Credit Europe Bank Newsletter: November 2017

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Steuerendspurt 2017

1. Außergewöhnliche Belastungen sammeln
Steuerzahler können die Ausgaben für Gesundheit oder notwendige Krankheitskosten im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen steuerlich geltend machen. Sofern die Krankenkasse die Ausgaben nicht ersetzt oder bezuschusst sind zum Beispiel Zahnersatz, Medikamente, Gehhilfen oder Brillen steuerlich absetzbar. Allerdings fordert der Fiskus einen gewissen Eigenanteil. Dieser richtet sich nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl. Steht dieses Jahr noch eine teure Zahnarztbehandlung an, dann sollte man versuchen die Rechnung im alten Jahr zu begleichen, um das Selbstkostenlimit zu überwinden.

2. Handwerkerkosten splitten
Für Handwerkerarbeiten gewährt das Finanzamt einen Steuerbonus von maximal 1.200 Euro im Jahr. Dieser wird erreicht, wenn Sie Handwerkerrechnungen im Gesamtwert von 6.000 Euro beim Finanzamt einreichen. 20 Prozent davon werden direkt von der fälligen Steuerschuld abgezogen. Im Endeffekt sinken Ihre Steuerzahlungen also um bis zu 1.200 Euro. Wichtig: Das Finanzamt erkennt nur Lohn- und Maschinenkosten an, Materialkosten bleiben unberücksichtigt. Sind Ihre Handwerkerausgaben für 2017 niedriger, lohnt es sich, geplante Bau- oder Renovierungsmaßnahmen vorzuziehen oder eine Abschlagszahlung bis Silvester zu leisten. Bei größeren Baumaßnahmen ist ein Ausgabensplitting über den Jahreswechsel empfehlenswert.

3. Riester-Beitrag optimieren
Riester-Sparer erhalten Zulagen und Steuervorteile vom Staat. Eine Mutter mit zwei Kleinkindern kann dadurch bis zu 754 Euro jährlich einstreichen. Um die optimale Förderung zu kassieren, müssen Sie bis Jahresende vier Prozent des letztjährigen Bruttoeinkommens abzüglich Fördergelder in Ihren Vertrag einzahlen. Wer weniger überweist, bekommt auch weniger Fördergeld. Neueinsteiger kassieren einmalig bis zu 200 Euro Förderbonus extra. Positiv: Ab 2018 klettert die Grundzulage von 154 auf 175 Euro.

4. Werbungskosten vorziehen
Das Finanzamt erkennt pauschal 1.000 Euro als Werbungskosten an, falls Arbeitnehmer keine höheren berufsbedingten Ausgaben – etwa für Fortbildung, Fachliteratur und Fahrtkosten – nachweisen können. Grundsätzlich kann jeder Gegenstand ein steuerlich absetzbares Arbeitsmittel sein, wenn er überwiegend beruflich genutzt wird. Überzeugen Sie Ihr Finanzamt, dass sie den neuen Laptop, die Aktentasche oder den neuen Schreibtisch rein aus beruflichen Gründen angeschafft haben, dann lassen sich für 2017 weitaus höhere Werbungskosten als 1.000 Euro absetzen. Aber Vorsicht: Sofort anerkannt sind nur Kosten von bis zu 487,90 Euro je Arbeitsmittel. Ist der Preis inklusive Umsatzsteuer höher, muss das Gerät über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden (z.B. Notebook 3 Jahre). 

5. Fondsanteile umschichten
Fondsanteile, die vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden, dürfen nur noch bis zum 31. Dezember 2017 unbegrenzt steuerfrei verkauft werden. Ab Januar 2018 unterliegen Wertgewinne solcher Altanteile der Abgeltungssteuer. Allerdings räumt der Gesetzgeber für neue Kurszuwächse einen Steuerfreibetrag von 100.000 Euro je Anleger ein. Wer größere Kursgewinne erwartet, der kann noch vor dem Jahresende den Freibetrag verdoppeln, indem er ein Zweitdepot für den Ehepartner eröffnet und Fondsanteile auf diesen überträgt.

