Credit Europe Bank Newsletter: August 2017

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Neue Fondsbesteuerung ab 2018: Was ändert sich?

Ab 2018 ändert sich die Besteuerung von Aktien-, Immobilien-, Misch- und Indexfonds. Das neue Investmentsteuer-Reformgesetz legt fest, dass künftig alle Gewinne aus Investmentfonds pauschal besteuert werden. Damit will der Gesetzgeber den Aufwand für Anleger, Banken und Behörden reduzieren. Zudem sollen Steuerschlupflöcher geschlossen und die deutschen Steuerregeln an EU-Recht angepasst werden.

Was ändert sich konkret?
Die entscheidende Änderung ist die Einführung einer pauschalen Besteuerung für Fonds und ETFs auf Fondsebene. Das bedeutet: Alle in Deutschland aufgelegten Fonds müssen bereits ihre Ertragsausschüttungen versteuern. So werden Dividendenzahlungen bei Aktienfonds in Zukunft mit 15 Prozent besteuert, der gleiche Steuersatz greift bei Miet- und Pachteinnahmen von Immobilienfonds.

Bei ausländischen Fonds fällt weiterhin Quellensteuer an. Diese lässt sich ab 2018 auch nicht mehr mit der fälligen Abgeltungssteuer verrechnen. Für ausländische Fonds bringt die Neuregelung dennoch Vorteile, denn Fondskäufer brauchen nun nicht mehr wiederangelegte Dividenden und die anrechenbare Quellensteuer mühsam in der Steuererklärung angeben. Ob ein Fonds Dividenden bzw. andere Erträge ausschüttet oder erneutanlegt und wo der Fonds beheimatet ist, spielt künftig keine Rolle mehr, solange ein ausreichender Freistellungsauftrag erteilt ist.

Freibeträge gleichen Steuernachteile aus
Als Entlastung zur pauschalen Fondsbesteuerung genießen Anleger künftig Freibeträge. So bleiben bei Aktienfonds ab 2018 pauschal 30 Prozent aller Erträge steuerfrei, bei Mischfonds sind es 15 Prozent und bei offenen Immobilienfonds 60 Prozent. Bei ausländischen Immobilienfonds bleiben sogar 80 Prozent der Erträge steuerfrei.

Auf alle nicht freigestellten Erträge und Kursgewinne zahlen Sparer künftig wie bisher 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die fälligen Abgaben leitet die depotführende Bank direkt an den Fiskus weiter. Positiv: Liegen die Steuerforderungen unterhalb des Sparerpauschbetrags von 801 Euro je Anleger (1.602 Euro für Verheiratete), fallen keine Steuern an. Allerdings muss dazu ein entsprechender Freistellungsauftrag bei der Bank vorhanden sein. Unterm Strich erwarten Fondsexperten durch die neuen Steuerregeln keine Mehrbelastung für Anleger.

Bestandsschutz für ältere Fondsanteile entfällt
Eine weitere Neuerung ist der Wegfall der unbegrenzten Steuerfreiheit für Fondsanteile, die Anleger vor 2009 gekauft haben. Der bisher geltende Bestandsschutz entfällt ab 2018. Ab Januar beginnt die Uhr neu zu laufen: Wertsteigerungen der Alt-Anteile sind dann bei Verkauf grundsätzlich steuerpflichtig.

Allerdings zeigt sich der Gesetzgeber großzügig und gewährt für veräußerte Altanteile einen steuerlichen Freibetrag von 100.000 Euro. Kursgewinne bleiben solange steuerfrei, bis der Freibetrag ausgeschöpft ist. Tipp: Bei einem Verkauf bis Ende 2017 gilt noch die unbegrenzte Steuerfreiheit für Altanteile.

Nullzinsen für Dispokredite? Verbraucherzentralen bemängeln neue Angebote

Für die Überziehung ihres Girokontos zahlen Bankkunden normalerweise Dispozinsen. Einige Banken gehen jetzt neue Wege und versuchen mit Dispokrediten zum Nulltarif zu punkten. Bei solchen Girokonten bleibt meist eine gewisse Anfangsüberziehung vom Strafzins ausgenommen. Überschreitet die Überziehung jedoch das zinsfreie Limit, wird es teuer. Die Verbraucherzentralen haben drei Angebote unter die Lupe genommen und sind nicht begeistert.

Targobank
Die Targobank hat verschiedene Kontenmodelle mit sogenannter „Dispo-Freigrenze“ im Angebot. Wer ins Minus rutscht und die Freigrenze von bis zu 200 Euro nicht überschreitet, der muss keine Dispozinsen zahlen. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW ist das Angebot jedoch eher ein Lockvogel. Denn überschreiten Kontobesitzer das Zinslimit, berechnet die Bank auch für die unterhalb der Freigrenze liegenden Beträge Dispozinsen. Und nicht nur das: Für jeden Monat, in dem der Dispo überzogen wird, werden dem Kontoinhaber mindestens 4,95 Euro in Rechnung gestellt, auch wenn die angefallenen Zinsen unter dem Betrag liegen.

