontounabhängige Visakarten am Markt, die kostenlos Bargeldabheben in der Fremde erlauben.

Bargeld auf Fernreisen
Außerhalb Europas ist das Geldziehen mit der Girocard ähnlich teuer wie in der Eurozone. Auf Fernreisen fahren Sie wiederum mit ihrer Kreditkarte besser. Besonders Visakarten von Direktbanken sind hier positiv zu nennen. Sie sind weltweit an allen Visa-Automaten einsatzfähig und verursachen nur selten Gebühren. Gut haben es auch Kunden von privaten Großbanken, die europa- bzw. weltweit über viele Partnerinstitute verfügen, bei denen kostenloses Geldziehen an möglich ist. Besitzer von Gold- und Platinkarten genießen ebenfalls Vorteile. Neben integriertem Versicherungsschutz gehört kostenfreies Bargeld häufig zum Standard.

Kostenfalle Euro-Umrechnung
Auf eine neue Gebührenfalle beim Geldabheben außerhalb der Eurozone sollten Urlauber nicht hereinfallen. Viele Geldautomaten bieten neuerdings an, den gewünschten Betrag vor Auszahlung in Euro umzurechnen. Das aber lohnt nicht, denn der Wechselkurs wird in diesem Fall vom Automatenbetreiber bestimmt – zum Nachteil der Kunden. Nach einer Erhebung der Stiftung Warentest kostet die Währungsumrechnung bis zu zehn Prozent Gebühr. Preiswerter ist es, wenn die Hausbank den Kurs bestimmt. Wählen Sie deshalb am Geldautomaten die Option: „Direktauszahlung“ oder Auszahlung „Ohne Währungsumrechnung“.

 

Vorzeitige Kündigung des Baudarlehens: Neue Regeln für die Vorfälligkeitsentschädigung

Baudarlehen sind nur in Ausnahmefällen vorzeitig kündbar, zum Beispiel wenn der Kreditnehmer stirbt und die Angehörigen das Haus verkaufen müssen. Weil dem Kreditinstitut dann aber viele Zinsen durch die Lappen gehen, darf es ein Ausfallhonorar berechnen. Die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung kann je nach Restschuld und Zinsniveau viele Tausend Euro betragen.

Die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung ist kompliziert und führt oft zu Streit. Denn eine exakte gesetzliche Regelung für die Ermittlung der Entschädigung gibt es leider nicht. In der Praxis gilt: Die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung errechnet sich aus dem vertraglich vereinbarten Kreditzins in Relation zum aktuellen Zinsniveau sowie aus der Restschuld und der Restlaufzeit des Kredits. Das heißt: Die Bank legt die offene Kreditsumme fiktiv am Kapitalmarkt an. Maßgeblich für den Zinssatz sind die jeweils aktuellen Pfandbriefrenditen. Die Differenz zwischen der Pfandbriefrendite und dem Nominalzins des Baukredits ergibt den Zinsverlust der Bank.

Bundesgerichtshof zügelt Berechnung
Der Bundesgerichtshof (BGH) musste sich vor einiger Zeit mit der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung befassen und kam zu deutlicher Kritik an der gängigen Praxis. Die Richter bemängelten, dass die Banken die Möglichkeit von Sondertilgungen bei der Berechnung der Stornogebühr nicht ausreichend berücksichtigen würden. Dies dürfe aber nicht sein.

• Der Fall: Eine Sparkasse hatte Kreditnehmern zwar Sondertilgungsrechte für ihre Baudarlehen eingeräumt, bei der Ermittlung der Vorfälligkeitsentschädigung die zinsmindernde Wirkung von Extrazahlungen aber außen vor gelassen. Die Kreditnehmer sollten der Bank die durch die Kündigung entgehenden Zinsen in voller Höhe erstatten. Bereits das Oberlandesgericht Oldenburg wertete diese Vertragsklausel als unzulässige Bereicherung. Schließlich könnten Kunden mit Sondertilgungen ihre Zinskosten verringern, dieser Vorteil müsse bei Darlehenskündigung an den Kreditnehmer weitergegeben werden. Die Nichtbeachtung von Sondertilgungsrechten bevorteile die Bank, so die Richter. Der BGH entschied nun, dass bei der Ermittlung der Entschädigung die Sondertilgungsoption in maximaler Höhe kostenmindernd zu Gunsten der Eigentümer zu berücksichtigen sei. (Az. XI ZR 388/14)