6. Wohnungsbauprämie sichern
Haben Sie einen Bausparvertrag abgeschlossen und übersteigt Ihr Einkommen nicht die kritische Grenze von 25.600/51.200 Euro (Ledige/Verheiratete), haben Sie Anspruch auf Wohnungsbauprämie. Diese beträgt 8,8 Prozent auf alle Einzahlungen bis maximal 512 Euro (Ledige) bzw. 1.024 Euro (Verheiratete). Um die Prämie zu bekommen, können Sie noch bis Ende Dezember 2017 Ihren Vertrag mit einer Sonderzahlung auffüllen.

7. Steuerklasse wechseln
Arbeitnehmer sollten prüfen, ob ihre Lohnsteuerklassen auch im nächsten Jahr optimal sind und gegebenenfalls bis Ende Dezember Änderungen beantragen. Die steuergünstigste Lösung können Sie mit dem Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums (www.bmf-steuerrechner.de) ermitteln. Rechnet einer der Partner im kommenden Jahr mit Arbeitslosigkeit oder anderen Lohnersatzleistungen, kann eine günstigere Steuerklasse die Leistungen erhöhen. Entscheidend ist in der Regel die zu Jahresbeginn gültige Steuerklasse. Für ein optimales Elterngeld muss die günstigere Steuerklasse mindestens sieben Monate vor Geburt des Kindes eingetragen sein.

8. Hilfsgelder Spenden
Überall auf der Welt benötigen Menschen unsere Hilfe. Wer Gutes tut und Geld spendet, kann die finanzielle Hilfe als Sonderausgabe von der Steuer absetzen. Wichtig: Achten Sie auf die Quittung. Nur bei Spenden für Flüchtlinge und bei Spenden unter 200 Euro genügt der Überweisungsbeleg der Bank.

 

Rentenlücke: Jungen Beschäftigten fehlen bis zu 800 Euro

Der neue Versorgungsatlas von Union Investment offenbart fatale Rentenlücken. Vor allem im Westen und Süden Deutschlands müssen Senioren mit großen Fehlbeträgen rechnen. In Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ermittelten die beauftragten Wissenschaftler von der Uni Freiburg Fehlbeträge, die um ein Drittel höher liegen als in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ursache hierfür sind vor allem die höheren Lebenshaltungskosten in den alten Bundesländern.

Während die Versorgungslücken im Westen der Republik im Schnitt 700 Euro betragen, liegen sie in den neuen Bundesländern nur bei 450 Euro. Am stärksten betroffen ist die Gruppe der heute 20- bis 34-Jährigen, die besonders unter den vergangenen Rentenreformen leidet. Sie braucht demnach im Alter bis zu 800 Euro im Monat zusätzlich. Die Forscher gehen davon aus, dass zur Sicherung des Lebensstandards im Alter 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens erforderlich sind. Junge Menschen kommen der Prognose zufolge im Ruhestand ohne Zusatzvorsorge aber nur auf 981 Euro, was einem Versorgungslevel von 38,6 Prozent entspricht.

Finanzbedarf realistisch ermitteln
Viele Berufstätige gehen davon aus, dass ihre Einkünfte aus gesetzlicher Altersrente, Betriebsrente und Privatvorsorge im Rentenalter ausreichen werden. Das ist aber häufig nicht der Fall. Die Renteneinkünfte erreichen oft nur einen Bruchteil der früheren Gehaltshöhe, zudem belasten Abgaben für Steuern, Kranken- und Pflegekasse das Nettoeinkommen. Allein der Beitrag für die gesetzliche Kranken- und Pflegekasse verringert das Renteneinkommen um über zehn Prozent.

Fondssparplan gleicht Versorgungslücke aus
Damit Sie keine Abstriche am gewohnten Lebensstandard im Alter machen müssen, sollten Sie rechtzeitig zusätzlich vorsorgen. Eine effiziente und kostengünstige Lösung sind Fondssparpläne. Laut Fondsverband BVI erwirtschafteten Sparpläne mit deutschen Aktienfonds in den vergangenen 30 Jahren eine Durchschnittsrendite von 7,2 Prozent. Würden Sie mit 30 Jahren beginnen, monatlich 200 Euro zu sparen, dann besäßen Sie bei gleich hoher Durchschnittsrendite im Alter von 60 Jahren ein Gesamtvermögen von rund 245.000 Euro. Das reicht, um sich abzüglich Abgeltungssteuer 30 Jahre lang monatlich 940 Euro aus einem Auszahlplan mit drei Prozent Rendite überweisen zu lassen – damit wäre die Versorgungslücke mehr als ausgeglichen. Wichtig: Starten Sie möglichst frühzeitig und bleiben Sie auch bei finanziellen Engpässen am Ball.