Skatbank
Das Angebot der Thüringer Skatbank scheint auf den ersten Blick sehr attraktiv. Das sogenannte Flat-Konto gewährt ab einem monatlichen Gehaltseingang von 1.250 Euro einen zinsfreien Disporahmen von immerhin 2.500 Euro. Der Haken dabei: Das Girokonto kostet monatlich 7,50 Euro. Kein gutes Geschäft für Kontoinhaber, wie die Rechnung der Verbraucherzentrale zeigt: Wer beim gebührenfreien Trumpf-Konto 50 Tage im Jahr mit durchschnittlich 1.000 Euro in den Miesen steht, der zahlt bei einem Dispozins von 4,17 Prozent insgesamt 5,79 Euro Zinsen. Die Jahresgebühr für das zinsfreie Flat-Konto summiert dagegen auf satte 90 Euro. Selbst wenn das Flat-Konto permanent mit 1.000 Euro übers Jahr in den Miesen steht, kostet es abzüglich eingesparter Dispozinsen immer noch 41,70 Euro – mehr als das Siebenfache des zinspflichtigen Trumpf-Kontos.  

GLS Bank
Den höchsten zinsfreien Dispo bietet laut Verbraucherzentrale derzeit die Bochumer GLS Bank. Girokontoinhaber bekommen einen kostenlosen Dispokredit von bis zu 10.000 Euro. Erst wenn das Konto darüber hinaus überzogen wird, stellt das Geldhaus Dispozinsen von 7,31 Prozent in Rechnung. Die Verbraucherschützer finden aber auch hier ein Haar in der Suppe: Monatliche Gebühren von 3,80 Euro plus einen sogenannten „GLS-Beitrag“ von fünf Euro für Kunden ab 28 Jahren. Das macht zusammen 105,60 Euro im Jahr. Mehr noch: Die gut hundert Euro würden bei permanenter Ausschöpfung des vollen Dispobetrags von 10.000 Euro gerade mal einem Prozent Kreditzins entsprechen, so die Verbraucherzentrale. Eine heimtückische Schuldenfalle für anfällige Kunden. Denn ein Dispokredit sollte allein für die Überbrückung von kurzfristigen Engpässen eingesetzt und keineswegs dauerhaft in Anspruch genommen werden.

Tipp: Ist das Girokonto dauerhaft überzogen, sollte man auf einen günstigen Ratenkredit umsteigen. Gleichbleibende Monatsraten helfen beim disziplinierten Schuldenabbau. Und die feststehenden Zinsen steigen selbst dann nicht, wenn sich das allgemeine Zinsniveau erhöht.     

 

Altersvorsorge: Ab 2018 mehr Riester-Zulage

Seit 2002 besteht die Möglichkeit, mit staatlicher Förderung eine zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge aufzubauen. Beschäftigte mit niedrigen Einkommen und mit Kindern erreichen durch die Riester-Zulagen besonders hohe Förderquoten auf die eingezahlten Beiträge. Gerade Mütter profitieren von Kinderzulagen, die je nach Geburtsjahr bis zu 300 Euro je Kind ausmachen. Beschäftigte mit höherem Einkommen besitzen durch Steuerboni zusätzliche Entlastungsmöglichkeiten. 

Grundsicherung steigt
Die Zulagen werden ab 2018 noch interessanter. Denn dann erhält jeder Riester-Sparer 175 Euro Grundzulage pro Jahr. Damit erhöht sich die Förderung von derzeit 154 Euro um 21 Euro, was einer Steigerung von fast 14 Prozent entspricht.

Voraussetzung für die Gewährung voller Zulagen ist aber weiterhin, dass Riester-Sparer insgesamt vier Prozent ihrer Vorjahres-Bruttoeinkünfte in den Vertrag einzahlen. Positiv: Die gewährten Zulagen zählen in die Vier-Prozent-Grenze hinein, das heißt sie mindern den zu leistenden Eigenbeitrag.

• Beispiel: Eine Mutter mit zwei Kindern, die 35.000 Euro im Jahr verdient, muss insgesamt 1.400 Euro pro Jahr in ihren Riester-Vertrag einzahlen. Da sie künftig 175 Euro Grundzulage und 600 Euro Kinderzulage erhält, beläuft sich ihr Eigenbeitrag ab 2018 lediglich auf 625 Euro. Das entspricht einer monatlichen Einzahlung von nur rund 52 Euro. 

Weniger Anrechnung auf Grundsicherung
Freiwillige private Altersvorsorge sollte sich in jedem Fall lohnen. Für Geringverdiener war Riestern bislang aber häufig wenig attraktiv, weil die spätere Riester-Rente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wurde. Von den mühsam bei Seite gelegten Einzahlungen blieb unterm Strich oft nicht viel übrig. Das ändert sich ab kommendem Jahr. Dann bleiben freiwillig angesparte Zusatzrenten wie die Riester-Rente bis zu 202 Euro pro Monat anrechnungsfrei. Das gilt nach Auskunft von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sowohl bei Bezug von Grundsicherung im Alter als auch für Erwerbsminderungsrenten.