Tipp: Baukredit mit Stornorecht
Alternativ zu klassischen Baukrediten können Sie eine Finanzierung mit Stornorecht abschließen. Einige Banken bieten Baukredite mit vorzeitigem Tilgungsrecht an. Hier können Sie bereits nach kurzer Laufzeit aus dem Vertrag aussteigen und das geliehene Geld zurückzahlen. In der Regel wird dafür keine Entschädigung fällig. Ohne Aufpreis kommen Sie allerdings nicht davon. Die Kreditinstitute lassen sich die Stornooption mit einem Zinsaufschlag vergüten. Meist erheben sie 0,2 oder 0,3 Prozent zusätzlich zu den aktuell gültigen Kreditkonditionen. Bei hoher Kreditsumme und langer Laufzeit können dadurch mehrere tausend Euro zusammen kommen. Überlegen Sie deshalb genau, ob sich der Mehraufwand lohnt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie in absehbarer Zeit Geld aus einer Erbschaft, einer Lebensversicherung oder dem Verkauf einer anderen Immobilie erwarten. Mit dem Geld können Sie den offenen Darlehensbetrag tilgen und wären dann schuldenfrei. Oder wenn Ihr Baukredit hohe Hypothekenzinsen fordert und Sie in der Zukunft mit sinkenden Bauzinsen rechnen. Dann hilft die Kündigungsoption, das teure Darlehen vorzeitig abzulösen und zu einer günstigeren Baufinanzierung zu wechseln.

Abgabe Steuererklärung: Ab 2017 mehr Zeit

Jedes Jahr das Gleiche: Naht die Steuererklärung, gibt es Stress. Damit die Erklärung bis Ende Mai beim Finanzamt ist, sitzen viele Steuerzahler Stunde um Stunde nachts vor ihrem PC oder suchen in Pappkartons nach Belegen. Doch ab 2017 winkt Erleichterung. Der Bundestag hat ein Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens beschlossen, das unter anderem längere Abgabefristen für die Steuererklärung vorsieht. Bisher musste die private Steuererklärung spätestens Ende Mai des Folgejahres beim Finanzamt sein. Wer die Erklärung mit Hilfe eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereins erstellte, der hat bis Silvester Zeit. Ab nächstem Jahr wird die Abgabefrist um jeweils zwei Monate verlängert. Die private Erklärung muss dann erst Ende Juli bzw. Ende Februar des darauffolgenden beim Fiskus eintreffen.

Bei Fristüberschreitung drohen höhere Strafen
Werden die neuen Fristen nicht eingehalten, dürfen die Finanzbeamten künftig härtere Strafen aussprechen. Mindestens 25 Euro Verspätungszuschlag pro angefangenen Monat sind ab kommendem Jahr fällig. Der Betrag wird automatisch eingefordert, wenn die Abgabefrist beendet ist. „Der Verspätungszuschlag kann die Steuer um ein Vielfaches übersteigen“, warnt der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Bisher liegt es im Ermessen der Finanzämter, ob und wie viel Verspätungszuschlag sie erheben. Entwarnung für Rentner: Sie brauchen nicht zu befürchten, von hohen Verspätungszuschlägen überrascht zu werden, wenn sie davon ausgegangen sind, keine Steuerklärung abgeben zu müssen. Wer von der Steuerpflicht „überrascht“ und vom Finanzamt zur Abgabe der Erklärung aufgefordert wird, für den beginnt der Zuschlag erst mit Ablauf der durch den Fiskus gesetzten Nachfrist.

Elektronische Steuererklärung soll gepuscht werden
Das Steuermodernisierungsgesetz soll mehr Bürger dazu bewegen, ihre Steuererklärung elektronischen abzugeben. Die meisten Steuerzahler schicken immer noch Papierformulare ans Finanzamt, das „Elster-System“ ist nur gering verbreitet. Ab kommendem Jahr soll es deshalb nicht mehr nötig sein, die Formulare trotz Online-Überweisung zusätzlich in Papierform auszudrucken und zum Finanzamt zu schicken. Außerdem müssen Quittungen nur noch auf Verlangen eingereicht werden. Zusätzlich sind die Online-Formulare vorausgefüllt, zum Beispiel mit der eigenen Steuernummer, Kontonummer sowie den gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen. Das soll die Bearbeitungszeit verkürzen und zu schnelleren Rückzahlungen für die Bürger führen. Eine Pflicht zur Abgabe der „Elster-Erklärung“ besteht aber weiterhin nicht.

Wann ist die Steuererklärung Pflicht?
Eine Pflicht zur Abgabe der Einkommensteuererklärung besteht auch, wenn man Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Arbeitslosengeld I oder andere Lohnersatzleistungen erhalten hat, die den Betrag von 410 Euro im Jahr übersteigen. Das gleiche gilt bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, die zusätzlich zum Gehalt geflossen sind sowie bei einem Zweitarbeitsverhältnis, das mit Lohnsteuerklasse VI abgerechnet wurde.