Credit Europe Bank Newsletter: November 2016

Hier können Sie unseren Newsletter vom November 2016 noch einmal nachlesen, auch wenn Sie kein Abonnent unseres Services sind.
Weitere Ausgaben können Sie hier einsehen: Zurück zur Übersicht »

Steuertipps zum Jahresende: So holen Sie bis Silvester noch einiges raus

Eine wirkungsvolle Maßnahme ist der Eintrag eines Steuerfreibetrags beim Finanzamt. Je nach Gehalt winken dreistellige Mehreinnahmen pro Monat. „Entstehen Ihnen mehr als 600 Euro abzugsfähige Kosten im Jahr, ist häufig ein Vorwegabzug möglich“, informiert die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH). Bei Werbungskosten, die mit dem Beruf zusammenhängen, müssen die Ausgaben allerdings mehr als 1.000 Euro betragen. Grund: Der Gesetzgeber gewährt bereits Steuervorteile in Form des Arbeitnehmerpauschbetrags in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr. Fahren Sie mindestens 16 km täglich zur Arbeit, dann liegen Sie aber bereits darüber. Rechnung: 16 x 0,30 € x 220 Arbeitstage = 1.056 Euro.

• Vorteil: Ist der Steuerfreibetrag in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (Elstam) vermerkt, erhöht sich sofort Ihr Nettogehalt. Der Freibetrag wird auf die restlichen Monate im Kalenderjahr verteilt. Tipp: Seit 2015 dürfen Sie Freibeträge für zwei Jahre im Voraus bei ihrem Finanzamt beantragen.

Steuerfreibetrag für Eltern und Vermieter
Vermieten Sie ein Haus oder eine Wohnung, können Sie die Zinsen für den Immobilienkredit, Handwerkerrechnungen sowie sonstige Hausnebenkosten als vorweggenommene Werbungskosten absetzen. Auch für Unterhaltszahlungen sowie für Kinderbetreuungskosten lässt sich ein Steuerfreibetrag vermerken. Bei der Kinderbetreuung können Sie zwei Drittel der Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro jährlich freistellen lassen. Das Kind darf allerdings das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Lohnsteuerklasse prüfen
Bis Silvester sollten Verheiratete oder eingetragene Lebenspartnerschaften ihre Lohnsteuerklasse prüfen. Normalerweise werden Ehepartner in die Steuerklassen IV/IV eingestuft. Das lohnt, wenn beide annähernd gleich viel verdienen. Klafft die Einkommensschere aber auseinander, sind die Steuerklassen III/V sinnvoller. Der Partner mit dem geringen Einkommen, sollte die Klasse V wählen, der andere die Steuerklasse III. Möglich ist auch die Kombination IV/IV mit Faktorverfahren. Dann wird das Ehegattensplitting bereits beim Lohnsteuerabzug unterm Jahr berücksichtigt. Aber Achtung: Möchten Sie Lohnersatzleistungen oder Sozialleistungen beantragen, ist es oftmals sinnvoll, genau die entgegengesetzte, unlogische Steuerklasse zu wählen. Grund: Elterngeld oder Arbeitslosengeld richten sich nach dem Nettolohn – und der ist in Steuerklasse III am höchsten. Alleinerziehenden steht die günstige Steuerklasse II zu. Ist der Partner vor kurzem ausgezogen, lohnt der Umstieg von Steuerklasse I in die II.

Ausgaben für Altersvorsorge checken
Angesichts anhaltender Minizinsen sollte man seine Vorsorgestrategie auf den Prüfstand stellen. Leistet der Banksparplan oder die private Rentenversicherung die gewünschte Alterssicherung überhaupt noch? Wenn nicht, eröffnet der Umstieg oder der Start eines Vorsorgeprodukts neue Renditechancen. Infrage kommen zum Beispiel Fondssparpläne oder fondsgebundene Rentenversicherung. Wer private Altersvorsorge mit öffentlicher Förderung betreibt, zum Beispiel mit einer Riester-Rente oder betrieblichen Altersvorsorge, der kann sich durch Einzahlungen im alten Jahr noch Zuschüsse und Steuervorteile für 2016 sichern.  

Verlustbescheinigung betragen
Bis 15. Dezember können Sie bei Ihrer Bank eine Verlustbescheinigung für Ihre Wertpapierdepots beantragen. Das ist sinnvoll, wenn Sie mehrere Depots bei unterschiedlichen Banken führen und Gewinne aus einem Depot mit Verlusten in einem anderen Bankdepot verrechnen möchten. Die Verrechnung erfolgt dann im Rahmen der Steuererklärung.

Ausgaben im alten oder im neuen Jahr begleichen?
Vor allem Freiberufler stehen vor der Frage, ob sich Ausgaben für Arbeitsmittel, Fortbildung oder andere Werbungskosten noch im alten Jahr lohnen oder besser auf 2017 geschoben werden sollen? Steuerexperten geben dazu folgende Faustregel: Ist das Einkommen 2016 voraussichtlich höher als 2017, dann sollte man Ausgaben vorziehen. Erwartet man für 2017 steigende Einkünfte, dann sollte man Investitionen aufs neue Jahr schieben. Arbeitnehmer sollten überlegen, ob sie den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro in diesem Jahr überschreiten. Nur wer höhere Ausgaben geltend machen kann, erhält eine Steuerersparnis. Liegen die Werbungskosten knapp darunter, kann es lohnen, Ausgaben noch im alten Jahr zu tätigen – andernfalls Ausgaben nach 2017 verschieben.

Manchmal empfiehlt es sich, Ausgaben für Heilmittel oder Arzneien in einem Jahr zu bündeln. Nur so ist es oft möglich, die sogenannte zumutbare Eigenbelastung bei den Krankheitskosten zu überschreiten. Der zumutbare Eigenanteil liegt je nach Einkommen und Familienstand zwischen einem und sieben Prozent der Einkünfte. Sind in 2016 bereits signifikante Ausgaben angefallen und steht noch im alten Jahr eine teure Zahnbehandlung an, lohnt es, die Kosten möglichst noch 2016 zu begleichen. 

Bausparförderung sichern
Für Bausparer ist der 31. Dezember ein wichtiger Stichtag. Um die volle Wohnungsbauprämie für 2016 zu erhalten, ist eine Sonderzahlung in einen bestehenden Bausparvertrag ratsam. Die Prämie beträgt 8,8 Prozent und wird auf Einzahlungen von bis zu 512 Euro gewährt, sofern bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Bei Verträgen seit 2009 wird die Wohnungsbauprämie aber nur noch gezahlt, wenn das Bausparguthaben zu eigenen, wohnwirtschaftlichen Zwecken genutzt wird. Vermietete Objekte werden nicht mehr gefördert.

 

 

Krisenfeste Mischfonds: Robuste Rendite bei jeder Wetterlage

Mischfonds sind sehr beliebt. Allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres investierten deutsche Sparer insgesamt 5,6 Milliarden Euro in die flexiblen Portfolios. Der Hauptgrund sind die breite Diversifikation und ausgewogene Gewinnchancen. Sie spielen vor allem in schwer vorhersehbaren Börsenzeiten voll ihre Stärken aus.  

Breites Anlagekonzept lässt Spielraum
Derzeit sollten Aktien- und Fondssparer flexibel sein und ihr Kapital breit und ausgewogen investieren. Mischfonds sind dafür geradezu prädestiniert, denn aufgrund der weit gefassten Anlagestrategie können sie beweglich auf Änderungen am Aktienmarkt reagieren. Verändert sich die Marktlage, können die Fondsmanager das Fondsguthaben von einer Assetklasse in eine andere umschichten. Bei geschickter Auswahl lassen sich so Verluste der einen Wertpapierklasse mit Gewinnen der anderen ausgleichen. Voraussetzung für erfolgreiches Kurswachstums ist allerdings, dass die Fondsmanager rechtzeitig erkennen, wohin der Trend an den Börsen geht und dass sie schnell reagieren.

Anleger können in drei unterschiedliche Mischfondskonzepte investieren:
• Rentenbetonte Mischfonds investieren maximal 25 Prozent der Fondsgelder in Aktien. Der Rest fließt in schwankungsarme Rentenpapiere.
• Ausgewogene Mischfonds investieren bis zu 50 Prozent in Aktien. Der Rest fließt flexibel in Anleihen und andere Rentenpapiere.
• Aktienorientierte Mischfonds bevorzugen dynamisches Wachstum und investieren deshalb bis zu 75 Prozent in Aktien.

Wann empfiehlt sich welche Fondskategorie?
Die Antwort hängt von der jeweiligen Börsenlage ab. Ist die Wirtschaft klar auf Wachstumskurs, haben in der Regel aktienorientierte Mischfonds die Nase vorn. Denn dann stehen die Börsen-Ampeln auf Grün und Aktien verzeichnen gute Gewinne. Bei Konjunkturflaute sind die Zeichen genau entgegen gesetzt. Da Aktienkurse stagnieren oder fallen, sind Rentenpapiere erste Wahl. Jetzt empfehlen sich defensive, rentenorientierte Mischfonds. Bei unklarer Börsenlage kann man mit ausgewogenen Mischfonds die weitere Entwicklung abwarten.

Als Anleger sollten Sie die Großwetterlage an den Börsen einschätzen können. Außerdem sollten Sie Ihre Anlagepräferenzen sowie die Anlagedauer im Blick haben. Suchen Sie einen Depotanker für größere Vermögensbestände, dann kann ein ruhig wachsender, defensiver Mischfonds eine gute Wahl sein. Bei langfristigem Kapitalaufbau mit Renditepep spielen aktienorientierte Mischfonds ihre Stärke aus.

Welche Renditen dürfen Sie erwarten?
Aktienbetonte Mischfonds:  In den vergangenen Jahren funktionierten aktienorientierte Mischfonds besonders gut. Die Statistiken des Fondsverbandes weisen auf Fünfjahressicht eine Durchschnittsrendite von 6,9 Prozent für internationale anlegende Mischfonds aus, in Europa anlegende Mischfonds kommen auf 6,1 Prozent. Ob diese Renditen aufgrund des weltweit zögerlichen Wirtschaftswachstums in den kommenden Jahren gehalten werden können, ist allerdings fraglich.

Ausgewogene Mischfonds: Ausgeglichen investierende Mischfonds stehen renditemäßig kaum nach. Laut BVI erzielen international anlegende Fonds eine durchschnittliche Fünfjahresrendite von 4,6 Prozent, in Europa anlegende Fonds erreichten sogar einen jährlichen Wertgewinn von 5,5 Prozent. Allerdings sollten Sie auch hier mit einem leichten Rückgang der Renditen zu rechnen, die ausgewogene Fondsstrategie ist aber weiterhin aussichtsreich.

Rentenbetonte Mischfonds: Defensive Mischfonds sollen ohne Experimente wachsen und solide Ergebnisse erzielen. Hier geht Kapitalsicherheit vor Spitzenrendite. Die erzielten Durchschnittsrenditen in den vergangenen Jahren bestätigen das Konzept. Auf Fünfjahressicht beträgt die Rendite international anlegender Fonds 3,4 Prozent, europäisch ausgerichtete Fonds erzielten 4,6 Prozent. Ähnliche Renditen sind auch in den kommenden Jahren möglich.

Sozialversicherungsbeiträge 2017: Neue Beitragsbemessungsgrenzen belasten Gutverdiener

Wer viel verdient, der wird im kommenden Jahr von den Sozialversicherungen stärker zur Kasse gebeten. Grund dafür ist die jährliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen. Die Beitragsgrenzen für 2017 richten sich nach dem allgemeinen Lohnzuwachs im Jahr 2015. Da die Löhne im Osten stärker gestiegen sind als im Westen, fällt die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze dort höher aus. Die Zahlen im Einzelnen:

Gesetzliche Rentenversicherung
In der Renten- und Arbeitslosenversicherung West klettert der Satz, bis zu dem Pflichtbeiträge anfallen, von 6.200 Euro auf 6.350 Euro brutto im Monat. Das entspricht einem Jahresgehalt von 76.200 Euro. Im Osten steigt die Bemessungsgrenze um satte 300 Euro, und zwar von 5.400 auf 5.700 Euro pro Monat. Dies entspricht einem Jahresgehalt von 68.400 Euro. Da der Beitragssatz von 18,7 Prozent unverändert bleibt, müssen Gutverdiener im Westen mit einer Mehrbelastung von 14 Euro im Monat rechnen, im Osten sind es stolze 28 Euro. Den gleichen Betrag steuert der Arbeitgeber bei.

Gesetzliche Krankenversicherung
Hier fällt das Beitragsplus vergleichsweise moderat aus. Die bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze steigt 2017 von 4.237,50 Euro auf 4.350 Euro. Das entspricht einem Jahreseinkommen von 52.200 Euro. Für Beitragszahler bedeutet dies eine Mehrbelastung von Minimum 9,50 Euro im Monat, wenn das Gehalt die Beitragsbemessungsgrenze erreicht. Allerdings erheben fast alle Krankenkassen Zusatzbeiträge, weshalb die Beitragssteigerung noch höher ausfallen kann. Die Verdienstgrenze, bis zu der Arbeitnehmer pflichtversichert sind, klettert auf 4.800 Euro pro Monat. Liegt Ihr Einkommen in diesem und im kommenden Jahr über dieser Grenze, dürfen Sie sich privat krankenversichern.

Gesetzliche Pflegeversicherung
Zum 1. Januar tritt die dritte Stufe des Pflegestärkungsgesetzes in Kraft. Es ersetzt die bisherigen drei Pflegestufen durch fünf neue Pflegegrade. Damit wird vor allem Versicherten mit geistiger Beeinträchtigung besser Rechnung getragen. Geistige und körperliche Einschränkungen werden künftig gleichermaßen erfasst und in die Pflegebedürftigkeit einbezogen. Positiv für Betroffene: Die Leistungen der Pflegeversicherung erhöhen sich auf breiter Front. Dafür müssen gesetzlich Versicherte aber einen Wermutstropfen schlucken: Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent, Kinderlose zahlen künftig 2,8 Prozent. Als Beitragsbemessungsgrenze greift hier der gleiche Höchstbetrag wie in der gesetzlichen Krankenversicherung von monatlich 4.340 Euro ab 2017.