 

Vermieten über Airbnb: Wohnungs-Sharing grundsätzlich erlaubt

Wohnungseigentümer dürfen ihre Mietwohnung über Internetportale wie Wimdu oder Airbnb an täglich oder wöchentlich wechselnde Feriengäste vermieten. Voraussetzung ist allerdings, dass in der Region kein Zweckentfremdungsverbot besteht. Wie der Verbraucherschutzverband „Wohnen im Eigentum e.V.“ mitteilt, kann die Eigentümergemeinschaft die Vermietung im Regelfall nicht durch einen Mehrheitsbeschluss verbieten. Jeder könne mit seiner Wohnung nach Belieben verfahren, solange dies die anderen Eigentümer nicht übermäßig beeinträchtige, bekräftigt der Verein.

Grundlage für die weitgehende Handlungsfreiheit der Eigentümer liefert ein Urteil des Bundesgerichtshofs. Dieser entschied, dass eine Vermietung an wechselnde Feriengäste die anderen Eigentümer nicht mehr beeinträchtige als andere Formen der Wohnnutzung (BGH, Az. V ZR 72/09). Man könne nicht generell sagen, dass Urlauber weniger sorgsam mit Gemeinschaftseigentum umgehen als Dauermieter, so die Richter.

Zweckentfremdungsverbot kann Nutzung einschränken
Eigentümer, die ihre Wohnung über Internet-Portale vermieten wollen, müssen jedoch beachten, dass in einigen Gebieten Deutschlands Zweckentfremdungsverbote gelten. Dies ist inzwischen in vielen Großstädten der Fall, etwa Berlin, Frankfurt und München. Dort vergeben die Behörden nur noch in Ausnahmefällen eine Genehmigung zur Vermietung an Touristen. Wer ohne behördliche Genehmigung vermietet, riskiert hohe Bußgelder.

Des Weiteren dürfen Eigentümer in ihre Wohnung nicht so viele Feriengäste aufnehmen, dass es zu einer Überbelegung kommt. In diesem Fall dürfen Miteigentümer dagegen einschreiten. Jeder betroffene Eigentümer kann dann einen Unterlassungsanspruch geltend machen. Dies ist auch ohne Beschluss der Wohneigentümergemeinschaft möglich.

Fremdnutzung durch Teilungserklärung ausschließen
Will die Eigentümergemeinschaft von vornherein verhindern, dass Wohnraum als Ferienwohnung vermietet wird, müssen sie diese Art der Nutzung durch eine einstimmige Vereinbarung, zum Beispiel durch eine Änderung der Teilungserklärung, ganz verbieten oder nur unter Auflagen zulassen. Denkbar wäre zum Beispiel, so der Eigentümerverein, dass das „Sharing“ nur nach einer Genehmigung in Form eines Mehrheitsbeschlusses der Eigentümerversammlung zulässig ist.

Mieter brauchen die Erlaubnis des Eigentümers
Während die Eigentümer selbst im Normalfall ihre Wohnung auf Sharing-Plattformen einstellen und so an wechselnde Feriengäste vermieten können, müssen sie dies jedoch nicht bei ihren Dauermietern dulden. Nach § 540 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist es verboten, ohne Erlaubnis des Vermieters eine Mietwohnung einem Dritten zu überlassen. Und selbst eine einmal erteilte allgemeine Erlaubnis zur Untervermietung gilt nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Az.: VIII ZR 210/13) nicht ohne weiteres für die tageweise Vermietung an Touristen. Eigentümer können in diesem Fall den Mieter abmahnen und ihn auffordern, dies zu unterlassen. Bei weiteren Verstößen kann der Eigentümer eine Kündigung aussprechen.