Kirchensteuer auf Kapitalerträge künftig automatisiert

    Kreditinstitute müssen künftig Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer ihrer Kunden einbehalten und direkt an die Finanzbehörden abführen.

    Ab Januar 2015 sind Kreditinstitute, Versicherungen, Kapitalgesellschaften und Genossenschaften gesetzlich verpflichtet, Kirchensteuer zusätzlich zur 25-prozentigen Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge einzubehalten und direkt abzuführen. Die Kirchensteuer für diese Einkunftsart wird wie bisher als Zuschlag zur Abgeltungsteuer erhoben und beträgt 8% oder 9%, je nach Bundesland.

    Ob ein Kunde oder ein Mitglied kirchensteuerpflichtig ist, erfahren Kreditinstitute beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).  Die automatisierte Abfrage wird einmal im Jahr durchgeführt, die erste erfolgt zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober jeden Jahres. Die ermittelten Daten sind für das Folgejahr maßgeblich.

    Widerspruch gegen den Datenabruf

    Wer nicht möchte, dass seine Bank oder Versicherung über seine Religionszugehörigkeit Bescheid weiß, kann beim BZSt der Übermittlung seiner Daten zur Religionszugehörigkeit an die Kreditinstitute widersprechen. Der Widerspruch muss schriftlich über einen amtlich vorgeschriebenen Vordruck beim BZSt erfolgen und verpflichtet den kirchensteuerpflichtigen Anleger zur Nachveranlagung der Kirchensteuer über seine Steuererklärung. Ein entsprechendes Formular kann auf der Internetseite des BZSt heruntergeladen werden. Ein eventueller Widerspruch ist bis zum 30. Juni desselben Jahres möglich.

    Fragen und Antworten zur Erhebung der Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer