Credit Europe Bank Newsletter: April 2017

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Was tun mit Fondserträgen: Ausschütten oder Wiederanlegen?

Kursschwankungen können den Wert von Aktien oder Fonds erheblich beeinflussen. Börsenpapiere, die Dividenden oder Zinsen ausschütten, bieten dagegen einen Sicherheitspuffer: regelmäßigen Ertrag. Vor allem bei schwankungsintensiven Aktien und Aktienfonds spielen Dividendenzahlungen eine immer größere Rolle. Viele Fondsmanager setzen auf Papiere mit hoher Ausschüttungsquote und verstetigen so die Renditechancen ihrer Portfolios. Sogenannte Dividendenfonds sind deshalb bei Sparern sehr beliebt.

Zwei unterschiedliche Fondstypen
Vor einem Investment sollten sich Fondssparer darüber im Klaren sein, dass es zwei unterschiedliche Typen von Fonds gibt: Die einen schütten die Dividendenzahlungen aus, die anderen legen sie im Fonds wieder an. Die Auswirkungen sind unterschiedlich:

Thesaurierende Fonds: Bei diesem Fondstypus werden die vereinnahmten Zinsen oder Dividenden umgehend in neue Anteile desselben Fonds investiert. Der Fondswert wächst dadurch ähnlich wie beim klassischen Zinseszinseffekt. Positiv: Neue Handelsgebühren für den Kauf der Anteile fallen nicht an. Die Zahl der Fondsanteile vergrößert sich und der Anleger freut sich über einen höheren Vermögenswert.

Ausschüttende Fonds: Diese Fonds zahlen anfallende Erträge an die Fondseigner aus. Über diese Fondseinnahmen können Anleger frei verfügen. Vorteil: Der Sparer erhält gesicherte regelmäßige Fondseinnahmen, die keinem Risiko durch Kursverluste ausgesetzt sind. Sollen die Ausschüttungen wieder in neue Fondsanteile investiert werden, fallen aber erneut Handelsgebühren an.

Welchen Einfluss haben die Erträge auf die Rendite?
Bei der Ermittlung der Fondsrendite spielen die Erträge eine wichtige Rolle. Es gilt die Grundregel: Nur bei thesaurierenden Fonds entspricht die von den Fondsgesellschaften ausgewiesene Rendite der tatsächlichen Fondsrendite. Bei ausschüttenden Fonds kommt es darauf an, was Sie als Anleger mit den vereinnahmten Zinsen oder Dividenden machen. Investieren Sie diese umgehend in den gleichen Fonds, erzielt er am Ende in etwa die gleiche Performance wie ein thesaurierender Fonds. Allerdings belasten die Kaufgebühren die Nettorendite. Konsumieren Sie jedoch die Erträge oder investieren Sie diese anderweitig, zum Beispiel in Festgeld oder Tagesgeld, fällt die Fondsrendite zurück. Der Zinseszinseffekt kann bei ausbleibender Wiederanlage der Ausschüttung nur unzureichend für Sie arbeiten.

Anlageziel entscheidet über Wahl des Fondstyps
Um zu entscheiden, in welchen Fonds Ihr Kapital fließen soll, müssen Sie vorab Ihr Anlageziel und den Anlagehorizont definieren. Suchen Sie eine Möglichkeit, laufende Erträge zu generieren ohne das Fondskapital zu schmälern, dann sind ausschüttende Fonds eine gute Wahl. Die Erträge können Sie beispielsweise zum Lebensunterhalt verwenden oder damit Anteile anderer Fonds kaufen, etwa um ungewünschte Wertpapierverschiebungen in Ihrem Depot abzubauen.

Mit einem thesaurierenden Fonds erwirtschaften Sie dagegen langfristig höhere Fondsrenditen und besitzen eine chancenreiche Geldanlage. Solche Fonds empfehlen sich besonders für Fondssparpläne, zum Beispiel zur privaten Altersvorsorge. Die Wiederanlage der Erträge erhöht das Sparergebnis.

 

Immobilienkauf: Mit Volltilger-Darlehen schneller ans Ziel

Volltilger- oder auch Komplett-Darlehen funktionieren ähnlich wie klassische Baudarlehen: Sie besitzen eine festgelegte Zinsbindung, einen bestimmten Zinssatz, eine feste Monatsrate und fixe Tilgungsquote. Der wesentliche Unterschied: Am Kreditende verbleibt keine Restschuld. Laufzeit und Tilgungssatz sind so eingestellt, dass Kreditnehmer bei Auslaufen der Zinsbindung schuldenfrei sind. Für Immobilienkäufer bringt das einen großen Vorteil: Sie wissen von Anfang an, wie lange sie zahlen müssen und welche Kosten insgesamt auf sie zukommen. Bei klassischen Baudarlehen ist das wegen der notwendigen Anschlussfinanzierung nicht der Fall.

Zinstief begünstigt Volltilger-Darlehen
Was nach einer reibungslosen Finanzierung klingt, hat in der Praxis aber einen Haken: Um in der vereinbarten Zeit schuldenfrei zu sein, bedarf es in der Regel hoher Tilgungsleistungen. Dabei gilt: Je schneller die Kreditrückzahlung, desto höher die Tilgungsquote. Eine hohe Tilgungsquote bedingt aber auch eine hohe Monatsrate. Soll die Baufinanzierung binnen zwölf oder fünfzehn Jahren abgeschlossen sein, benötigen Sie eine Anfangstilgung von sechs oder sieben Prozent. Um die hohen Kreditraten dauerhaft stemmen zu können, sollten Sie Ihre finanzielle Leistungskraft daher sehr genau prüfen.

Positiv: Das aktuelle Zinstief begünstigt Volltilger-Darlehen, denn dank der geringen Zinsbelastung kann die Tilgungsquote höher ausfallen als sonst. Mit aktuellen Kreditzinsen von 1,5 bis 2 Prozent ist es einigen Haushalten durchaus möglich, sechs oder sieben Prozent der Darlehenssumme pro Jahr zurückzuzahlen. Bei drei- oder viermal so hohem Zinsniveau schaffen das nur sehr wenige Haushalte. 
 
Mehrere Vorteile durch Komplett-Tilgung
Mit dem Abschluss eines Volltilger-Darlehens erzielen Sie mehrere Vorteile: Sie dämmen die Kreditlaufzeit ein, verringern die Gesamtzinskosten und senken das Ausfallrisiko. Banken und Versicherungen honorieren die Bindung an ihr Haus und die zügige Tilgung mit Zinsnachlässen von 0,1 bis 0,5 Prozent. Holen Sie sich dazu verschiedene Angebote ein und vergleichen Sie Zinssätze und Gesamtkosten.

Einschränkungen und Stolperfallen
Da die Kreditraten bis zur vollständigen Entschuldung exakt kalkuliert sind, schließen Volltilger-Darlehen häufig Sondertilgungen oder Tilgungssatzwechsel während der Laufzeit aus. Das ist schade, denn dadurch ist die Möglichkeit von außerplanmäßigen Extrazahlungen verwehrt. In jüngster Zeit zeigen sich jedoch mehr und mehr Banken flexibel. Fragen Sie deshalb bereits beim Einholen des Kreditangebots nach, ob das Darlehen flexible Zahlungsoptionen enthält.

Für wen eignen sich Volltilger-Darlehen?
Volltilger-Darlehen eignen sich vor allem für finanzstarke Kreditnehmer, die zu einem bestimmten Zeitpunkt schuldenfrei sein möchten, etwa mit Eintritt in den Ruhestand. Wer über die gesamte Finanzierungsdauer feste, gleichbleibende Raten ohne Anschlussrisiko wünscht, fährt ebenfalls mit einem Komplett-Darlehen gut. Bei überschaubaren Kreditbeträgen sind Volltilger-Darlehen bereits im Rahmen der Erstfinanzierung möglich. Bei großen Finanzierungssummen geht dies aber häufig erst im Rahmen der Anschlussfinanzierung.

Abgeltungssteuer: Wie werden Zinsen von Auslandsbanken versteuert?

Auslandsbank ist nicht gleich Auslandsbank. Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Besteuerung. Geldhäuser mit einer Adresse oder Niederlassung in Deutschland erheben genau wie deutsche Banken 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer und führen die Abgaben automatisch ans Finanzamt ab. Dies ist auch bei der Credit Europe Bank der Fall.

Sparer besitzen allerdings eine Hintertür, um Zinsen vor dem Zugriff des Finanzamts zu schützen: den Freistellungsauftrag. Er ermöglicht, bis zu 801 Euro jährlich an Kapitaleinkünften steuerfrei zu stellen. Der sogenannte Sparerpauschbetrag gilt pro Sparer. Verheiratete und Eltern mit Kindern können somit für jede sparende Person Zinsen und Fondserträge in gleicher Höhe freistellen. Den dazu notwendigen Freistellungsauftrag stellen Banken im Internet bereit.

Nicht jede Bank ermöglicht Freistellungsaufträge
Anders sieht die Sache bei Banken aus, die keine Niederlassung in Deutschland haben. Sie unterliegen nicht den deutschen Steuerauflagen und ermöglichen auch keine Freistellungsaufträge. Anleger erhalten die Zinsen in der Regel komplett ausgezahlt und müssen sich selbst um die Besteuerung kümmern.

Ausländische Zinsen dem Finanzamt melden
Die meisten Auslandsbanken versenden jeweils zu Beginn des Jahres eine Aufstellung über ausgezahlte Zinserträge des Vorjahres an ihre Kunden. Sparer haben dann bis Ende Mai Zeit, ihre Steuererklärung zu vervollständigen und diese beim Finanzamt einzureichen. Die erhaltenen Zinsen trägt man in Zeile 15 der Anlage Kapitalerträge (KAP) ein. Gab es Zinszahlungen von mehreren ausländischen Banken, fließen diese als Gesamtsumme ein. Aber Vorsicht: Schummeln lohnt sich nicht, da die Auslandsbank die Zinserträge dem deutschen Fiskus meldet!

Gezahlte Zinsen verrechnen lassen
Erhalten Sie Zinsen von einer Auslandsbank, heißt das nicht, dass der gesamte Ertrag besteuert wird. Da jeder Sparer in Deutschland einen Zinsfreibetrag von 801 Euro genießt, erhebt das Finanzamt nur Steuern auf überzählige Kapitaleinkünfte. Dies gilt sowohl für ausländische wie inländische Kapitalerträge. Außerdem können Sie im Ausland einbehaltene Steuern auf Kapitalerträge mit der deutschen Einkommensteuer verrechnen lassen.

Dies ist zum Beispiel für in Österreich erzielte Zinseinkünfte möglich. Denn bis Ende 2016 erhob unser Nachbarland eine 35-prozentige EU-Zinssteuer auf alle Erträge. Der Steuerabzug war obligatorisch. Um Doppelbesteuerung zu vermeiden, wird die österreichische Steuerschuld mit der deutschen Abgeltungssteuer verrechnet. Unter die Abgeltungssteuergrenze von 25 Prozent fällt die Abgabenlast aber nicht. Seit 2017 hat Österreich das Steuerverfahren umgestellt und erhebt jetzt genau wie Deutschland eine 25-prozentige Quellensteuer. Von dieser kann man sich mittels einer sogenannten Ansässigkeitsbescheinigung befreien lassen. Diese erhalten Sie entweder von der Bank oder beim Bundeszentralamt für Steuern.  

Tipp für Sparer mit geringem Steuersatz
Nicht in jedem Fall fordert das deutsche Finanzamt Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent. Anleger mit niedrigem Einkommen und einem Grenzsteuersatz von weniger als 25 Prozent zahlen eine geringe Kapitalertragsteuer. Der Steuersatz richtet sich dann nach dem individuellen Steuersatz des Anlegers. Mittels der sogenannten Günstigerprüfung berechnen die Finanzämter automatisch, ob man mit dem Individualtarif oder mit der Abgeltungsteuer besser fährt. Zuviel gezahlte Abgeltungsteuer gibt es dann zurück. Dazu müssen Sie Ihre Kapitalerträge aber in jedem Fall beim Fiskus abrechnen.